• 03.04.2012
      00:35 Uhr
      Der Palast Dokumentarfilm Deutschland/Österreich 2006 (Il Palazzo) | arte
       

      Ein monströser Wohnblock am Stadtrand von Rom, liebevoll-ironisch "Il Palazzo" genannt, erwacht durch die Erzählungen seiner Bewohner zum Leben. Die Architektur wird zur Herausforderung an die Fantasie und Energie der Bewohner, sich den monumentalen Palast anzueignen.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 03.04.12
      00:35 - 01:25 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Ein monströser Wohnblock am Stadtrand von Rom, liebevoll-ironisch "Il Palazzo" genannt, erwacht durch die Erzählungen seiner Bewohner zum Leben. Die Architektur wird zur Herausforderung an die Fantasie und Energie der Bewohner, sich den monumentalen Palast anzueignen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Katharina Copony

      Der liebevoll-ironisch "Il Palazzo" und böse das "Monster" genannte Wohnblock Corviale am Stadtrand von Rom gilt als das längste Hochhaus Europas: Knapp einen Kilometer lang ist es, zehn Etagen hoch. Inspiriert von Le Corbusiers Vision einer vertikalen Stadt liegt Corviale wie ein Monolith aus Stahlbeton in freier Landschaft. 8.000 Menschen leben hier. Einige der Bewohner des "Palazzo" erzählen Katharina Copony ihre Geschichten, und im Verlauf des Films werden sie immer mehr zur Stimme des Riesengebäudes. Der Zuschauer erfährt von seiner Entstehung, Besetzung und Belebung.

      Als Anfang der 80er Jahre durch ein neues Kündigungsgesetz auf einen Schlag alle eingesessenen Mieter aus dem Zentrum Roms vertrieben wurden, war "Il Palazzo" noch im Bau. Die vierte Etage, eigentlich als "innere Stadt" mit Einkaufspassage konzipiert, wurde niemals ganz fertig gestellt und schließlich von verzweifelten Wohnungssuchenden besetzt. Das labyrinthische "Monster" mit seinen endlosen Gängen wurde für sie zur Heimat, die sie mit kleinen Garten-Nischen und Taubenschlägen ausgestattet haben, und um die Ecke wartet eine Futterstelle auf die wilden Katzen ...

      Katharina Coponys Film erzählt davon, wie Menschen sich einen Ort aneigneten, der als architektonische Utopie gedacht war und als architektonische Zumutung in die Geschichte einging.

      "Il Palazzo" hat 2006 bei der Duisburger Filmwoche den ARTE-Dokumentarfilmpreis für den besten deutschen Dokumentarfilm erhalten.

      "Es geht um einen beeindruckend-monströsen Wohnkomplex vor den Toren Roms. Über dessen Dokumentation hinaus inszeniert der Film in großer atmosphärischer Dichte das Wohnsilo als eigenständigen Protagonisten. Das Gebäude bekommt gewissermaßen eine Stimme: Sie erzählt auf visuell und akustisch reiche Weise von Einzelschicksalen, von urbaner Planungspolitik, von sozialen Missständen - ohne der Architektur deshalb ihre Faszination abzusprechen. Gerade diese wird zur Herausforderung an die Fantasie und Energie der Bewohner, sich den monumentalen Palast anzueignen." - so die Jury.

      Katharina Copony, 1972 in Graz geboren, studierte Kunstgeschichte an der Universität Graz, visuelle Mediengestaltung an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und visuelle Kommunikation in Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Wien. Bisher realisierte sie Filme wie "der wackelatlas - sammeln und jagen mit H.C. Artmann" (2001, in Co-Regie mit Emily Artmann), für den sie 2002 den Fernsehpreis der österreichischen Volksbildung erhielt sowie den Dokumentarfilm "Kanegra" (2004).

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 03.04.12
      00:35 - 01:25 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

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