• 04.05.2020
      23:40 Uhr
      Glaub nicht die Erde sei tot Dokumentarfilm Frankreich 2018 | arte
       

      Auf Martinique ist etwa ein Viertel der Böden mit Pestiziden belastet. Die organische Chlorverbindung Chlordecon kam jahrzehntelang zum Einsatz, um das wichtigste Exportgut der Insel zu schützen: die Banane. "Glaub nicht, die Erde sei tot" befasst sich mit den Folgen dieser Verseuchung und beleuchtet das Schicksal von Frauen und Männern, deren Kampf für die Umwelt eng mit der Kolonialgeschichte verflochten ist. Der Dokumentarfilm setzt der zerstörerischen Logik der Agrarindustrie die natürliche Heilkraft der Pflanzenwelt entgegen - eine poetische Betrachtung mit Protagonisten, die das Wissen und die Weisheit der Pflanzen in ...

      Montag, 04.05.20
      23:40 - 00:55 Uhr (75 Min.)
      75 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Auf Martinique ist etwa ein Viertel der Böden mit Pestiziden belastet. Die organische Chlorverbindung Chlordecon kam jahrzehntelang zum Einsatz, um das wichtigste Exportgut der Insel zu schützen: die Banane. "Glaub nicht, die Erde sei tot" befasst sich mit den Folgen dieser Verseuchung und beleuchtet das Schicksal von Frauen und Männern, deren Kampf für die Umwelt eng mit der Kolonialgeschichte verflochten ist. Der Dokumentarfilm setzt der zerstörerischen Logik der Agrarindustrie die natürliche Heilkraft der Pflanzenwelt entgegen - eine poetische Betrachtung mit Protagonisten, die das Wissen und die Weisheit der Pflanzen in ...

       

      Stab und Besetzung

      Regie Florence Lazar

      "Glaub nicht die Erde sei tot" fußt auf einem Fotoprojekt, das von 2010 bis 2016 an einer Pariser Mittelschule durchgeführt wurde und vom Gedankengut des aus Martinique stammenden Schriftstellers und Politikers Aimé Césaire inspiriert ist. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten Dokumente aus dem Archiv, die die Debatte um die Entkolonialisierung im 20. Jahrhundert thematisieren.
      Das Archivmaterial zeigt: Schon damals richtete sich der Kampf gegen den Kolonialismus auch gegen die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Die Dokumentation beleuchtet die ökologische und politische Realität Martiniques und begleitet Landwirtinnen und Landwirte, einen Ethnopharmakologen und eine Kräuterkundlerin, die mit traditioneller Pflanzenmedizin arbeitet. Ganze Gebiete sind weiträumig mit dem Pflanzenschutzmittel Chlordecon verseucht. Über 20 Jahre lang wurde das unter Krebsverdacht stehende Pestizid von Nachkommen der ersten sklavenhaltenden Siedler eingesetzt, um die zur Ausfuhr bestimmten Bananen zu schützen. Die Folgen belasten bis heute die Bevölkerung.
      Der Umweltingenieur Malcom Ferdinand untersucht diesen Zusammenhang von Kolonialismus und Ökologie: In seinem Essay "Une écologie décoloniale" beschreibt er, inwieweit die Gesellschaft dem Menschen eine toxische Lebensweise auferlegt. Die Protagonisten des Dokumentarfilms erforschen alternative Anbaumethoden, um der Umweltzerstörung überlieferte Praktiken und anzestrales Wissen entgegenzusetzen.

      "Glaub nicht die Erde sei tot" hatte internationale Premiere auf der IDFA 2019 und wurde außerdem für das Festival Cinéma du Réel in Paris selektiert.

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      Montag, 04.05.20
      23:40 - 00:55 Uhr (75 Min.)
      75 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 03.04.2020