• 05.06.2012
      20:15 Uhr
      Endstation Fortschritt? Dokumentarfilm Kanada 2011 -Thema: Den Fortschritt überleben | arte
       

      Welcher Zusammenhang besteht zwischen der internationalen Finanzkrise, den zunehmenden Ungleichheiten zwischen Arm und Reich, den Zukunftstechnologien, der nachhaltigen Entwicklung und dem künftigen Schicksal der Menschheit? Der unter anderem von Martin Scorsese produzierte Dokumentarfilm fragt, wie der Begriff "Fortschritt" im Lichte der menschlichen Natur und historischer Beispiele neu definiert werden kann.

      Dienstag, 05.06.12
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Welcher Zusammenhang besteht zwischen der internationalen Finanzkrise, den zunehmenden Ungleichheiten zwischen Arm und Reich, den Zukunftstechnologien, der nachhaltigen Entwicklung und dem künftigen Schicksal der Menschheit? Der unter anderem von Martin Scorsese produzierte Dokumentarfilm fragt, wie der Begriff "Fortschritt" im Lichte der menschlichen Natur und historischer Beispiele neu definiert werden kann.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Harold Crooks, Mathieu Roy
      Sonstige Mitwirkung Martin Scorsese

      Bedeutet Fortschritt zwangsläufig Verbesserung? Kann der menschliche Verstand die schnellen technologischen Veränderungen der letzten Jahrhunderte überhaupt erfassen? Ist weiteres kontinuierliches Wachstum anzustreben? Oder lauten die Schlagworte für die nächsten Jahrzehnte nicht eher sparen, reduzieren, den Konsum einschränken? Dazu äußern sich in dem Dokumentarfilm von Mathieu Roy und Harold Crooks Wissenschaftler, Philosophen, politische Aktivisten, ehemalige Finanzmanager und international anerkannte Forscher.

      Die Autoren berufen sich auf den Bestseller des kanadischen Wissenschaftspublizisten Ronald Wright "Eine kurze Geschichte des Fortschritts". Wrights zentrale These lautet, die Zivilisationen seien eine nach der anderen in die "Fallen des Fortschritts" getappt und dabei vernichtet worden. Unter "Fallen" versteht er den unwiderstehlichen Sog neuer Technologien, die zwar unmittelbare Bedürfnisse befriedigen, aber längerfristig die Zukunft belasten. Mit Blick auf die Erschöpfung der Naturvorkommen, auf Überbevölkerung, Versteppung sowie ökologische und ökonomische Katastrophen stimmen manche Philosophen in Wrights Alarmruf ein, andere vertrauen darauf, dass der Fortschritt die Menschheit nicht nur bedroht, sondern auch eine gegenteilige Rolle als wichtiger Überlebensfaktor spielt. Der Kosmologe Stephen Hawking zieht die Besiedlung anderer Planeten in Erwägung. Der Biologe Craig Venter, dessen Team das menschliche Erbgut entschlüsselt hat, entwirft synthetische Organismen, die - so hofft er - Nahrung und Kraftstoff für alle produzieren können.

      Dem hält der Professor für Umweltwissenschaften Vaclav Smil entgegen, dass fünf Milliarden arme Menschen auf der Erde davon träumen, Zugang zum Wohlstand zu bekommen. Sein Fazit: Wenn wir dem Ressourcen- und Energiekonsum der Industrieländer keine Grenzen setzen, steuern wir auf eine Katastrophe zu. Die Primatologin Jane Goodall, die Schriftstellerin Margaret Atwood und Aktivisten aus dem Kongo, aus Kanada und den USA dagegen hoffen auf den menschlichen Erfindungsreichtum und die Entwicklung eines ethischen Bewusstseins.

      Mit wunderbaren Bildern und einem sehr gelungenen Soundtrack zeichnen die Filmemacher Mathieu Roy und Harold Crooks die Entwicklung des Homo sapiens vom Höhlenmenschen bis zum Eroberer des Weltraums nach und fragen, ob die Evolution, die den Affen intelligenter machte, die Menschen in eine Sackgasse geführt hat.

      Seit Herbst 2011 wurde der Dokumentarfilm, dessen Aufnahmen in Kanada, Brasilien, den USA und im Nahen Osten entstanden, bereits auf zahlreichen Festivals vorgeführt, unter anderem auf dem Toronto International Film Festival, dem Vancouver International Film Festival und dem Festival du nouveau cinéma Montreal. Beim Internationalen Dokumentarfilm-Festival in Amsterdam erhielt er eine Nominierung für den "Best Green Screen Documentary".

      • Themenabend: Den Fortschritt überleben

      Bringt der vielbeschworene Fortschritt die Menschheit voran? Oder befindet befindet die Menschheit sich heute eher in einer "Fortschrittsfalle", die das Leben auf der Erde eines Tages unmöglich machen wird? Wäre ein radikales Umdenken in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nicht dringend erforderlich? Der Themenabend stellt eine provokante These vor, die auf dem Bestseller "Eine kurze Geschichte des Fortschritts" von Ronald Wright basiert.

      Bedeutet Fortschritt zwangläufig Verbesserung? Und ist weiteres kontinuierliches Wachstum überhaupt erstrebenswert? Oder deuten Überbevölkerung, zunehmende Natur- und Umweltkatastrophen, schwindende Ressourcen, Hungersnöte trotz Überproduktion von Lebensmitteln nicht eher darauf hin, dass die Menschheit in eine "Fortschrittsfalle" getappt ist und permanentes wirtschaftliches Wachstum den Menschen die Lebensgrundlage entzieht?

      Der ARTE-Themenabend analysiert in dem unter anderem von Regisseur Martin Scorsese mitproduzierten Dokumentarfilm "Endstation Fortschritt?" (Surviving Progress) die These des Historikers und Wissenschaftspublizisten Ronald Wright, dass ständiger Fortschritt letztlich in eine Katastrophe münden wird. So vollzieht Wright in seinem Bestseller "Eine kurze Geschichte des Fortschritts" den Niedergang verschiedener historischer Zivilisationen nach, unter anderem die Zivilisation der Maya und der Römer. Wright meint, die Menschheit solle aus der Vergangenheit lernen. "Der große Vorteil, den wir haben, unsere beste Chance, das ist unser Wissen um die vergangenen Gesellschaften. Wir können sehen, wie und warum sie gescheitert sind. Homo sapiens hat die Informationen, sich selbst als das zu erkennen, was er ist: ein eiszeitlicher Jäger, stehengeblieben auf halbem Weg zur Intelligenz, gescheit, aber nur selten weise", so Ronald Wright.

      In ihrem Dokumentarfilm lassen Filmemacher Mathieu Roy und Harold Crooks die Entwicklung des Menschen vom Höhlenbewohner bis zum Eroberer des Weltraums Revue passieren - mit allen Rückschlägen. Zum Thema äußern sich internationale Experten wie der Kosmologe Stephen Hawking, der Biologe Craig Venter, der Umweltwissenschaftler Vaclav Smil und die Schriftstellerin Margaret Atwood, die alle ganz unterschiedliche Auswege aus der sogenannten Fortschrittsfalle aufzeigen.

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      Dienstag, 05.06.12
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

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