• 29.07.2020
      22:50 Uhr
      Freiwillig in der Hölle von Rakka Dokumentation Frankreich 2019 | arte Tipp
       

      Bis heute ist wenig bekannt, dass 2017 auch internationale Kämpfer Seite an Seite mit den kurdischen Kampfbrigaden im syrischen Rakka gegen den Islamischen Staat gekämpft haben. Dabei handelt es sich um Freiwillige aus aller Welt, viele ohne militärische Erfahrungen. Die Dokumentation fragt nach ihren Motivationen und trifft sie in ihren Heimatländern und direkt im Kampfgeschehen um Rakka.

      Mittwoch, 29.07.20
      22:50 - 23:50 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Bis heute ist wenig bekannt, dass 2017 auch internationale Kämpfer Seite an Seite mit den kurdischen Kampfbrigaden im syrischen Rakka gegen den Islamischen Staat gekämpft haben. Dabei handelt es sich um Freiwillige aus aller Welt, viele ohne militärische Erfahrungen. Die Dokumentation fragt nach ihren Motivationen und trifft sie in ihren Heimatländern und direkt im Kampfgeschehen um Rakka.

       

      Sie sind Studenten, Arbeiter, Amerikaner, Europäer, jung und politisch meist links orientiert. Häufig ohne jegliche Militärerfahrung nehmen sie freiwillig den bewaffneten Kampf gegen den gefährlichsten aller Gegner auf, die Terrormiliz IS. Idealisten aus dem Ausland, die auf jeglichen Sold verzichten. Geistige Nachfahren der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. Jeder Einzelne von ihnen tauschte ein bequemes Leben in der westlichen Welt gegen einen der mörderischsten Orte der Welt ein, um an der Seite der Kurden sein Leben aufs Spiel zu setzen. Wer sind diese jungen Menschen? Welche Träume und Ängste treiben sie an?
      Diese Geschichte wurde bisher nur selten erzählt und dokumentiert, da Medien in diesen Kreisen misstraut wird. Paul Moreira und Pedro Brito Da Fonseca konnten das Vertrauen der Kämpfer gewinnen und waren vom Beginn der Schlacht um Rakka bis zum Fall der "Hauptstadt" des IS dabei. Von Juli bis Oktober 2017 teilten sie den Alltag der "Brigade Marcello" unter dem Kommando eines Italo-Marokkaners.
      Wie Embedded Journalists befanden sich die Autoren stets mitten im Geschehen. Der Dokumentarfilm zeigt die jungen Menschen im Kampf ebenso wie bei ihren oft hitzigen Gesprächen. Jede Nacht dringen sie in fremdes Gebiet ein, drängen die Frontlinie um 200 oder 300 Meter zurück, Minenfeldern und Selbstmordattentaten zum Trotz. Obwohl diese jungen Revolutionäre beim Sieg über ISIS eine maßgebliche Rolle spielten, kommen sie in den Berichten über die Ereignisse nicht vor.
      Zurück zu Hause in den USA oder Europa versuchen sie, sich in eine Gesellschaft einzufinden, die ihnen fremd geworden ist. Ihre Erfahrung hat sie für immer verändert; es fällt ihnen schwer, ihrem Leben einen Sinn abzugewinnen. Soldaten, die an der Front waren, leiden häufig unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Diese Kämpfer leiden aber auch unter einem anderen, ganz unerwarteten Syndrom: Nostalgie.

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      Mittwoch, 29.07.20
      22:50 - 23:50 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.07.2020