• 21.01.2020
      00:25 Uhr
      Bitter verdient Dokumentarfilm Frankreich 2016 | arte
       

      Jedes Jahr verlassen Jugendliche zwischen 17 und 20 Jahren ihre Dörfer in Yunnan, um in Liming, einer der reichsten Städte Chinas, zu arbeiten. Doch der Lohn hat seinen Preis: Die harte Arbeit in den Nähereien und die armseligen Lebensbedingungen machen die Menschen bitter und zerrütten ganze Beziehungen. Vom Tag bleibt nach der Arbeit nichts mehr übrig, und die Nacht verbringen sie in kleinen, heruntergekommenen Zimmern oder Schlafsälen. "Bitter vedient" ist ein neues Werk des chinesischen Filmemachers Wang Bing, der damit nach "Allein - In den Bergen von Yunnan" seine gesellschaftskritische Chronik mit desillusioniertem Blick ...

      Nacht von Montag auf Dienstag, 21.01.20
      00:25 - 03:05 Uhr (160 Min.)
      160 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Jedes Jahr verlassen Jugendliche zwischen 17 und 20 Jahren ihre Dörfer in Yunnan, um in Liming, einer der reichsten Städte Chinas, zu arbeiten. Doch der Lohn hat seinen Preis: Die harte Arbeit in den Nähereien und die armseligen Lebensbedingungen machen die Menschen bitter und zerrütten ganze Beziehungen. Vom Tag bleibt nach der Arbeit nichts mehr übrig, und die Nacht verbringen sie in kleinen, heruntergekommenen Zimmern oder Schlafsälen. "Bitter vedient" ist ein neues Werk des chinesischen Filmemachers Wang Bing, der damit nach "Allein - In den Bergen von Yunnan" seine gesellschaftskritische Chronik mit desillusioniertem Blick ...

       

      Stab und Besetzung

      Regie Wang Bing

      In einem Dorf der westchinesischen Provinz Yunnan bereitet sich die 15-jährige Xiao Min darauf vor, ihre Familie zu verlassen. Ihr Ziel ist die boomende Textilindustrie nahe Shanghai. Auf der Suche nach einem besseren Leben wird sie wie viele andere Tausende von Kilometern in Bus und Zug zurücklegen, um in der Arbeiterstadt im Osten des Landes in einer der Nähereien zu arbeiten.
      In ihrer Nähfabrik lernt Xiao Min eine andere Arbeitsmigrantin kennen: Ling Ling, die schon seit mehreren Jahren hier lebt. Die junge Frau leidet unter Schlafstörungen und Angstzuständen. Ling Ling ist verheiratet; ihr Mann verlor seinen rechten Arm bei einem Arbeitsunfall. Seither betreibt er einen kleinen Laden. Die Geldsorgen haben ihn verbittert, die Ehe ist zerrüttet. Jeden Tag ist Ling Ling den verbalen und körperlichen Aggressionen ihres Mannes ausgesetzt - wahrscheinlich hat nur das Eingreifen beherzter Kunden bisher das Schlimmste verhindert.
      Zu ihren Schutzengeln gehört der Mittvierziger Lao Yeh, einer der ältesten Bewohner des Viertels. Er arbeitet noch in der Näherei - aber nur, weil er in eine verheiratete Kollegin verliebt ist, mit der er gerne Gespräche führt. Ansonsten ist sein Leben eher inhaltslos. Er teilt eine winzige Schlafstätte mit Huang Lei, der sich in seiner freien Zeit meist betrinkt und über seinen Chef und sein mageres Gehalt beklagt.
      Geld ist wichtiger denn je in der chinesischen Gesellschaft. Wang Bing dokumentiert die Fata Morgana des Wirtschaftswachstums und begleitet hautnah Menschen, deren Hoffnungen auf materiellen Erfolg immer wieder enttäuscht werden.

      "Bitter verdient" ist das neueste Kapitel der gesellschaftskritischen Dokumentarfilmreihe des chinesischen Regisseurs Wang Bing, die mit "Tiexi qu" (2002) begann, gefolgt von "San zimei" ("Allein - In den Bergen von Yunnan", 2011) und "Feng ai" (2013). Erst vor kurzem widmete das Pariser Centre Pompidou dem Regisseur eine Hommage, und "Bitter verdient" ("Ku Qian") erhielt im Zuge seiner Weltpremiere auf den Filmfestspielen von Venedig 2016 den Preis für das beste Drehbuch in der Sektion Orizzonti. Auf der diesjährigen Documenta 14 in Kassel wird eine große Wang-Bing-Retrospektive gezeigt.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 21.01.20
      00:25 - 03:05 Uhr (160 Min.)
      160 Min.
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