• 20.07.2020
      20:15 Uhr
      Die Mörder sind unter uns Spielfilm Deutschland 1946 | arte Tipp
       

      Mit neuem Lebenswillen kehrt Susanne Wallner 1945 aus dem KZ in die Ruinen Berlins zurück. Doch ihre Wohnung ist besetzt. Hier lebt seit kurzem der aus dem Krieg heimgekehrte Chirurg Dr. Mertens, der seine furchtbaren Erinnerungen mit Alkohol zu verdrängen sucht. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten arrangieren sich beide und mit Susannes Hilfe findet Dr. Mertens langsam zu sich selbst.

      Montag, 20.07.20
      20:15 - 21:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.

      Mit neuem Lebenswillen kehrt Susanne Wallner 1945 aus dem KZ in die Ruinen Berlins zurück. Doch ihre Wohnung ist besetzt. Hier lebt seit kurzem der aus dem Krieg heimgekehrte Chirurg Dr. Mertens, der seine furchtbaren Erinnerungen mit Alkohol zu verdrängen sucht. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten arrangieren sich beide und mit Susannes Hilfe findet Dr. Mertens langsam zu sich selbst.

       

      Stab und Besetzung

      Susanne Wallner Hildegard Knef
      Dr. Hans Mertens Ernst Wilhelm Borchert
      Ferdinand Brückner Arno Paulsen
      Frau Brückner Erna Sellmer
      Gustav Mondschein Robert Forsch
      Mutter des kranken Kindes Elly Burgmer
      Regie Wolfgang Staudte
      Musik Ernst Roters
      Kamera Friedl Behn-Grund
      Eugen Klagemann
      Drehbuch Wolfgang Staudte

      Berlin, 1945: Ein völlig überfüllter Zug trifft in der zerbombten Stadt ein. Unter den Ankommenden ist auch die junge Fotografin Susanne Wallner. Sie hat die Gefangenschaft im Konzentrationslager überlebt und will nun in ihre Wohnung zurückkehren. Dort jedoch lebt seit kurzem der aus dem Krieg heimgekehrte Chirurg Dr. Mertens, der seine schrecklichen Erinnerungen im Alkohol zu ertränken versucht. In den Straßen Berlins unterwegs, begegnet Mertens dem ehemaligen Hauptmann Ferdinand Brückner. Dieser ließ am Weihnachtsabend 1942 36 Männer, 54 Frauen und 31 Kinder einer polnischen Ortschaft erschießen. Ferdinand Brückner lebt inzwischen unbeschwert als beliebter Bürger und erfolgreicher Geschäftsmann, der aus alten Stahlhelmen Kochtöpfe produziert. Die Bilder des Grauens lassen Mertens nicht mehr los, verfolgen ihn. Am Weihnachtsabend 1945 versucht Mertens in einem Akt von Selbstjustiz Brückner zu töten, doch der Mord wird von Susanne im letzten Moment verhindert. Sie kann ihn überzeugen, dass die Vergeltung solcher Schuld keine Privatangelegenheit ist, sondern der Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört.

      Als erster deutscher Nachkriegsfilm überhaupt wurde "Die Mörder sind unter uns" am 15. Oktober 1946 in Berlin im Admiralspalast, in dem zu dieser Zeit die Deutsche Staatsoper untergebracht war, uraufgeführt. Im zerbombten Berlin des Sowjetsektors gab es schlicht kein repräsentatives Kino mehr. Wolfgang Staudte hatte den Film noch in den letzten Kriegswochen entworfen. Für die neu gegründete DEFA (Deutsche Film AG) war es die erste Produktionslizenz, die sie von der Sowjetische Militäradministration erhielt. Das große Thema des Films ist die deutsche Schuld. Staudtes Stil orientiert sich basal am Expressionistischen Kino der Weimarer Republik. Gleichzeitig erweitert er diesen um die kühle Nüchternheit seiner realistischen Filmkunst. Durch schnell geschnittene Montagesequenzen, ungewöhnliche Kameraperspektiven und eben die scharfen Kontraste von Hell und Dunkel, gelingt es Staudte, die durchdringende Atmosphäre einer desorientierten, ja verstörenden Wirklichkeit zu erzeugen, welche die zerbrochenen Existenzen der Kriegsüberlebenden mit äußerster Schärfe reflektiert. Staudte erzählt eine prägnante Geschichte von tiefer Menschlichkeit, die in einen verzweifelten Ruf nach Gerechtigkeit mündet. "Die Mörder sind unter uns" bescherte dem deutschen Nachkriegsfilm mit Hildegard Knef den ersten großen Star und der Filmproduktion innerhalb der sowjetischen Besatzungszone einen Vorsprung vor den westlichen Alliierten.

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      Montag, 20.07.20
      20:15 - 21:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.07.2020