• 26.12.2019
      15:40 Uhr
      Grock - Eine Clownlegende Dokumentation Frankreich / Schweiz 2018 | arte
       

      Riesige Schlappschuhe, karierte Schlabberhose und eine winzige Geige waren seine Markenzeichen ebenso wie sein in allen Tonarten hervorgebrachtes „Waruuuuuum?“, gefolgt von einem „Nit möööööglich!“. Grock, mit bürgerlichen Namen Adrien Wettach (1880-1959), war ein Schweizer Clown, der alle Register des Slapsticks mit Bravour beherrschte. Während des Zweiten Weltkriegs trat er 1942 auf Wunsch von Goebbels auch vor Nazi-Größen und Soldaten auf, was ihm harsche Kritik nicht nur aus der Schweiz und Frankreich einbrachte. Was hat den Schweizer Adrien Wettach ein Leben lang angetrieben?

      Donnerstag, 26.12.19
      15:40 - 16:35 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Riesige Schlappschuhe, karierte Schlabberhose und eine winzige Geige waren seine Markenzeichen ebenso wie sein in allen Tonarten hervorgebrachtes „Waruuuuuum?“, gefolgt von einem „Nit möööööglich!“. Grock, mit bürgerlichen Namen Adrien Wettach (1880-1959), war ein Schweizer Clown, der alle Register des Slapsticks mit Bravour beherrschte. Während des Zweiten Weltkriegs trat er 1942 auf Wunsch von Goebbels auch vor Nazi-Größen und Soldaten auf, was ihm harsche Kritik nicht nur aus der Schweiz und Frankreich einbrachte. Was hat den Schweizer Adrien Wettach ein Leben lang angetrieben?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Alix Maurin
      Fabiana D'Amato

      Riesige Schlappschuhe, karierte Schlabberhose und eine winzige Geige - Adrien Wettach machte aus seiner Clownsfigur Grock ein Produkt und war quasi sein eigener Unternehmer. Fast 40 Jahre lang hatte er weltweit beim Publikum Erfolg. Mit seinen Auftritten als dummer August machte er an der Seite von Little Walter in den Music-Halls zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris von sich reden. Adrien Wettach war nicht nur ein begnadeter Komiker, sondern komponierte auch die Musik zu seinen Nummern; die Noten wurden verkauft und sein Publikum spielte die Stücke auf dem Klavier oder Akkordeon nach - eine geschickte Werbemaßnahme. Bald schon konnte er ein hohes Gehalt für seine Auftritte verlangen.
      Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs lebte er ab 1915 neun Jahre in England, wo er im Londoner Coliseum Theatre Triumphe feierte. Von hier aus eroberte er New York. Paris, Berlin, New York - in den wilden 20ern liebte das amüsierfreudige Publikum der Kabaretts und Varietés Grocks komische Nummern, die er in den unterschiedlichen Landessprachen beherrschte. Um auf der Höhe seines Ruhms zu bleiben, produzierte er Ende der 20er Jahre seinen ersten eigenen Film „Grock - La vie d’un grand artiste“. Mit romantisierendem Blick schaut dieser auch auf den Privatmenschen hinter der Clownsmaske. Mitte der 20er Jahre zog es ihn mit seiner Frau Ines Ospiri nach Italien, wo er an der Riviera die prunkvolle „Villa Bianca“ erbauen ließ.
      Während des Zweiten Weltkriegs arrangierte sich Grock mit dem Nazi-Regime, indem er in Berlin vor Hitler und bei Wohltätigkeitsgalas der Nazis spielte; an der italienischen Riviera gab er den Clown für verletzte deutsche Soldaten. Auf eine ausdrückliche Einladung von Goebbels hin kehrte er 1942 von Italien nach Berlin zurück, um abermals in Nazi-Deutschland zu spielen, was ihm harsche Kritik einbrachte - in der Schweiz und in Frankreich kam es in der Presse zu einer heftigen Polemik gegen ihn. Doch das Nachkriegspublikum verzieh ihm schnell. 1951 gründete Grock 71-jährig sein erfolgreiches Zirkusunternehmen - für das er eigens eine Drehmanege entwarf. Bis zu seinem Lebensende verkörperte er Grock - der bis heute neben Charlie Chaplin als die Clownsfigur schlechthin gilt.

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      Donnerstag, 26.12.19
      15:40 - 16:35 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.12.2019