• 29.11.2019
      00:40 Uhr
      Im Keller Dokumentation Österreich 2014 | arte
       

      Ulrich Seidls Film handelt von Menschen und Kellern und was Menschen in ihren Kellern in der Freizeit tun. Der Film handelt von Obsessionen. Der Film handelt von Blasmusik und Opernarien, von teuren Möbeln und billigen Herrenwitzen. Von Sexualität und Schussbereitschaft, Fitness und Faschismus, Peitschenschlägen und Puppen.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 29.11.19
      00:40 - 02:05 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo HD-TV

      Ulrich Seidls Film handelt von Menschen und Kellern und was Menschen in ihren Kellern in der Freizeit tun. Der Film handelt von Obsessionen. Der Film handelt von Blasmusik und Opernarien, von teuren Möbeln und billigen Herrenwitzen. Von Sexualität und Schussbereitschaft, Fitness und Faschismus, Peitschenschlägen und Puppen.

       

      Stab und Besetzung

      Fritz Lang Fritz Lang
      Alfreda Klebinger Alfreda Klebinger
      Manfred Ellinger Manfred Ellinger
      Inge Ellinger Inge Ellinger
      Josef Ochs Josef Ochs
      Alessa Duchek Alessa Duchek
      Gerald Duchek Gerald Duchek
      Cora Kitty Cora Kitty
      Peter Vokurek Peter Vokurek
      Walter Holzer Walter Holzer
      Regie Ulrich Seidl
      Drehbuch Ulrich Seidl
      Veronika Franz
      Produktion Ulrich Seidl Film
      Ulrich Seidl
      Kamera Martin Gschlacht
      Schnitt Christoph Brunner

      Der Film führt uns in den Keller, unter die Oberfläche, in die Abgründe der menschlichen Existenz. Dort unten können die Männer, Familienväter, Hausfrauen, Ehepaare sein, wie sie sein wollen. Dort unten gehen sie ihren Bedürfnissen nach, ihren Hobbys, Leidenschaften und Obsessionen. Der Keller ist ein Ort der Freizeit und der Privatsphäre, aber auch ein Ort des Unterbewussten, der Dunkelheit und der Angst.

      Die Menschen im Film sind grundverschieden: Ein Mann wollte Opernsänger werden. Jetzt betreibt er einen Schießkeller und bringt Menschen das Schießen bei. Das ist Herr Lang, der „O sole mio“ singt und mächtig stolz ist auf sein hohes C.

      Da ist Frau Alfreda Klebinger, eine verheiratete Frau. Sie ist über 50 und geht mehrmals täglich in ihren Keller in ihrem Wohnhaus. Sie geht im Schlafrock vier Stockwerke hinunter, sperrt auf und sperrt sich dann wieder ein. Sie holt eine verblüffend echt aussehende Babypuppe aus einem Karton und spielt „Mutter“. Ihr Ehemann weiß nicht, was sie dort unten tut.

      Ein Mann bläst in der örtlichen Musikkapelle. Er trinkt viel und gerne mit Gästen in seinem Keller. Umgeben von nationalsozialistischen Memorabilien, staubt der Hobby-Nazi sein schönstes Hochzeitsgeschenk ab, das er von seinen Kameraden einst bekommen hat. Ein großes Hitlerbild. Das ist Herr Josef Ochs, er wohnt im Burgenland. Und dann sind da noch die anderen …

      Für Seidel sind die Keller seiner Landsleute metaphorische Orte abgründiger Regungen und Triebe. Orte für Sex, Gewalt, Unterwerfung und Dominanz.

      Nach seiner großangelegten „Paradies-Trilogie“ kehrt Ulrich Seidl zur dokumentarischen Form zurück. Er bezeichnet sich selbst als Voyeur, Zyniker, Sozialpornograf und Menschenverächter. Mit den für ihn typischen Tableaus tritt „Im Keller“ den Beweis dafür an: Für Seidl sind die Keller seiner Landsleute metaphorische Orte abgründiger Regungen und Triebe. Eine beklemmende Nachtfahrt mit Sex, Gewalt, Unterwerfung und Dominanz durch das Souterrain österreichischer Seelen.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 29.11.19
      00:40 - 02:05 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 11.12.2019