• 30.07.2014
      23:05 Uhr
      Das Donald Duck-Prinzip Dokumentarfilm Deutschland 2014 | arte
       

      Sind die Comics um den Erpel Donald Duck nur etwas für Kinder? Mitnichten! Der Dokumentarfilm lässt berühmte Fans erzählen, wie die kleine Ente im Matrosenanzug ihr Leben verändert hat, und er zeigt, warum wir alle manchmal ein bisschen wie Donald Duck sind. Er erzählt, warum Donald Duck nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa wie eine Bombe einschlug, entwirft ein liebevolles Psychogramm des Erpels, der so gern erfolgreich wäre, und geht schließlich der Frage nach, wie unsere auf Selbstoptimierung ausgerichtete Gesellschaft heute mit dem Scheitern umgeht.

      Mittwoch, 30.07.14
      23:05 - 00:35 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Sind die Comics um den Erpel Donald Duck nur etwas für Kinder? Mitnichten! Der Dokumentarfilm lässt berühmte Fans erzählen, wie die kleine Ente im Matrosenanzug ihr Leben verändert hat, und er zeigt, warum wir alle manchmal ein bisschen wie Donald Duck sind. Er erzählt, warum Donald Duck nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa wie eine Bombe einschlug, entwirft ein liebevolles Psychogramm des Erpels, der so gern erfolgreich wäre, und geht schließlich der Frage nach, wie unsere auf Selbstoptimierung ausgerichtete Gesellschaft heute mit dem Scheitern umgeht.

       

      Für die Amerikaner ist die Bedeutung, die die Donald Duck-Comics in Europa hat, kaum vorstellbar. Für eine ganze Generation waren die Geschichten des überragenden Zeichners Carl Barks die erste Begegnung mit Comics und mit Amerika überhaupt. Und sie waren die erste Berührung mit einer verwegenen Idee: Es ist egal, wie oft du hinfällst - Hauptsache, du stehst wieder auf. In Donald Duck erkennen die Leser ihre Ängste, Unsicherheiten und Schwächen, ihre Eitelkeiten und ihren Neid. Aber auch jene Hartnäckigkeit, mit der man nach jeder Niederlage wieder aufsteht und neu beginnt. "Donald Duck hat mir das Leben gerettet", sagt der österreichische Maler Gottfried Helnwein. Der französische Comic-Zeichner Jean-Pierre Dionnet erklärt, dass sogar die Erfinder des legendären französischen Comic-Magazins "Métal Hurlant" die kleine Ente verehrt haben. Und: "Donald war mein Zugang zur Welt", stellt der norwegische Autor Oyvind Holen fest.

      Kaum eine Comic-Figur hat so leidenschaftliche Fans in Europa wie die Ente. Viele von ihnen sind selbst berühmte Künstler. Einige von ihnen haben sich so ernsthaft mit dem Seelenleben Donald Ducks und seiner Familie beschäftigt, als existiere er wirklich. Wer Onkel Dagobert bisher als geizigen Geldsack empfand, wird in diesem Dokumentarfilm nun eines Besseren belehrt: Selbst der rührige Kapitalist wäre am liebsten ein bisschen mehr wie sein Neffe. Aber passt Donald noch in unsere Zeit? Welche Rolle spielen Pechvögel und Loser eigentlich in der heutigen Kultur, in der immer mehr Menschen mit der Optimierung ihrer Produktivität und Attraktivität beschäftigt sind?

      Der Dokumentarfilm findet Antworten bei Soziologen, Uni-Losern, dem Gründer der französischen Website "vie de merde", außerdem im Silicon Valley, wo ein Verlierer mit einer verrückten Idee der Gewinner von morgen sein kann, und in Hollywood, wo Loser im Film gerade Konjunktur haben. Donald Duck zeigt uns, wie kein Zweiter, was es bedeutet, Mensch zu sein. Scheitern gehört immer wieder dazu.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.11.2018