• 14.11.2021
      16:10 Uhr
      Der weiße Blick - Expressionismus und Kolonialismus Deutschland 2021 | arte
       

      "Der weiße Blick" erzählt die Geschichte des deutschen Expressionismus erstmals im Kontext kolonialer Ausbeutung und rassistischer Menschenkunde. Als Emil Nolde und Max Pechstein um 1910 zum damaligen Deutsch-Neuguinea und zu den Palau-Inseln reisten, war ihr "Südsee-Paradies" bereits durch die europäischen Kolonialherren zerstört. Sie wollten die Malerei in Deutschland revolutionieren und sich dazu an der Ursprünglichkeit der indigenen Kunst schulen. Sie blendeten den Untergang der fremden Welt aus und malten in der Südsee so, wie sie es als "weißen Blick" mitgebracht hatten.

      Sonntag, 14.11.21
      16:10 - 17:05 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      "Der weiße Blick" erzählt die Geschichte des deutschen Expressionismus erstmals im Kontext kolonialer Ausbeutung und rassistischer Menschenkunde. Als Emil Nolde und Max Pechstein um 1910 zum damaligen Deutsch-Neuguinea und zu den Palau-Inseln reisten, war ihr "Südsee-Paradies" bereits durch die europäischen Kolonialherren zerstört. Sie wollten die Malerei in Deutschland revolutionieren und sich dazu an der Ursprünglichkeit der indigenen Kunst schulen. Sie blendeten den Untergang der fremden Welt aus und malten in der Südsee so, wie sie es als "weißen Blick" mitgebracht hatten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Wilfried Hauke

      Als die deutschen Expressionisten Emil Nolde und Max Pechstein um 1910 zum damaligen Deutsch-Neuguinea und zu den Palau-Inseln reisten, war ihr vermeintliches "Südsee-Paradies" bereits durch den europäischen Kolonialismus zerstört. Ernst-Ludwig Kirchner blieb zu Hause, baute sich im Atelier die Südseeexotik als Ambiente nach. Sie wollten die Malerei in Deutschland revolutionieren und sich dafür an der Ursprünglichkeit der indigenen Kunst schulen.
      Nolde und Pechstein, die von ihren Ehefrauen begleitet wurden, blendeten vor Ort den Untergang der fremden Welt aus. Sie malten so, wie sie es in ihren Köpfen als "weißen Blick" von daheim mitgebracht hatten: romantisch verbrämt, idyllisch verfälscht und außerdem nah am rassenkundlichen Menschenbild der Zeit.Ihre Südsee-Sehnsucht hatten Nolde, Kirchner und Pechstein durch Besuche in den Völkerkundlichen Museen in Berlin und Dresden genährt, wo sie ersten Kontakt mit der Kunst fremder Kulturen hatten. Der Franzose Paul Gauguin war ein Vorbild, wie mit Bildern über das vermeintlich "Wilde" und "Primitive" auf dem Kunstmarkt Aufmerksamkeit und Erfolg zu erzielen war.
      Die Malreisen von Nolde und Pechstein waren durch Schulden finanziert. Für beide endete das Südsee-Abenteuer in einem Fiasko. 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, Emil Nolde konnte Deutsch-Neuguinea gerade noch verlassen, verlor unterwegs viele seiner Bilder. Max Pechstein geriet in japanische Gefangenschaft und musste nach dem Krieg neu beginnen. Mit vielen erstmals gezeigten Fotos von den Südseereisen zeichnet der Film die Geschichte einer künstlerischen "Ausbeutung" nach.

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