• 20.06.2011
      01:05 Uhr
      Benutzt und gesteuert Künstler im Netz der CIA | arte
       

      Der Dokumentarfilm weist nach, dass die Einflussnahme der CIA nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Redaktionen westdeutscher Verlage und Sender reichte und dass Künstler wie Heinrich Böll unwissentlich für den Geheimdienst tätig waren.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 20.06.11
      01:05 - 02:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      VPS 01:10
      Stereo

      Der Dokumentarfilm weist nach, dass die Einflussnahme der CIA nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Redaktionen westdeutscher Verlage und Sender reichte und dass Künstler wie Heinrich Böll unwissentlich für den Geheimdienst tätig waren.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Hans-Rüdiger Minow

      Mehrere hundert Millionen Dollar investierte der US-Auslandsgeheimdienst, um in einer der größten Nachkriegsoperationen ein weltweites Kulturnetz zu knüpfen. Zentrum der CIA-Aktivitäten war der "Kongress für kulturelle Freiheit" - eine Organisation mit Sitz in Paris unter vollständiger Kontrolle der dort tätigen US-Agenten. Nationale Zweigorganisationen unterhielt der "Kongress" in sämtlichen Staaten Westeuropas. Die Pariser Zentrale finanzierte in großem Stil "Kongress"-Zeitschriften für den Einsatz in Afrika, Lateinamerika und den arabischen Ländern. Ziel war der Kampf für amerikanische Werte in Bildender Kunst, Literatur und Musik. Insbesondere sozialkritische Intellektuelle und Künstler aus dem linken Lager waren für den "Kongress" von Interesse. Mit geheimdienstlichen Mitteln sollten sie marxistischen Einflüssen entzogen und für den Einsatz an der US-Kulturfront bereitgemacht werden.

      Als französische Plattform der Einflussnahme diente die Zeitschrift "Preuves" unter dem Soziologen Raymond Aron. In Deutschland sammelte der "Kongress" seine ahnungslosen Kulturträger im Umkreis des Blattes "Der Monat". Die Finanzierung übernahm ab etwa 1958 die CIA. Zu den Mitarbeitern gehörten die wichtigsten Vertreter des westdeutschen Journalismus und der Verlagswelt. Neben Stützpunkten in Westberlin, München und Frankfurt am Main verfügte der "Kongress" über eine Niederlassung in Köln mit hochrangigen Beziehungen, die in die Redaktionen sämtlicher großer Fernsehanstalten und Printmedien reichten. Unter anderem wurde auch um Heinrich Böll geworben - mit Erfolg, wie die Dokumente bestätigen. Der spätere Nobelpreisträger arbeitete dem "Kongress" und seinen Organisationen über mindestens zehn Jahre zu - ohne die Hintergründe zu kennen, wie Günter Grass, eine andere Zielperson der CIA, vermutet. Nicht nur auf Böll und Grass hatte es der "Kongress" abgesehen. Die erste Riege deutscher Literaten, bildender Künstler, Musiker und Kunstkritiker stand im Fadenkreuz der CIA und stellte sich, meist unwissentlich, zur Verfügung.

      "Benutzt und gesteuert - Künstler im Netz der CIA" folgt den Spuren der geheimdienstlichen Kulturarbeit anhand zahlreicher Dokumente, die in US-Archiven lagern und über die damaligen Arbeitszentren in der Bundesrepublik Auskunft geben. Der Dokumentarfilm entstand nach dreijähriger Recherchearbeit.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 20.06.11
      01:05 - 02:00 Uhr (55 Min.)
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