• 19.05.2018
      20:15 Uhr
      Der zweite Prager Fenstersturz Dokumentation Frankreich / Tschechien 2018 | arte
       

      Am 23. Mai 1618 ereignete sich in der Prager Burg ein unerhörter Akt der Gewalt: Als Fanal im Aufstand gegen den herrschenden Kaiser Matthias warfen Vertreter der protestantischen Stände zwei königliche Statthalter aus einem Burgfenster. Der zweite Prager Fenstersturz markierte den Höhepunkt eines lange währenden Religionskonflikts zwischen böhmischen Protestanten und katholischen Habsburgern, der wiederum in den Dreißigjährigen Krieg mündete.

      Samstag, 19.05.18
      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
      85 Min.

      Am 23. Mai 1618 ereignete sich in der Prager Burg ein unerhörter Akt der Gewalt: Als Fanal im Aufstand gegen den herrschenden Kaiser Matthias warfen Vertreter der protestantischen Stände zwei königliche Statthalter aus einem Burgfenster. Der zweite Prager Fenstersturz markierte den Höhepunkt eines lange währenden Religionskonflikts zwischen böhmischen Protestanten und katholischen Habsburgern, der wiederum in den Dreißigjährigen Krieg mündete.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Zdenek Jirasky

      Am 23. Mai 1618 ereignete sich in der Prager Burg ein unerhörter Akt der Gewalt: Als Fanal im Aufstand gegen ihren Landesherrn, Kaiser Matthias, und dessen zum Nachfolger gewählten böhmischen König Ferdinand II. warfen Vertreter der protestantischen Stände die zwei königlichen Statthalter Jaroslav von Martinitz und Wilhelm Slavata sowie den Schreiber Fabricius aus einem Fenster der Burg. Der zweite Prager Fenstersturz markierte den Höhepunkt eines lange währenden Religionskonflikts.

      Im Heiligen Römischen Reich galt der Rechtsgrundsatz "Cuius regio, eius religio" (wessen Gebiet, dessen Religion). Demnach war der Herrscher eines Landes berechtigt, die Religion für seine Bewohner vorzugeben - ein Grundsatz, der von verschiedener Seite unterschiedlich ausgelegt wurde. Wer ist der Herrscher und darf über die Religion entscheiden? Der katholische Kaiser für das gesamte Reich oder jeder Adlige in seinem jeweiligen Herrschaftsgebiet?

      1618 brachte der Aufstand der böhmischen Stände eine Bewegung in Gang, die ganz Europa erfasste. Protestantischen Landesherren unter der Führung mehrerer deutscher Fürsten standen katholische Reichsstände gegenüber, geführt von den habsburgischen Mächten Österreich und Spanien. Die Auseinandersetzung drehte sich nicht allein um konfessionelle, sondern auch um politische Gegensätze.

      Während die Aufständischen für eine Dezentralisierung der Macht kämpften, strebten die katholischen Herrschenden eine absolute Monarchie an. Aus den regionalen Auseinandersetzungen entwickelte sich bald ein zerstörerischer Krieg. Im November 1620 unterlagen die böhmischen Stände den kaiserlichen Truppen in der Schlacht am Weißen Berg. In den darauffolgenden Jahren breitete sich der Krieg in Europa immer weiter aus. Über Dänemark, Deutschland und die Niederlande, die für ihre Unabhängigkeit von Spanien kämpften, bis hin zu Schweden und zuletzt Frankreich traten sämtliche europäische Großmächte nach und nach in den Krieg ein.

      Der zweite Prager Fenstersturz führte zum offenen Ausbruch eines der verheerendsten Konflikte der Geschichte. Der Dreißigjährige Krieg - der in den Niederlanden ein 80-jähriger Krieg war - hatte eine Neuordnung Europas zur Folge und sollte die Geschichte nachhaltig prägen.

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