• 28.10.2019
      20:15 Uhr
      Der Staat gegen Fritz Bauer Spielfilm Deutschland 2014 | arte Tipp
       

      Während die junge BRD die NS-Zeit hinter sich lassen will, kämpft Staatsanwalt Fritz Bauer dafür, die Täter vor Gericht zu stellen. Eines Tages erhält er einen Hinweis darauf, wo sich der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Bauer kontaktiert den Mossad, der den Spuren aber nur halbherzig nachgeht. Gemeinsam mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann beginnt Bauer, auf eigene Faust zu ermitteln. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise seiner eigenen Behörde und des BKA … Der vielfach ausgezeichnete Film setzt dem mutigen Juristen ein Denkmal.

      Montag, 28.10.19
      20:15 - 21:50 Uhr (95 Min.)
      95 Min.

      Während die junge BRD die NS-Zeit hinter sich lassen will, kämpft Staatsanwalt Fritz Bauer dafür, die Täter vor Gericht zu stellen. Eines Tages erhält er einen Hinweis darauf, wo sich der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Bauer kontaktiert den Mossad, der den Spuren aber nur halbherzig nachgeht. Gemeinsam mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann beginnt Bauer, auf eigene Faust zu ermitteln. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise seiner eigenen Behörde und des BKA … Der vielfach ausgezeichnete Film setzt dem mutigen Juristen ein Denkmal.

       

      Im Nachkriegsdeutschland ermittelt der hessische Staatsanwalt Fritz Bauer gegen flüchtige NS-Verbrecher, um sie im eigenen Land vor Gericht zu stellen. Ein Ansinnen, dem ein Großteil der Bevölkerung ablehnend gegenübersteht. Und auch die Behörden sind durchsetzt von ehemaligen Nationalsozialisten.
      Als Bauer einen Hinweis darauf erhält, dass Adolf Eichmann sich in Argentinien aufhält, ist ihm zunächst nicht klar, wie er den SS-Offizier dingfest machen und vor Gericht stellen soll. Zu groß sind die Befürchtungen, dass Eichmann gewarnt wird und erneut untertaucht. Intern versucht der BND die Ermittlungen an sich zu ziehen.
      Bauer beschließt, sich an den Mossad, den israelischen Geheimdienst, zu wenden. Allerdings nur unter der Bedingung, dass Eichmann später nach Deutschland ausgeliefert wird, um hier vor Gericht gestellt zu werden. Bauer will eine öffentliche Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen - in der Bundesrepublik.
      Der Mossad ist nach einer oberflächlichen Untersuchung zunächst skeptisch, besteht auf einer zweiten Quelle, bevor er Ermittlungen einleiten will. Bauer ist doch überzeugt, auf der richtigen Fährte zu sein. In seinem jüngeren Kollegen Karl Angermann findet Bauer wider Erwarten einen Verbündeten. Als er von dessen ungewöhnlich geringem Strafmaß in einem § 175-Fall, einem Verstoß gegen das Verbot von Homosexualität, erfährt, fasst er Vertrauen zu dem jungen Mann. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise: In seiner eigenen Behörde verschwinden immer wieder Akten und auch Oberstaatsanwalt Kreidler und BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt behindern den unliebsamen Bauer in seinen Ermittlungen. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf gegen unsichtbare Gegner beginnt, doch Bauer und Angermann geben nicht auf, wohl wissend, dass ihnen die Jagd auf Eichmann beruflich wie privat einiges abverlangen wird.
      Die Rolle des hessischen Staatsanwalts Fritz Bauer beim Zustandekommen der Auschwitzprozesse Anfang der 60er Jahre ist umstritten, sein Verdienst bei der Ergreifung von Adolf Eichmann nicht. Der Öffentlichkeit wurde seine Rolle aber erst nach seinem Tod bekannt.

      Lars Kraume schaffte mit seinem packenden Kammerspiel das Porträt eines kompromisslosen Kämpfers für Gerechtigkeit - und das der jungen BRD mit ihren Widersprüchen. Der Film erhielt einen ganzen Preisregen, darunter Deutscher Filmpreis als bester Film und für das beste Drehbuch, das Kraume mit dem französischen Schriftsteller Olivier Guez schrieb ("Das Verschwinden des Josef Mengele"). Burghart Klaußner wurde für seine Verkörperung von Fritz Bauer mehrfach ausgezeichnet unter anderem 2015 beim Bayerischen Filmpreis und beim Günter Rohrbach Filmpreis. Und schließlich erhielt der Film den Publikumspreis in Locarno.

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      20:15 - 21:50 Uhr (95 Min.)
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