• 08.04.2020
      00:50 Uhr
      ARTE Reportage Coronavirus / Italien / Afghanistan | arte
       
      • Coronavirus: Die neuen Regeln
      • Italien: Vom schönen Virus der Solidarität
      • Afghanistan: Eine Bürgermeisterin gegen die Taliban

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 08.04.20
      00:50 - 01:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo
      • Coronavirus: Die neuen Regeln
      • Italien: Vom schönen Virus der Solidarität
      • Afghanistan: Eine Bürgermeisterin gegen die Taliban

       
      • Coronavirus: Die neuen Regeln

      Ein Drittel aller Menschen muss nun im Haus bleiben. Wie leben sie damit im Alltag, in Bogota oder in Perth? Von überall auf der Welt zeigen unsere Korrespondenten, wie die Pandemie das Leben der Menschen verändert hat. Vieles ähnelt sich, manches ist ganz anders - aber überall suchen sie ihre eigenen Wege, mit den Ausgangssperren und der Angst vor dem Virus und seinen möglichen Folgen umzugehen. Sie erfinden neue Regeln, um ihren Alltag zu bewältigen, die Arbeit, das Einkaufen, den Sport und die Entspannung.Das ist auch wichtig für den Tag nach der Pandemie, denn keiner kann heute genau vorhersagen, wann das Virus besiegt ist, welche Schäden danach bleiben, vor allem für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze. Sicher ist nur, dass das Leben danach anders sein wird für die Menschen in Tokio, Algier, Los Angeles oder Teheran - und auch für ihre treuen Begleiter, die Tiere.

      • Italien: Vom schönen Virus der Solidarität

      In Rom müssen alle zuhause bleiben, aber viele unterstützen diejenigen, die sich nicht selber helfen können. Nach fast einem Monat Ausgangssperre in den Städten Italiens brechen viele Freiwillige immer wieder ihren Hausarrest, aus purer Solidarität mit ihren Mitmenschen: In Centocelle, einem Viertel in Süden von Rom für die weniger Begüterten, unterstützen Sara, Antonella und Carlos vom Verein "Appui Mutuel (GAM)" die Leute, die sich selber nicht mehr helfen können, weil sie alt und gebrechlich sind, behindert, oder weil sie einfach Angst haben rauszugehen.Sofort nach der Verhängung der Ausgangssperre durch den Ministerpräsidenten Giuseppe Conte setzte sich im ganzen Land eine kleine Armee solidarischer Helfer in Marsch. Die Bewegung « Libera Assemblea di Centocelle (LAC) », eigentlich gegründet, um Zeichen zu setzen gegen die Ausschreitungen rechtsextremer Gewalttäter, fand in ihren Reihen in kaum einer Woche über hundert freiwillige Helfer: Sie kaufen ein für die Bedürftigen und holen Medikamente für sie in den Apotheken. Psychologisch und juristisch geschulte Mitarbeiter beraten per Telefon. Der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist nach wie vor sehr wichtig in Italien. Hinzu kommt die große Solidarität untereinander in den ärmeren Vierteln Italiens, die häufig geprägt sind von extrem linken und antifaschistischen Bewegungen. Junge Leute übernehmen freiwillig Aufgaben des Staates, aus purer Solidarität in den Zeiten der Pandemie.

      • Afghanistan: Eine Bürgermeisterin gegen die Taliban

      Zarifa Ghafari ist die jüngste und erste Frau als Bürgermeisterin in einer Stadt an der Grenze zu den Taliban. In einer der konservativsten und gefährlichsten Regionen Afghanistans regiert die 26-jährige Bürgermeisterin Zarifa Ghafari. Aus Sicherheitsgründen lebt sie in Kabul und muss täglich die 50 km zu ihrem Amtssitz in Maidan Shar pendeln. Die Menschen in ihrer Provinz haben das Vertrauen in die Regierung verloren und unterstützen mehrheitlich die Taliban. Zarifa Ghafari aber will das Vertrauen der Bevölkerung wiedergewinnen und macht sich auch dadurch viele Feinde. Nach 40 Jahren Krieg ist Afghanistan immer noch weit davon entfernt, friedlich zu sein. Im Jahr 2001 marschierten die USA und ihre westlichen Verbündeten in Afghanistan ein, um das Taliban-Regime zu zerschlagen und die Ordnung wiederherzustellen. Die Hoffnung war groß, dass es dem afghanischen Volk diesmal gelingen würde, Frieden zu finden und das Land wiederaufzubauen. Das ist gescheitert, vor allem an der Korruption im Land. Es sind vor allem die ärmeren ländlichen Landesteile, 60% des Landes, die sich den Taliban angeschlossen haben. Für die Bauern ist ein starker Moral- und Stammeskodex oft wichtiger als alles, was aus dem Westen kommt. Ihnen gelten alle Bemühungen internationaler Organisationen und NGOs, das Land zu modernisieren und Bildung zu bringen, als gefährlich und böse. An der Grenze der Stadt beginnt das Gebiet des Taliban Kommandeurs Musafer.

      Seit 11 Jahren kämpft er auf Seiten der Taliban, in den Bergen 50 km westlich von Herat, einem Staat im Staat - auch gegen die Bürgermeisterin Zarifa Ghafari.

      Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen: "ARTE Reportage" berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 08.04.20
      00:50 - 01:45 Uhr (55 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 06.04.2020