• 19.11.2021
      05:55 Uhr
      ARTE Reportage Kamerun: Kräuter statt Corona-Impfung | arte
       

      Themen:

      • Kamerun: Kräuter statt Corona-Impfung

      In Kamerun trauen die wenigsten den Impfstoffen aus dem Ausland, sie bevorzugen die Medizin ihrer Ahnen.

      • Russland: Die Kommunisten wittern Morgenluft

      Seit der Parlamentswahl im September profiliert sich die Kommunistische Partei in der Opposition gegen Putin.

      • Türkei: Die Not der Flüchtlinge aus Afghanistan

      In zehn Jahren empfing die Türkei 3 Millionen syrische Flüchtlinge; Afghanen sind heute nicht mehr willkommen.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 19.11.21
      05:55 - 06:50 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Themen:

      • Kamerun: Kräuter statt Corona-Impfung

      In Kamerun trauen die wenigsten den Impfstoffen aus dem Ausland, sie bevorzugen die Medizin ihrer Ahnen.

      • Russland: Die Kommunisten wittern Morgenluft

      Seit der Parlamentswahl im September profiliert sich die Kommunistische Partei in der Opposition gegen Putin.

      • Türkei: Die Not der Flüchtlinge aus Afghanistan

      In zehn Jahren empfing die Türkei 3 Millionen syrische Flüchtlinge; Afghanen sind heute nicht mehr willkommen.

       
      • Kamerun: Kräuter statt Corona-Impfung

      In Kamerun trauen die wenigsten den Impfstoffen aus dem Ausland, sie bevorzugen die Medizin ihrer Ahnen.
      Kamerun ist eines der Länder mit den wenigsten Opfern in der Pandemie: 100.000 Infizierte und 1.600 Tote bei 27 Millionen Einwohnern, die Inzidenzrate liegt 50-mal niedriger als in den europäischen Ländern. Und das, obwohl dort die wenigsten Menschen geimpft sind. Die von der Regierung unter der Schirmherrschaft der WHO durchgeführte Impf-Kampagne war ein Fiasko. Kaum 1% der Kameruner haben ihre erste Dosis erhalten, und nur ein Viertel von ihnen ließ sich auch noch die zweite Spritze geben. Andererseits haben fast alle von ihnen einen Heiler aufgesucht und die von ihm entwickelte traditionelle Kräutermischung gegen Covid-19 eingenommen. Denn sie vertrauen eher ihren Medizinmännern als den Impfstoffen aus dem Ausland.
      Auf den Märkten, aber auch in einigen Kliniken, findet man diese pflanzlichen Produkte, deren Wirksamkeit nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Die Regierung hat jedoch ihre Herstellung gefördert und einige von ihnen sogar zugelassen, darunter auch ein vom Erzbischof von Douala entwickeltes "Anti-Covid-Elixier". Die Wissenschaftler vermuten nun, dass die Organismen vieler Menschen in Afrika von vorneherein mehr Antikörper zur Bekämpfung von Covid-Viren besitzen, eben weil diese dort weiter verbreitet sind als auf anderen Kontinenten.

      • Russland: Die Kommunisten wittern Morgenluft

      Seit der Parlamentswahl im September profiliert sich die Kommunistische Partei in der Opposition gegen Putin. 
      Von massivem Wahlbetrug sprachen viele Kritiker in Russland angesichts der Ergebnisse der Parlamentswahlen vom 17. und 19. September 2021: Die Kreml-Partei gewann laut offizieller Zählung mit großer Mehrheit, allerdings waren die wichtigsten Kritiker des russischen Präsidenten von dieser Wahl ausgeschlossen worden. Die Partei "Einiges Russland" von Präsident Putin lag mit offiziell 54 % der Stimmen weit vor der Kommunistischen Partei, die fast 19% erreichte. Doch im Gegensatz zu "Einiges Russland" steigerten sich die Kommunisten, denn bei der Wahl 2016 erhielten sie nur 13% der Stimmen. Offensichtlich stimmten auch viele frustrierte Anhänger der verbotenen Bewegung von Alexej Nawalny dieses Mal für die "Partei der Roten" gegen Putin.
      Die Kommunisten träumen nun, als glaubwürdige Alternative zu Putin und seinen Genossen aufzusteigen. Von ihrer einstigen staatsbildenden Größe, vor dem Zusammenbruch der alten Sowjetunion 1991, ist sie mit heute 16.000 Mitgliedern noch weit entfernt. Also profilieren sie sich als die Partei, die die neuen Ungerechtigkeiten zwischen Armen und Neureichen im Russland von heute anprangert, und verzichten auf die Konzepte von früher, etwa die staatlich gelenkte Planwirtschaft.

      • Türkei: Die Not der Flüchtlinge aus Afghanistan

      In zehn Jahren empfing die Türkei 3 Millionen syrische Flüchtlinge; Afghanen sind heute nicht mehr willkommen.
      Die Türkei verschärft seit Monaten ihre Maßnahmen gegen Flüchtlinge: Viele Menschen aus Afghanistan, die noch vor der Machtergreifung der Taliban im Sommer flohen und versuchten, in die Türkei zu gelangen, standen vor einer Betonmauer an der Grenze. Viele, die es schafften, in die Türkei zu kommen, wurden in Abschiebezentren festgehalten. Ferouz, ein Kampfsportler aus Afghanistan, lebt deshalb versteckt in der Türkei, er verdient illegal ein wenig Geld als Müllsammler, die Einwanderungsbehörde verweigert ihm entgegen aller internationaler Vereinbarungen die Ausstellung von Papieren. Auch Najibullah, ein ehemaliger Soldat der afghanischen Armee, lebt und arbeitet illegal, er lebt von Brot und Wasser, bis er genug Geld gespart hat, um die Reise nach Europa zu versuchen.
      Es gibt viele Gründe, warum die Türkei in diesen Monaten härter gegen Migranten vorgeht: Der Wert des Pfunds sinkt, die Inflation steigt und ebenso die Frustration der Türken, die allmählich nicht mehr über die Runden kommen. Fremdenfeindliche Äußerungen nehmen

      zu, auch Ausschreitungen und Proteste gegen Migranten.

      Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen: "ARTE Reportage" berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 19.11.21
      05:55 - 06:50 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.12.2021