• 06.06.2014
      23:15 Uhr
      Der Amoklauf von Volkhoven - Protokoll einer Katastrophe Ein Film von Lothar Schröder | WDR Fernsehen
       

      Noch heute ist der Name des Kölner Stadtteils Volkhoven eng mit einer der größten Katastrophen Nordrhein-Westfalens verbunden. Es war das erste Attentat auf eine Schule in der Geschichte der Bundesrepublik, lange bevor Orte wie Erfurt und Winnenden bundesweit Schlagzeilen machten. Der 11. Juni 1964 ist ein heißer Sommertag in der heilen Welt des dörflichen Kölner Nordens. Da betritt am frühen Morgen der ehemalige Soldat und Polizist Walter Seifert den Schulhof der Volksschule. Mit einer sechs Meter langen Flamme attackiert er turnende Kinder und zielt mit seinem Flammenwerfer in die ebenerdigen, vollbesetzten Klassenräume.

      Freitag, 06.06.14
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Noch heute ist der Name des Kölner Stadtteils Volkhoven eng mit einer der größten Katastrophen Nordrhein-Westfalens verbunden. Es war das erste Attentat auf eine Schule in der Geschichte der Bundesrepublik, lange bevor Orte wie Erfurt und Winnenden bundesweit Schlagzeilen machten. Der 11. Juni 1964 ist ein heißer Sommertag in der heilen Welt des dörflichen Kölner Nordens. Da betritt am frühen Morgen der ehemalige Soldat und Polizist Walter Seifert den Schulhof der Volksschule. Mit einer sechs Meter langen Flamme attackiert er turnende Kinder und zielt mit seinem Flammenwerfer in die ebenerdigen, vollbesetzten Klassenräume.

       

      Noch heute ist der Name des Kölner Stadtteils Volkhoven eng mit einer der größten Katastrophen Nordrhein-Westfalens verbunden. Es war das erste Attentat auf eine Schule in der Geschichte der Bundesrepublik, lange bevor Orte wie Erfurt und Winnenden bundesweit Schlagzeilen machten.

      Der 11. Juni 1964 ist ein heißer Sommertag in der heilen Welt des dörflichen Kölner Nordens. Da betritt am frühen Morgen der ehemalige Soldat und Polizist Walter Seifert den Schulhof der Volksschule, bewaffnet mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze. Mit einer sechs Meter langen Flamme attackiert er auf dem Schulhof turnende Kinder und zielt mit seinem Flammenwerfer in die ebenerdigen, vollbesetzten Klassenräume.

      Unter den 380 Schülern bricht Chaos und Panik aus. Kinder laufen als brennende Fackeln über den Schulhof. Mit schwarz verkohlten Gesichtern und herabhängenden Hautfetzen werden sie von Passanten in die umliegenden Krankenhäuser gefahren. 28 Kinder haben schwerste Verbrennungen. Acht von ihnen erliegen ihren schweren Verletzungen in den Tagen nach dem Attentat.

      In der Schule, die Seifert selbst vor dem Krieg besucht hatte, steht er nun der Lehrerin gegenüber, die ihn einst unterrichtet hat. Sie wird verletzt, zwei ihrer Kolleginnen aber haben keine Chance. Der 42-jährige Attentäter tötet sie wie im Wahn mit seiner Lanze. Sie hatten sich schützend vor ihre Kinder gestellt.

      Schon am Vortag hatte Walter Seifert angekündigt, er werde die Welt auf sich aufmerksam machen. Aber keiner hatte ihn ernst genommen. Seit Jahren lag er im Streit mit den Behörden über eine Erhöhung seiner Kriegsrente. Die Beamten erklärten ihn schlicht für gestört, er hingegen sann auf Rache. Er wollte einen großen Auftritt und jedes Mittel war ihm recht. Noch auf dem Schulhof schluckte er eine Flasche giftiges Pflanzenschutzmittel, an dem er später im Krankenhaus verstarb.

      Mit bisher unveröffentlichten Polizeiakten, Behördenkorrespondenz, aktuellen Filmberichten über das Attentat und Schilderungen Betroffener rekonstruiert die Dokumentation von Lothar Schröder den ersten Amoklauf an einer deutschen Schule. Dabei wird die psychische Verfassung des Täters eindringlich von Pfarrer Heinrich Hüser beschrieben, der sich damals um die Familie des Attentäters sorgte, und von dem Polizeibeamten Christian Rolshoven, der das Verhör protokollierte. Krankenpfleger Peter Ohren beschreibt die Leiden der Kinder im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße. Außerdem kommen zahlreiche ehemalige Schüler und Schülerinnen zu Wort, die schwer verletzt wurden und deren Leben sich nach dem Feuerattentat für immer veränderte.

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