• 06.10.2019
      17:40 Uhr
      Das Mauerfallkonzert: Berliner Philharmoniker (12.11.89) Thema: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs | arte Mediathek
       

      Es war das ergreifendste Konzert im Europa der Nachkriegszeit. Am Tag drei nach dem Mauerfall spielten die Berliner Philharmoniker spontan für die Bürger der DDR, deren Ausweispapiere als Eintrittskarte galten. Der Film lässt das historisch einmalige Konzert Revue passieren, Mitwirkende und Gäste von damals erinnern sich und kommentieren das hoch emotionale Ereignis mit dem Blick von heute.

      Sonntag, 06.10.19
      17:40 - 18:25 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Es war das ergreifendste Konzert im Europa der Nachkriegszeit. Am Tag drei nach dem Mauerfall spielten die Berliner Philharmoniker spontan für die Bürger der DDR, deren Ausweispapiere als Eintrittskarte galten. Der Film lässt das historisch einmalige Konzert Revue passieren, Mitwirkende und Gäste von damals erinnern sich und kommentieren das hoch emotionale Ereignis mit dem Blick von heute.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Eric Schulz
      Komposition Ludwig van Beethoven
      Dirigent Daniel Barenboim
      Orchester Berliner Philharmoniker

      "DAS Konzert" - so schlicht und doch so bezeichnend wird es bei den Berliner Philharmonikern intern heute genannt. Das sogenannte Mauerfallkonzert vom 12. November 1989 ist das wahrscheinlich ergreifendste Konzert im Europa der Nachkriegszeit. Es ist Tag drei nach der Maueröffnung. Kurzentschlossen geben die Berliner Philharmoniker mit nur einer kleinen Anspielprobe unmittelbar vor Saalöffnung ein Konzert exklusiv für Bürger der DDR. Als Eintrittskarte gelten die Ausweispapiere. Ab fünf Uhr morgens stehen die Menschen vor der Philharmonie Schlange, manche übernachten sogar in ihren Trabis auf dem Parkplatz. Der SFB überträgt live im Fernsehen. Zwei Werke von Ludwig van Beethoven stehen auf dem Programm: das Erste Klavierkonzert und die Siebte Symphonie. Im Pauseninterview bricht der Orchestervorstand Alexander Wedow vor laufender Kamera in Tränen aus. Auch unzählige Zuschauer lassen ihren Tränen freien Lauf. Die Ovationen im Saal nehmen kein Ende. Daniel Barenboim erinnert sich: "Am Freitag, dem 10. November, kamen die beiden Orchestervorstände zu mir und fragten mich, ob ich bereit wäre, ein Konzert zum Mauerfall zu dirigieren. Ich sagte natürlich sofort zu, und es war ein unvergessliches, einmaliges Konzert. Anschließend überreichte mir eine Frau mit zitternder Hand Blumen, neben ihr stand ein junger Mann. Es war ihr Sohn. Als Baby hatte ihr Mann ihn mit den Westen genommen. Seit damals hatte sie ihr Kind nicht wiedergesehen. Durch den Fall der Mauer hatten sie nun endlich zusammengefunden."

      Nach der TV-Sendung auf ARTE ist das Mauerfallkonzert in ganzer Länge im Internet unter arteconcert.com abrufbar.

      30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs:
      Nachdem Ost und West jahrzehntelang geteilt und im Kalten Krieg von einer Politik der Abgrenzung geprägt waren, nimmt das lange unmöglich Geglaubte zunehmend Gestalt an. In den 80er Jahren bekommt der Eiserne Vorhang erste Löcher und auch die Risse in der Berliner Mauer sind kurz darauf nicht mehr zu leugnen.„Habt keine Angst!“, ruft Johannes Paul II. Er gibt schon 1979 in Polen einen entscheidenden Anstoß für die bevorstehenden Umbrüche. In Warschau finden sich Abend für Abend Menschen an den Blumenkreuzen zusammen und singen für die Freiheit („Solidarnosc - Der Mauerfall begann in Polen“). Der Pianist Vladimir Horowitz reist nach 61 Jahren im Exil erstmals wieder nach Russland. Obwohl nur ein einziges Plakat dafür wirbt, erscheinen Massen zu seinem legendären Konzert („Sternstunden der Musik - Vladimir Horowitz - Das Moskau-Konzert (1986)“).Es ist die Zeit, in der Michail Gorbatschow die Weichen für den Wandel stellt („Gorbatschow - Eine Begegnung“). Während im Palast der Republik der 40. Geburtstag der DDR gefeiert wird, entdeckt das Volk die eigene Kraft („Palast der Gespenster - Der letzte Jahrestag der DDR“). Wenige Tage nach dem Mauerfall spielen die Berliner Philharmoniker ein symbolträchtiges Konzert für beide Teile der lange gespaltenen Stadt, das inzwischen selbst historischen Rang hat („Sternstunden der Musik - Das Mauerfallkonzert: Berliner Philharmoniker (12.11.89)“). Im Folgejahr findet mit „Roger Waters - The Wall - Live in Berlin“ eine spektakuläre Performance auf der innerdeutschen Grenze statt, die kurz zuvor noch unüberwindbar schien und für viele zur Todesfalle wurde („Berlin – oder: Die Kunst der Flucht“). „Sonnenallee“, „Das Leben der Anderen“ und „Himmel ohne Sterne“ greifen die deutsche Teilung, Unterdrückung und Flucht ebenso auf wie Umbruch, Mut und Zuversicht. 1989 weht der „Wind of Change“ die Angst davon – und bringt die Freiheit.

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