• 13.11.2021
      10:25 Uhr
      Geschichte schreiben Autochrom-Fotografie, Leben in Farbe | arte
       

      Mit den Gebrüdern Lumière assoziieren wir vor allem bewegte Bilder und den Kinematographen. Weniger bekannt ist, dass sie dem Foto durch das Autochromverfahren Farbe verliehen. Als die Brüder Louis und Auguste das Autochromverfahren im 1903 zum Patent anmelden, sind sie bereits erfahrene Produzenten und Erfinder. Doch weniger als 30 Jahre später kam das Verfahren aus der Mode ...

      Samstag, 13.11.21
      10:25 - 10:50 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      Stereo

      Mit den Gebrüdern Lumière assoziieren wir vor allem bewegte Bilder und den Kinematographen. Weniger bekannt ist, dass sie dem Foto durch das Autochromverfahren Farbe verliehen. Als die Brüder Louis und Auguste das Autochromverfahren im 1903 zum Patent anmelden, sind sie bereits erfahrene Produzenten und Erfinder. Doch weniger als 30 Jahre später kam das Verfahren aus der Mode ...

       

      Stab und Besetzung

      Regie Tamara Erde

      Mit den Gebrüdern Lumière assoziieren wir vor allem bewegte Bilder und den Kinematographen. Weniger bekannt ist, dass sie dem Foto durch das Autochromverfahren Farbe verliehen haben. Als die Brüder Louis und Auguste Lumière das Autochromverfahren im Dezember 1903 zum Patent anmelden, sind sie bereits erfahrene Produzenten und Erfinder. Nach dem Erfolg des Kinematographen, den sie seit 1895 kommerziell vertreiben, laufen ihre Fabriken in Monplaisir, einem Vorort Lyons, auf Hochtouren - wie ihr erster Film: „Arbeiter verlassen die Lumière-Werke“ zeigt.

      Die Brüder lassen Pressen, Bottiche und andere Gerätschaften installieren, damit sie massenweise Autochrom-Fotografien fertigen können. Denn sie haben herausgefunden: Eine Schicht aus winzigen rot, grün und blau eingefärbten Körnchen Kartoffelstärke - aufgetragen auf eine Glasplatte und bestrichen mit einer Bromsilber-Emulsion - ergibt eine Farbfotografie.

      Schließlich errichten sie ihre eigene Stärkefabrik, um die Produktion selbst in der Hand zu haben. Es entsteht ein ganzes Netzwerk an Zulieferern: Kartoffelbauern, Glasherstellern, Färbern und Lieferanten chemischer Substanzen. Und alle eint das gleiche Ziel: ein neuartiges kommerzielles Produkt herzustellen.

      Doch weniger als 30 Jahre später kam das Verfahren aus der Mode und Schwarz-Weiß etablierte sich erneut als fotografisches Ausdrucksmittel. Der Historiker Adrien Genoudet, dessen Forschungsschwerpunkt Bilder und Bildverbreitung sind, zeichnet nach, welche technischen Entwicklungen dafür sorgten, dass das Autochromverfahren erfunden wurde, und erklärt, warum es bald verschwand.

      „Geschichte schreiben“ ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen?

      Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Dabei kann alles geschichtsträchtig sein: seriengefertigte Objekte, Einzelstücke, Kultgegenstände, Werkstoffe oder Schriftdokumente. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. In einer regelmäßigen Kolumne schlägt die französische YouTuberin Manon Bril die Brücke zwischen Geschichte und Digitalzeitalter.

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