• 10.01.2011
      00:55 Uhr
      Hamburger Lektionen Fernsehfilm Deutschland 2006 | arte
       

      Romuald Karmakar rekonstruiert mit vollständigem Wortlaut zwei Lektionen des islamistischen "Hasspredigers" Imam Fazazi, die dieser im Januar 2000 in der Hamburger Al-Quds-Moschee hielt. Die Lektionen werden von Manfred Zapatka vorgetragen.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 10.01.11
      00:55 - 03:10 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      Stereo

      Romuald Karmakar rekonstruiert mit vollständigem Wortlaut zwei Lektionen des islamistischen "Hasspredigers" Imam Fazazi, die dieser im Januar 2000 in der Hamburger Al-Quds-Moschee hielt. Die Lektionen werden von Manfred Zapatka vorgetragen.

       

      Ende der 90er Jahre wurde Mohammed Fazazi Imam der Al-Quds-Moschee in Hamburg. Im Januar 2000, in den letzten Tagen des Fastenmonats Ramadan, hielt Fazazi im Gebetsraum der Moschee mehrere "Lektionen" bei denen die Anwesenden Fragen zu verschiedenen Aspekten des Lebens stellen konnten. Diese Sitzungen wurden von einer unbekannten Person auf Video aufgenommen und in der Buchhandlung der Moschee, aber auch in Buchhandlungen außerhalb vertrieben.
      Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington wurde bekannt, dass drei der vier Selbstmordpiloten, aber auch andere Personen, die der sogenannten Hamburger Gruppe zugerechnet werden, regelmäßig die Al-Quds-Moschee besucht haben und in engem Kontakt zu Fazazi standen.
      Auf der Grundlage des Videos rekonstruieren die "Hamburger Lektionen" den vollständigen Wortlaut zweier Sitzungen vom Januar 2000 und geben damit die Möglichkeit, die Binnenlogik eines Denkers und Predigers kennenzulernen, der die salafistische Variante des Islam lehrt. Ihr zufolge haben allein der Prophet und seine Gefährten sowie die drei folgenden Generationen der Muslime gläubig und rein genug gelebt.
      Im Juni 2003 wurde Fazazi von einem marokkanischen Gericht zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er wurde in Verbindung mit den Anschlägen in Madrid und Casablanca gebracht. Fazazi weist alle Vorwürfe von sich. In Deutschland ist gegen ihn nie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

      "Das ist der ganze Film - zwei, drei Bilder und der lange Text. Keine Musik. Nichts wird nachgestellt, niemals getan, als ob. Was einmal Propaganda war, wird in Karmakars abstraktem Setting zum Dokument aus einem hermetischen Universum mitten in Deutschland, das in dieser Kargheit in vollkommener, brutaler Klarheit vor uns steht: die Lektionen eines Hasspredigers" (FAZ, 19.09.07).
      "Im Grunde macht Karmakar das, was er immer gemacht hat - beobachten, sehr genau hinhören, ein Kammerspiel des leisen Grauens inszenieren, das das Innerste nach außen kehrt, eine Psyche aus den Eigenen Worten entstehen lässt" (SZ, 20.09.07).
      "Karmakar macht das Denken der Islamisten sichtbar durch äußerste Bildaskese" (Die Welt, 19.09.07).
      "Karmakars Film bringt etwas zur Kenntnis - und er erwartet, dass diese Sache erst einmal zur Kenntnis genommen und nicht sofort einsortiert wird ins Repertoire des gängigen Halbwissens" (FAS).
      Romuald Karmakar wurde 1965 in Wiesbaden geboren. Nach mehreren Kurz- und Dokumentarfilmen drehte er 1995 seinen ersten Spielfilm "Der Totmacher" (1995), der mit drei Deutschen Filmpreisen in Gold und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Der Hauptdarsteller Götz George erhielt in Venedig den Preis für den besten Darsteller. Es folgten unter anderen "Das Frankfurter Kreuz" (1998), "Manila" (2000, Silberner Leopard, Bayerischer Filmpreis), "Das Himmler Projekt" (2000, Adolf-Grimme-Preis Spezial, 3sat-Dokumentarfilmpreis), "196 bpm" (2003), "Die Nacht singt ihre Lieder" (2004), "Between the Devil and the Wide Blue Sea" (2005, ARTE Dokumentarfilmpreis) sowie "Hamburger Lektionen", der mit dem 3sat-Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde. 2009 war Karmakar einer der Regisseure von "Deutschland 09" und "24 Stunden Berlin". Dieses Projekt inspirierte ihn für seinen letzten Film "Villalobos", eine Dokumentation über den chilenischen DJ Ricardo Villalobos, die 2009 bei den Filmfestspielen von Venedig präsentiert wurde.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 10.01.11
      00:55 - 03:10 Uhr (135 Min.)
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