• 08.02.2019
      21:40 Uhr
      Hula-Girls im Cocktailrausch Der amerikanische Südseetraum | arte Mediathek
       

      Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies ist wohl so alt wie Menschheit selbst. In den Vereinigten Staaten von Amerika machte man sich nach dem Zweiten Weltkrieg daran, diesen Menschheitstraum in die Wirklichkeit umzusetzen. Als Hawaii 1959 der 50. Staat der USA wurde, erfasste das Land eine Exotik-Begeisterung ohnegleichen. Das Nachkriegsamerika projizierte seine Träume und geheimen Wünsche auf die Südsee und ihre Bewohner. Das Hula-Girl und der Tiki-Gott wurden zu Symbolen erotischer Freiheit. Die Popkultur des Tiki-Pop diente allein dem Entertainment - einem Paradies von der Stange.

      Freitag, 08.02.19
      21:40 - 22:35 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies ist wohl so alt wie Menschheit selbst. In den Vereinigten Staaten von Amerika machte man sich nach dem Zweiten Weltkrieg daran, diesen Menschheitstraum in die Wirklichkeit umzusetzen. Als Hawaii 1959 der 50. Staat der USA wurde, erfasste das Land eine Exotik-Begeisterung ohnegleichen. Das Nachkriegsamerika projizierte seine Träume und geheimen Wünsche auf die Südsee und ihre Bewohner. Das Hula-Girl und der Tiki-Gott wurden zu Symbolen erotischer Freiheit. Die Popkultur des Tiki-Pop diente allein dem Entertainment - einem Paradies von der Stange.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Susanne Müller
      Andreas Coerper

      Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies ist wohl so alt wie Menschheit selbst. In den Vereinigten Staaten von Amerika machte man sich nach dem Zweiten Weltkrieg daran, diesen Menschheitstraum in die Wirklichkeit umzusetzen. Als Hawaii 1959 der 50. Staat der USA wurde, erfasste das Land eine Exotik-Begeisterung ohnegleichen. Von Alabama bis Alaska wurden Bars, Restaurants, Themenparks und Hotelanlagen im Südseestil erbaut. Das luftig bekleidete Personal entzückte das prüde Nachkriegsamerika der 50er und 60er mit Baströckchen und neckischem Hüftschwung. Eine der ersten Popkulturen Amerikas war geboren: der Tiki-Pop.

      Wichtiger Motor war auch das Hollywoodkino, das den alten Südseemythos von den willkommenen, westlichen Eroberern und den scheuen, aber willigen Südseemädchen immer neu variierte. Oft waren es auch Filmarchitekten, die für den Bau der überall aus dem Boden schießenden Fantasiearchitekturen im polynesischen Stil verantwortlich zeichneten. Die Grenzen zwischen Kino und Wirklichkeit begannen zu verschwimmen. Hollywoodstars wie Marlon Brando trieben den Exotikkult auf die Spitze: Er heiratete seine Filmpartnerin, die Südseeschönheit Tarita, und kaufte sich eine Insel mitten im Pazifik.

      Im kunterbunten Südseeambiente feierte das verklemmte Amerika rauschende Partys: Man trug Hawaiihemd, lauschte den Klängen der exotischen Sounds von Martin Denny und Arthur Lyman, erfand Südseecocktails und probte zaghaft die sexuelle Befreiung. In der Form des Toast Hawaii erreichte der Südseekult sogar das kühle Wirtschaftswunder-Deutschland. Als Elvis Presley mit seinem Song "Blue Hawaii" auf die Tiki-Welle aufsprang, begann schon langsam die Tiki-Götterdämmerung.

      Tiki-Pop war ein erschwingliches Gesamtkunstwerk für jedermann. All die Kugelfische, Grasmatten, Bambusstangen, Cocktailbecher und exotischen Klänge dienten dem Entertainment - einem Paradies von der Stange.

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