• 25.07.2020
      20:15 Uhr
      Amsterdam, London, New York - Welt-Städte (1/4) arte
       

      Im späten 16. Jahrhundert erfindet Amsterdam die Aktiengesellschaft, die Wertpapierbörse und die Serienproduktion von Handelsschiffen. Die Hafenstadt gelangt durch den Gewürzhandel mit Asien zu Wohlstand und wendet als erste Stadt Europas einen Bebauungsplan an. Mit der Expedition des Engländers Henry Hudson, der unter der Flagge des Königreichs der Vereinigten Niederlande in See sticht, setzt Amsterdam einen Fuß auf den amerikanischen Kontinent. Derweil legt London - zwischen Revolution, Bürgerkrieg und Restauration - das Fundament für ein Wirtschaftswachstum, mit dem es Amsterdam im darauffolgenden Jahrhundert überflügeln kann.

      Samstag, 25.07.20
      20:15 - 21:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Im späten 16. Jahrhundert erfindet Amsterdam die Aktiengesellschaft, die Wertpapierbörse und die Serienproduktion von Handelsschiffen. Die Hafenstadt gelangt durch den Gewürzhandel mit Asien zu Wohlstand und wendet als erste Stadt Europas einen Bebauungsplan an. Mit der Expedition des Engländers Henry Hudson, der unter der Flagge des Königreichs der Vereinigten Niederlande in See sticht, setzt Amsterdam einen Fuß auf den amerikanischen Kontinent. Derweil legt London - zwischen Revolution, Bürgerkrieg und Restauration - das Fundament für ein Wirtschaftswachstum, mit dem es Amsterdam im darauffolgenden Jahrhundert überflügeln kann.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Frédéric Wilner

      Im Jahr 1585 tritt Amsterdam in den bis dahin von Portugal kontrollierten Gewürzhandel mit Asien ein. Die Erfindung leistungsstarker Mühlen, die Weiterentwicklung der Windkraft und die Erfindung der Kurbelwelle, mit der Cornelis Corneliszoon den Schiffsbau revolutioniert, ermöglichen die Produktion einer großen Flotte. Amsterdam verfügt über die größte Schiffswerft Europas, auf der die besten Handelsschiffe der Zeit in Serie hergestellt werden. Die Zahl der Expeditionen steigt ebenso wie die Zahl der Schifffahrtsgesellschaften. Insgesamt werden 75 Schiffe nach Asien geschickt. Die Schiffe kehren beladen mit den wertvollsten Gewürzen zurück. Dies ist der Beginn des Goldenen Zeitalters der Niederlande.

      Auch die erste Aktiengesellschaft der Welt - die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) - entsteht in Amsterdam. Der Sitz der VOC gehört heute zur Universität Amsterdam. Dies ist der erste Firmensitz der Welt - mit Büros, Angestellten und einer Generaldirektion. Das Gebäude stammt von Hendrick de Keyser, einem der führenden Baumeister der Zeit. Die Holländer sind der Ansicht, dass jeder Bürger das Recht haben sollte, sich an den umfangreichen wirtschaftlichen Aktivitäten der Gesellschaft zu beteiligen. 1.143 Personen nehmen diese Chance wahr, in die neue Seehandelsgesellschaft zu investieren - ein großer Erfolg für das erste Unternehmen dieser Art in der Geschichte der Wirtschaft. Angesichts des immer umfangreicheren Aktienhandels wird der Bau der ersten Aktienbörse der Welt beschlossen, die ebenfalls von Hendrick de Keyser nach dem Vorbild der Londoner Börse erbaut wird. Im Gegensatz zu London werden in Amsterdam nicht nur Waren, sondern auch Aktien der Ostindien-Kompanie gehandelt. Somit ist die Amsterdamer Börse die erste Wertpapierbörse in der Geschichte der Weltwirtschaft. Die Börse wird 1611 eingeweiht, kurz nachdem Holland und das Königreich Spanien eine Waffenruhe vereinbart haben.

      Die Stadt floriert und entwickelt sich Mitte des 17. Jahrhunderts von einem wichtigen Marktflecken zur drittgrößten Stadt Europas. Aufgrund der Expedition des englischen Seefahrers Henry Hudson, der im Dienst der Stadt stand, kann sich Amsterdam auch den Handel mit Amerika erschließen. Ein gewaltiges Stadterweiterungsprogramm wird in Angriff genommen. 1623 wird die Westindien-Kompanie (WIC) gegründet, der das Monopol für den Handel mit Amerika zugesprochen wird. Ein Jahr später sucht sie freiwillige Siedler für ihre neue Kolonie Neu-Amsterdam; die Siedlung wurde auf dem weitläufigen Gebiet rund um das heutige Manhattan errichtet.

      Auch London ist gestern wie heute ein Handelsplatz. Anfang des 17. Jahrhunderts hat sich Londons Stadtbild noch nicht verändert. Die Bebauung ist sehr eng und besteht aus mittelalterlichen Holzhäusern. Innerhalb von rund 50 Jahren entwickelt sich London aber zu einem aufstrebenden Handelszentrum, in dem die Leute kaufen und verkaufen - vor allem wertvolle Luxusgüter. Mit der Produktion von Wolle, bei der England europaweit führend ist, hat die Stadt einen wichtigen Trumpf in der Hand. Sie entwickelt eine leistungsstarke Textilindustrie sowie kaufmännische und finanzielle Kompetenz, auf die sie ihren Erfolg im darauffolgenden Jahrhundert baut. Nach dem Großen Brand von 1666 wird London die modernste Stadt jener Zeit werden. Und Neu-Amsterdam wird schon bald New York heißen, aber tief im Herzen eine niederländische Stadt bleiben.

      Handels- und Finanzprojekte von immer größerem Ausmaß bringen in Amsterdam, London und New York im Laufe von 400 Jahren neue Stadtmodelle hervor. Verbunden damit sind bedeutende Innovationen, darunter die erste Wertpapierbörse, die Entstehung des Büros, die Erfindung des Fahrstuhls oder die Errichtung von Wolkenkratzern. Die Reihe "Amsterdam, London, New York - Welt-Städte" zeichnet diese Entwicklung nach und beschreibt, wie Amsterdam, London und New York in einem unerbittlichen Wettkampf um die Vormachtstellung in der Weltwirtschaft radikal neue städtebauliche und architektonische Formen erfunden haben.

      Dokumentationsreihe Frankreich 2017

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