• 26.11.2017
      23:30 Uhr
      Der Traum des Dirigenten Kent Nagano Dokumentation Deutschland 2017 - Schwerpunkt: Stars und Newcomer am Dirigentenpult | arte
       

      "Ich träume von einer Welt, in der jeder Zugang zur klassischen Musik finden kann", sagt Kent Nagano. In der Welt der klassischen Musik ist der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln ein Star, einer der großen Dirigenten der Gegenwart. Er tritt in der Elbphilharmonie vor den G20-Staatschefs ebenso auf wie im Kindergarten in Montréal. Die Verjüngung des Publikums, die ihm in Kanada bereits gelungen ist, will er nun auch in Hamburg umsetzen: Die Dokumentation zeigt Kent Nagano bei seiner Mission, klassische Musik in das Leben der Menschen zu tragen und gleichzeitig sein Publikum künstlerisch zu fordern.

      Sonntag, 26.11.17
      23:30 - 00:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      "Ich träume von einer Welt, in der jeder Zugang zur klassischen Musik finden kann", sagt Kent Nagano. In der Welt der klassischen Musik ist der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln ein Star, einer der großen Dirigenten der Gegenwart. Er tritt in der Elbphilharmonie vor den G20-Staatschefs ebenso auf wie im Kindergarten in Montréal. Die Verjüngung des Publikums, die ihm in Kanada bereits gelungen ist, will er nun auch in Hamburg umsetzen: Die Dokumentation zeigt Kent Nagano bei seiner Mission, klassische Musik in das Leben der Menschen zu tragen und gleichzeitig sein Publikum künstlerisch zu fordern.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Nadja Frenz
      Inge Kloepfer

      In der Welt der klassischen Musik ist der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln ein Star, einer der ganz großen Dirigenten der Gegenwart. Seit Jahrzehnten ist Kent Nagano auf den renommierten Bühnen der Welt zu Hause. Er wuchs in dem kleinen Fischerdorf Morro Bay an der Westküste der USA auf. Dort gelang es einem einzigen Musiklehrer mit seinem Charisma, ein ganzes Dorf zum Klingen zu bringen.

      "Ich träume von einer Welt, in der jeder die Chance hat, Zugang zur klassischen Musik zu finden", sagt Nagano. Ohne die Erfahrung von Morro Bay ist Naganos Mission genauso wenig zu verstehen wie seine tiefe Abneigung gegen ein elitäres Kunstverständnis. 2006 übernahm Kent Nagano die Leitung des Orchestre Symphonique de Montréal, und im September 2015 begann seine Amtszeit als Generalmusikdirektor und Chefdirigent an der Hamburgischen Staatsoper. In beiden Städten hat Nagano ein Ziel: mit ungewöhnlichen Projekten ein jüngeres und breiteres Publikum anzusprechen.

      Kent Nagano ist ein Dirigent, der wie kaum ein anderer herausfordert und polarisiert. In außergewöhnlichen Konzertprogrammen zeigt er, dass zeitgenössische Musik die Hörer genauso berühren kann wie die großen Meisterwerke der Romantik, Klassik oder des Barocks. Seine Devise dabei lautet: Die inspirierende Erfahrung der Musik bekommt man nicht geschenkt, man muss sich für sie anstrengen. Dann aber wird das musikästhetische Erlebnis umso reicher sein. Die Dokumentation zeigt den Dirigenten Kent Nagano auf seinem Weg, die Musik zu allen Menschen zu bringen - egal wie alt, gebildet oder musikalisch sie sind.

      Stars und Newcomer am Dirigentenpult
      Vom großen ungarisch-britischen Dirigenten Sir Georg Solti stammt die Feststellung, dass es letztlich ein Geheimnis bleibe, warum die einen dirigieren können und die anderen nicht. Nach ihm ist der renommierte Dirigentenwettbewerb benannt, den die Alte Oper Frankfurt alle zwei Jahre ausrichtet. "Dirigenten - Jede Bewegung zählt" zeigt den Wettbewerb 2015 aus der Perspektive der Jury und begleitet fünf junge Nachwuchsdirigenten durch Halbfinale und Finale.

      Der Beruf des Dirigenten ist relativ jung. Ab dem 19. Jahrhundert gab es immer komplexere Kompositionen, die eine immer größere Besetzung erforderten. Da reichte es nicht mehr, dass der Konzertmeister oder ein anderer Orchestermusiker die Einsätze einfach mit dem Geigenbogen vorgibt. Für Symphonien von Anton Bruckner oder Gustav Mahler mit oft mehreren Hundert Musikern auf der Bühne oder Wagners monumentale Opern braucht es einen Kapitän mit außergewöhnlichen musikalischen Fähigkeiten, damit eine Aufführung nicht im akustischen Chaos versinkt.

      Kent Nagano, Sir Simon Rattle und Christoph Eschenbach gehören zu diesen Ausnahmemusikern und sind international seit vielen Jahren für den guten Klang von Weltklasseorchestern verantwortlich. ARTE zeigt Christoph Eschenbach im Porträt, begleitet Kent Nagano bei seiner Arbeit an der Umsetzung seines Traumes, allen Menschen Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen, und Sir Simon Ratte und die Berliner Philharmoniker zum Lucerne Festival, wo sie Igor Strawinskys "Feuervogel" auf die Bühne bringen. Neben ihren fixen Engagements, oft auch mehrere gleichzeitig, sind die großen Dirigenten zusätzlich auf der ganzen Welt für Gastauftritte unterwegs, engagieren sich für den Nachwuchs, die Demokratisierung der klassischen Musik oder leiten Festivals.

      Einige der jungen Dirigenten, die in Frankfurt zum Wettbewerb antreten, haben bereits erfolgreichen Karrieren, so Alondra de la Parra aus New York. Sie, der Deutsche Andreas Hotz, Shizuo Z Kuwahara aus Tokio, Aziz Shokhakimov aus Taschkent und James Lowe aus Edinburgh stellen sich im Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti der Jury. So nahe wie in Götz Schauders Film kommt man Dirigenten nur selten. Der Zuschauer erlebt ihre Ängste, die Einsamkeit vor dem Auftritt, die Enttäuschungen und die Freude an der Arbeit. Und so nahe kommt man auch einer Jury nur selten. Jurymitglieder beobachten und kommentieren die Arbeit der Kandidaten. An ihrer Seite wird vielleicht ein Teil des Geheimnisses gelüftet, von dem Sir Georg Solti gesprochen hat, und wir verstehen vielleicht, warum diese jungen Leute dirigieren können und andere nicht.

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      Sonntag, 26.11.17
      23:30 - 00:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 13.11.2018