• 27.07.2020
      23:30 Uhr
      Das Purpurmeer Dokumentarfilm Deutschland 2019 | arte Tipp
       

      Gefilmt in einer festen Einstellung hören wir die Stimme der syrischen Künstlerin Amel. Wir sehen die Bilder, die sie mit ihrer Unterwasserkamera auf ihrer Fluchtroute über das Mittelmeer eingefangen hat. Kurz vor der griechischen Insel Lesbos war das Boot gekentert. Eine eindringliche, noch nie gesehene Perspektive auf die so komplexe Flüchtlingskrise, leider oft reduziert auf abstrakte und sensationserheischende Berichterstattung. "Purple Sea" (OT) wurde auf der Berlinale 2020 in der Sektion "Forum Expanded" gezeigt.

      Montag, 27.07.20
      23:30 - 00:40 Uhr (70 Min.)
      70 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Gefilmt in einer festen Einstellung hören wir die Stimme der syrischen Künstlerin Amel. Wir sehen die Bilder, die sie mit ihrer Unterwasserkamera auf ihrer Fluchtroute über das Mittelmeer eingefangen hat. Kurz vor der griechischen Insel Lesbos war das Boot gekentert. Eine eindringliche, noch nie gesehene Perspektive auf die so komplexe Flüchtlingskrise, leider oft reduziert auf abstrakte und sensationserheischende Berichterstattung. "Purple Sea" (OT) wurde auf der Berlinale 2020 in der Sektion "Forum Expanded" gezeigt.

       

      "Ich sehe alles", sagt sie. Es klingt wie ein Fluch. Sonnenschein, strahlend blauer Himmel. Das Meer ruhig, gerahmt von einem Stück Reling. Diffuses Stimmengewirr. Ein friedlicher Moment, stünde das Meer nicht vertikal wie ein Wasserfall. Bilder reißen vorbei, kreisend, kopfüber, ruckhaft. Menschen im Boot, im Wasser, Schreie, Schwimmwesten, Signalpfeifen. Leuchtendes Orange, in dem sich die Sonnenstrahlen in geometrische Figuren brechen. Kein Horizont mehr, kein Himmel, kein oben und unten, nur Tiefe und kein Halt. Auch die Zeit folgt keiner Richtung, sie zieht sich zusammen zu einem brutalen Jetzt. Sie filmt und spricht. Zu ihrem Mann, zu sich selbst, vielleicht zu uns. Schwebende Beine in Jogginghosen, in Jeans, eng aneinandergedrängt. Eine Bluse mit Schmetterlingen, die Flügel scheinen im Wasser zu schlagen. Der schlangenähnliche Gürtel eines Mantels, ein zerknickter Plastikbecher, eine Schachtel Zigaretten. Fuck you all! Sie spricht, wütet und filmt gegen die Müdigkeit an, gegen die Kälte, gegen die ausbleibende Hilfe. Gegen das Sterben, damit irgendwas bleibt. (Text: pong film)

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      Montag, 27.07.20
      23:30 - 00:40 Uhr (70 Min.)
      70 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.07.2020