• 04.02.2014
      00:05 Uhr
      Das weiße Stadion Stummfilm Schweiz 1928 | arte
       

      "Das weiße Stadion" ist ein Dokumentarfilm über die Olympischen Winterspiele 1928 in Sankt Moritz. Es ist die erste filmische Dokumentation der Olympischen Winterspiele überhaupt, mit der Arnold Fanck einen formal hoch interessanten Film schuf. Im Jahr 1928 waren in Sankt Moritz 25 Nationen am Start, die in Disziplinen antraten, die es heute nicht mehr gibt, wie Curling und Ski-Jöring (Ski-Pferderennen). Diese Sportarten, wie auch die heute gebräuchlichen Disziplinen Eis-Schnelllauf, Ski-Langlauf, Ski-Springen, Rodeln, Bobrennen, Eiskunstlauf und Eis-Hockey zeigt Fanck in vielseitigen Sportaufnahmen: Reportage, Montage, Zeitlupe.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 04.02.14
      00:05 - 01:35 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      "Das weiße Stadion" ist ein Dokumentarfilm über die Olympischen Winterspiele 1928 in Sankt Moritz. Es ist die erste filmische Dokumentation der Olympischen Winterspiele überhaupt, mit der Arnold Fanck einen formal hoch interessanten Film schuf. Im Jahr 1928 waren in Sankt Moritz 25 Nationen am Start, die in Disziplinen antraten, die es heute nicht mehr gibt, wie Curling und Ski-Jöring (Ski-Pferderennen). Diese Sportarten, wie auch die heute gebräuchlichen Disziplinen Eis-Schnelllauf, Ski-Langlauf, Ski-Springen, Rodeln, Bobrennen, Eiskunstlauf und Eis-Hockey zeigt Fanck in vielseitigen Sportaufnahmen: Reportage, Montage, Zeitlupe.

       

      Alle wesentlichen Stilmittel des Sportfilms sind hier schon entwickelt und vermitteln einen großartigen Eindruck vom damaligen olympischen Geschehen und der Atmosphäre, die in Sankt Moritz herrschte. "Man kann diesen Film als einen der besten Sportfilme bezeichnen, und so wird er wohl von jedem Publikum sehr gerne gesehen werden." (Reichsfilmblatt 12/1928, S. 27).

      Wie Arnold Fanck in seinen Memoiren schreibt, standen ihm nur zwei Kameras zur Verfügung, aber mit ihm sein bewährtes Kamerateam bestehend aus Sepp Allgeier, Hans Schneeberger, Albert Benitz und Richard Angst. 30.000 Meter Negativ mussten in nur 17 Tagen geschnitten werden, um den Film möglichst schnell in die Kinos zu bekommen: "Mein Protest bei der Ufa nützte nichts - die Premiere war unwiderruflich festgelegt. Ich nehme mir also drei Filmkleberinnen zum Abwechseln, saß 16 Stunden am Tag am Schneidetisch. Die drei letzten Tage und Nächte arbeite ich durch - 72 Stunden ohne Schlaf. Möglich war das nur mit Pyramidon (viel besser als Kaffee)", schreibt er in seiner Autobiografie ("Er führte Regie mit Gletscher, Stürmen und Lawinen", München 1973, S. 193). Da der Film ohne Drehbuch entstanden war, konnte Arnold Fanck den Film nur selbst schneiden.

      "Einen Einzigen gab es noch, der dieses freie Fantasiespiel der Montage - des Zusammendichtens - auch beherrschte: den Regisseur Ruttmann ... Er nahm mir wenigstens den Schnitt des Aktes über das Schlittschuhlaufen ab und machte das so hervorragend, wie ich es vielleicht nicht hingekriegt hätte" (ebd.). Dieser Meilenstein des internationalen Sportfilms war lange Zeit kaum zu sehen, da man nur von Material in Moskau (und später im Filmmuseum München) wusste. Das IOC hat mit großem Aufwand weltweit recherchiert und 2012 eine exzellente Digitalrestaurierung auf Grundlage von Archivkopien vorgelegt, die aus Moskau, Berlin, München und Lausanne kamen. Damit konnte auch die zweisprachige Schweizer Fassung weitgehend rekonstruiert werden. Fehlende Originaltitel wurden anhand der überlieferten deutschen Zensurkarte nachgesetzt.

      Bei der TV-Premiere auf ARTE läuft der Film übrigens schneller als mit den vom IOC festgelegten 18 Bildern pro Sekunde. Die neue Filmmusik ist an der Hochschule für Musik in Freiburg unter der Leitung von Cornelius Schwehr entstanden. Es ist eine Komposition für sechs Instrumente: Klarinette, Horn, Percussion, Klavier, Cello und Bass. Die Musik unterstützt die Montage und führt die formalen Experimente von Arnold Fanck auf musikalischer Ebene fort. In diesem freien Spiel von Musik und Bildern wird wieder einmal bewusst, dass sich der Stummfilm nicht mit einer bloßen Reproduktion des Sichtbaren aufgehalten hat, sondern dass es ihm immer auch um eine gesteigerte Wahrnehmung der Wirklichkeit ging, die hier ihre Resonanz in einer präzis durchkomponierten Musik findet.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Nacht von Montag auf Dienstag, 04.02.14
      00:05 - 01:35 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 20.05.2019