• 17.02.2021
      22:05 Uhr
      Die Erfindung eines Mörders Der Fall Bruno Lüdke | arte
       

      Es war Mario Adorfs erste große Rolle: der Massenmörder Bruno Lüdke in "Nachts, wenn der Teufel kam". Regie führte kein Geringerer als Robert Siodmak. Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass der dargestellte Kriminalfall den historischen Tatsachen entspricht. Doch die Geschichte beruht auf manipulierten Ermittlungen der Kriminalpolizei in Nazideutschland. Heute, ein Dreivierteljahrhundert nach Bruno Lüdkes Tod, ist klar: Der vermeintliche Mörder hat nie einen Menschen getötet; vielmehr wurde er selbst zum Opfer des NS-Terrors.

      Mittwoch, 17.02.21
      22:05 - 23:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Es war Mario Adorfs erste große Rolle: der Massenmörder Bruno Lüdke in "Nachts, wenn der Teufel kam". Regie führte kein Geringerer als Robert Siodmak. Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass der dargestellte Kriminalfall den historischen Tatsachen entspricht. Doch die Geschichte beruht auf manipulierten Ermittlungen der Kriminalpolizei in Nazideutschland. Heute, ein Dreivierteljahrhundert nach Bruno Lüdkes Tod, ist klar: Der vermeintliche Mörder hat nie einen Menschen getötet; vielmehr wurde er selbst zum Opfer des NS-Terrors.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Dominik Wessely
      Jens Becker

      Der Schauspieler Mario Adorf erinnert sich in dieser Dokumentation an seine erste große Hauptrolle. In Robert Siodmaks Kriminalfilm "Nachts, wenn der Teufel kam" spielte er 1957 den vermeintlichen Massenmörder Bruno Lüdke. Dieser Figur liegt ein außergewöhnlicher Fall aus der NS-Zeit zugrunde. Bruno Lüdke wurde seinerzeit beschuldigt, 84 Frauen ermordet zu haben. Lange galt er als der größte deutsche Serienmörder, und seine Geschichte wurde ungeprüft in deutschen Nachkriegsmedien kolportiert. Jahrzehnte später beweisen die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener und die Historiker Axel Dossmann und Jens Dobler, dass Lüdke nicht einen einzigen dieser Morde begangen hat. Bruno Lüdke, geistig eingeschränkt, war nicht Täter, sondern wurde Opfer des rassistischen Weltbildes der NS-Kriminalpolizei. "Hätte ich in den 50er Jahren die wahre Geschichte Brunos gekannt, dann hätte ich diese Figur ganz anders gespielt", so Mario Adorf, der sich in dieser Dokumentation noch einmal auf eine Spurensuche begibt.

      Die Filmemacher Dominik Wessely und Jens Becker erzählen in ihrer Dokumentation einen frühen Fall von Fake-News, die Geschichte hinter der Geschichte vom angeblich schlimmsten Serienmörder der deutschen Kriminalgeschichte.

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      Mittwoch, 17.02.21
      22:05 - 23:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.01.2021