• 15.05.2020
      11:20 Uhr
      Braucht Europa eine Armee? Dokumentation Frankreich 2019 | arte
       

      Europa ist verletzlicher denn je. Die EU kann sich nicht mehr auf den Schutz durch den starken Partner USA verlassen. Dies wurde durch die weltpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre - das Erstarken des Terrorismus, der Aufstieg Chinas zur Weltmacht, die Konflikte mit Russland, die Wahl von Donald Trump oder der Brexit - deutlich. Doch warum ist Europa nicht längst auch eine Militärmacht? Der Wunsch nach strategischer Unabhängigkeit scheint nicht neu, aber in der Vergangenheit wurde diese Hoffnung stets enttäuscht. Ist heute die Zeit für eine europäische Armee gekommen? Die Dokumentation blickt auf die Geschichte der ...

      Freitag, 15.05.20
      11:20 - 12:15 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Europa ist verletzlicher denn je. Die EU kann sich nicht mehr auf den Schutz durch den starken Partner USA verlassen. Dies wurde durch die weltpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre - das Erstarken des Terrorismus, der Aufstieg Chinas zur Weltmacht, die Konflikte mit Russland, die Wahl von Donald Trump oder der Brexit - deutlich. Doch warum ist Europa nicht längst auch eine Militärmacht? Der Wunsch nach strategischer Unabhängigkeit scheint nicht neu, aber in der Vergangenheit wurde diese Hoffnung stets enttäuscht. Ist heute die Zeit für eine europäische Armee gekommen? Die Dokumentation blickt auf die Geschichte der ...

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jean Crépu

      Das Erstarken des Terrorismus, der Aufstieg Chinas zur Weltmacht, die Konflikte mit Russland, die Wahl von Donald Trump oder der Brexit - die weltpolitische Entwicklung der letzten Jahre führte zu neuen Rufen nach einer starken europäischen Verteidigungsunion. Lange Zeit war mangels konkreter Fortschritte davon kaum mehr die Rede gewesen, doch angesichts des Wandels der internationalen Machtverhältnisse fühlt sich Europa heute verwundbar: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte kann sich die EU zur Gewährleistung ihrer Sicherheit nicht mehr auf Drittländer, insbesondere den amerikanischen Verbündeten, verlassen.
      Trotz einiger Vorstöße ist die Europäische Union bis heute kein einflussreicher und anerkannter strategischer Akteur auf der Weltbühne. Daher gibt es nun erneut Bestrebungen zur Umsetzung eines großangelegten Sicherheits- und Verteidigungsprojekts, um die strategische Unabhängigkeit der EU zu sichern sowie die zentralen Werte Frieden, Demokratie und Multilateralismus. "Eine gemeinsame europäische Armee würde der Welt zeigen, dass es zwischen den EU-Ländern nie wieder Krieg geben wird", erklärte 2015 der damalige Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker. Auch Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron plädieren für eine "echte europäische Armee".
      Die Vertiefung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik gestaltet sich schwierig und langwierig - so wie der gesamte Verlauf der europäischen Integration stets von Rückschlägen und Vorstößen geprägt ist. Noch nie haben Länder mit derart unterschiedlichen nationalen und politischen Traditionen den Aufbau eines gemeinsamen Verteidigungssystems angestrebt. Ohne weitreichende Einigung auf politischem und institutionellem Gebiet sowie bei der militärischen Führung droht das Projekt fehlzuschlagen. Aber muss Europa angesichts des weltpolitischen Wandels den Versuch nicht wagen? Oder handelt es sich nur um einen alten Traum, dem insbesondere Frankreich gerne nachhängt und der nun realisiert werden könnte, um die europäischen Bürger zu beruhigen?

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      Freitag, 15.05.20
      11:20 - 12:15 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 02.04.2020