• 13.02.2010
      02:30 Uhr
      Eine von vielen Wir sind Indianer - Dokumentation Deutschland 2001 | arte
       

      Von 1879 bis 1970 wurden Kinder indianischer Familien auf Anordnung der kanadischen Regierung in Heime gesteckt oder zur Zwangsadoption freigegeben, um sie zu "zivilisieren". Der Dokumentarfilm begleitet Sally Tisiga, eine junge indianische Frau.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 13.02.10
      02:30 - 04:05 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      VPS 01:35
      Stereo

      Von 1879 bis 1970 wurden Kinder indianischer Familien auf Anordnung der kanadischen Regierung in Heime gesteckt oder zur Zwangsadoption freigegeben, um sie zu "zivilisieren". Der Dokumentarfilm begleitet Sally Tisiga, eine junge indianische Frau.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jo Béranger
      Doris Buttignol

      Fast 100 Jahre lang - von 1879 bis 1970 - wurden Kinder indianischer Familien auf Anordnung der kanadischen Regierung zur Adoption freigegeben oder in Internate gesteckt und dort erzogen. Kanada folgte damit dem Beispiel der Vereinigten Staaten. Eine "beschleunigte Zivilisation" sollte stattfinden. Ziel war es, Einfluss auf das Leben in den Reservaten ausüben zu können. Mit missionarischem Eifer suchten Lehrbeauftragte und Vertreter der Kirchen Umerziehungsmaßnahmen durchzusetzen.
      Die Kinder wurden so früh wie möglich von ihren Eltern getrennt, um die besten Erfolge zu erzielen. Den Eltern wurde mit Gefängnisstrafen gedroht, wenn sie sich den Anordnungen widersetzten. Geprägt von christlichen Moralvorstellungen fand eine gründlich durchdachte Umschulung statt. Nur seltene und kurze Treffen mit ihren Familien waren erlaubt, so dass es bald keine Verständigungsbasis zwischen den Kindern und ihren Eltern mehr gab.
      In den Adoptivfamilien und besonders in den Heimen wurden die Kinder und Jugendlichen misshandelt und oft sexuell missbraucht. Sie waren Menschen zweiter Klasse, heimat- und wurzellos, sie wussten nicht, wohin sie gehörten und wer sie waren. In den 60er Jahren wurden die Schulen endlich geschlossen, da diese Institutionen zunehmend in die öffentliche Kritik gerieten. Einige Richter sprachen von einem "kulturellen Völkermord". So kam es, dass Hunderte von jugendlichen Indianern plötzlich auf der Straße standen, niemand fühlte sich verantwortlich für ihre Zukunft.
      Der Dokumentarfilm begleitet Sally Tisiga, eine junge indianische Frau und Mutter aus dem Reservat von Lower Post in Yukon. Sie war vier Jahre alt, als sie auf polizeilichen Befehl von ihrer Mutter getrennt und aus dem Reservat abtransportiert wurde, gemeinsam mit vielen anderen Kindern. 1992 begann sie nachzuforschen und ihre Familie zu suchen - eine lange und schmerzliche Reise, die von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft geht. Sie hat eine Initiative gegründet, ein Informationsnetzwerk, das sie mit dem Campingwagen in viele abgelegene Gebiete führt.
      Sallys Reise zeigt auf allen ihren Abschnitten und Stationen auf, wie sehr der Verlust der eigenen Kultur, der eigenen Identität, tiefes Leid über ihr Volk gebracht hat. Aber auch, wie Hoffnung, das Heilen der seelischen Wunden notwendig ist, besonders für die künftigen Generationen.

      Jo Béranger, geboren 1960, und Doris Buttignol, geboren 1962, haben nach dem Studium an der Université Paris 8 an allen Filmprojekten zusammengearbeitet. Zu ihrer gemeinsamen Filmographie zählen Werke wie "Zapata's Girls" (1996), "Running for Election" (1997), "Rififi on Seattle" (1999), "Green Présence" (2000),"I Want to Tell You" (2001).

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 13.02.10
      02:30 - 04:05 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      VPS 01:35
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