• 11.02.2019
      13:50 Uhr
      Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben Spielfilm Großbritannien 1963 (Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb) | arte
       

      Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges initiiert ein geistesgestörter US-General den Atomangriff gegen die UdSSR. Während der amerikanische Präsident Muffley verzweifelt versucht, die Katastrophe in letzter Minute abzuwenden, träumt der obskure Wissenschaftler Dr. Seltsam von der Erschaffung einer Herrenrasse, die den Atomkrieg überleben könnte.
      Kubricks siebter Spielfilm ist eine hintersinnige Persiflage auf den Männlichkeitswahn des Militärs. Er kontrastiert die ausgesuchte diplomatische Höflichkeit der Politiker scharf mit der totalen Vernichtung angesichts des Krieges und dem kalten Kontrollwahn der westlichen Technokratie.

      Montag, 11.02.19
      13:50 - 15:25 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo HD-TV

      Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges initiiert ein geistesgestörter US-General den Atomangriff gegen die UdSSR. Während der amerikanische Präsident Muffley verzweifelt versucht, die Katastrophe in letzter Minute abzuwenden, träumt der obskure Wissenschaftler Dr. Seltsam von der Erschaffung einer Herrenrasse, die den Atomkrieg überleben könnte.
      Kubricks siebter Spielfilm ist eine hintersinnige Persiflage auf den Männlichkeitswahn des Militärs. Er kontrastiert die ausgesuchte diplomatische Höflichkeit der Politiker scharf mit der totalen Vernichtung angesichts des Krieges und dem kalten Kontrollwahn der westlichen Technokratie.

       

      Im Jahr 1963, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, befiehlt der paranoide Brigadegeneral Jack D. Ripper seinem Fluggeschwader den Angriff auf die Sowjetunion. Damit der Befehl nicht widerrufen werden kann, lässt er seinen Stützpunkt abriegeln und die Bomberpiloten auf eine codierte Kommunikationsfrequenz wechseln. Im Pentagon diskutiert ein Krisenstab die Konsequenzen dieses nuklearen Ernstfalles: Für General “Buck” Turgidson steht fest, dass die Piloten ohnehin nicht mehr rechtzeitig aufgehalten werden können, und so könne man gleich das gesamte amerikanische Atomwaffenarsenal hinterherschicken, um „mit den Russen ein für alle Mal Schluss zu machen”.

      US-Präsident Merkin Muffley zieht es allerdings vor, mit dem russischen Botschafter Alexi de Sadesky zu verhandeln. Während sie gemeinsam versuchen, den Generalsekretär der KPdSU ans Telefon zu bekommen, bereitet man sich in den Cockpits der B-52-Bomber mit texanischem Patriotismus auf den Abwurf der Nuklearwaffen vor.

      Als man endlich den angetrunkenen Sowjet-Premier ans Telefon bekommt, erklärt dieser, dass kurz zuvor eine Weltvernichtungsmaschine installiert worden sei, die auf einen nuklearen Angriff mit einem automatischen Gegenschlag zur Vernichtung der ganzen Welt reagiert. Während dieser automatisierte nukleare Gegenschlag anrollt, tritt der deutsche Wissenschaftler Dr. Seltsam im Pentagon auf den Plan und unterbreitet den Politikern und Militärs seine Überlegungen für das Überleben einer handverlesenen Schar von Herrenmenschen. Draußen leuchtet derweil ein Atompilz nach dem anderen auf dem Globus auf …

      Politische Satiren sind in der Regel genauso kurzlebig wie die Politik, die sie persiflieren. Doch Stanley Kurbricks vor 55 Jahren entstandenes Meisterwerk wirkt mit seiner bitteren Komik noch heute erschreckend zeitgemäß. Und das, obwohl der Kalte Krieg und mit ihm die Doktrin der nuklearen Abschreckung seit bald schon drei Jahrzehnten Geschichte sind. Die zeitlose Intelligenz des Films basiert darauf, bestimmte archetypische Grundlagen politischen Denkens zur Zielscheibe seines beißenden Spotts zu machen. So grotesk überzeichnet und absurd einzelne Details des Filmes auch sein mögen, so präzise und realistisch ist zugleich die Beschreibung der militärischen Eskalationslogik.

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