• 11.10.2010
      20:15 Uhr
      Die Männer, die ich liebte Spielfilm Frankreich 1980 (Je vous aime) | arte
       

      Alice liebt die Männer - aber immer nur für kurze Zeit. Ihre Beziehungen dauern Monate, Jahre, dann sucht Alice sich einen Neuen. Auf drei Zeitebenen und in Rückblenden erzählt, zeigt der Film die Schlüsselmomente in ihrem Leben.

      Montag, 11.10.10
      20:15 - 21:55 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      Zweikanalton HD-TV

      Alice liebt die Männer - aber immer nur für kurze Zeit. Ihre Beziehungen dauern Monate, Jahre, dann sucht Alice sich einen Neuen. Auf drei Zeitebenen und in Rückblenden erzählt, zeigt der Film die Schlüsselmomente in ihrem Leben.

       

      Es ist Heiligabend und die Mittdreißigerin Alice hat zum Essen geladen: Am Tisch sitzen ihre Kinder Sofia und Jérôme sowie die wichtigsten Männer in ihrem Leben. Von ihrem derzeitigen Freund Julien wird Alice sich in derselben Nacht noch trennen, die übrigen gehören schon längst zu ihrer bewegten Vergangenheit. Da ist der wilde Musiker Simon, der Lieder für sie schrieb, sich aber irgendwann doch mehr für Alkohol und Zigaretten interessierte. Danach kam der jugendliche Patrick, ehemals Musiker in Simons Band und liebevoller Vater der kleinen Sofia, den sie aber für den sanftmütigen Julien verlassen hat.
      Alice liebt jeden Einzelnen von ihnen, doch halten ihre Beziehungen immer nur eine gewisse Zeit. Nur ihr Kinder und ihre Arbeit bilden eine Konstante in ihrem Leben - und das immer wiederkehrende Muster ihrer Beziehungen: Für sie gibt es in der Liebe nur Anfang und Ende - und dazwischen die Zeit, in der sie dem Anfang nachtrauert und das Ende erwartet. Und auch dem humorvollen Witwer und alleinerziehenden Vater Claude, der Julien ablösen wird, verspricht sie nicht mehr als eine Liebe auf Zeit.

      "Die Männer, die ich liebte" ist das Porträt einer Frau, die die Leidenschaft und Verliebtheit des Anfangs einer Beziehung braucht, und die leidet und gleichermaßen leiden lässt, je mehr sie sich von diesem Punkt entfernt.

      Die Trennung von ihrem letzten Freund Claude, gespielt von Alain Souchon, bildet den Rahmen des Films. Der Zuschauer, der erst am Ende versteht, dass es sich bei der Anfangsszene um den Abschied von Alice und Claude handelt, und damit um die aktuellste Episode aus Alices Leben, orientiert sich im Laufe des Films eher an dem Weihnachtsessen, das als Ausgangspunkt für Alices Erinnerungen fungiert: eine schöne Bescherung!
      "Die Männer, die ich liebte" kam im selben Jahr (1980) in die französischen Kinos wie François Truffauts Erfolgsfilm "Die letzte Metro", der ebenfalls die zwei großen Stars des französischen Kinos Catherine Deneuve und Gérard Depardieu auf der Leinwand vereint. Im Schatten des preisüberhäuften Dramas von Truffaut blieb "Die Männer, die ich liebte" in Deutschland unentdeckt, so dass ARTE dieses elegante und humorvolle Werk des 2009 verstorbenen Regisseurs Claude Berri in deutscher Erstausstrahlung zeigen kann.
      Claude Berri gilt als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Regisseure und Produzenten Frankreichs. Bereits mit seinem ersten Film, dem Kurzfilm "Le Poulet," gewann er 1962 einen Oscar. 1967 gründete er seine eigene Produktionsfirma, mit der er in den darauffolgenden Jahrzehnten zahlreiche erfolgreiche Projekte lancierte, unter anderem von Regisseuren wie Roman Polanski, Volker Schlöndorff oder Milos Forman. Sein letzter großer Erfolg als Produzent war der Kassenschlager "Willkommen bei den Sch'tis", der mit über 20 Millionen Zuschauern der erfolgreichste französische Film aller Zeiten ist. Seine letzte Regiearbeit war der sehr erfolgreiche Film "Zusammen ist man weniger allein" mit Audrey Tautou und Guillaume Canet in den Hauptrollen.
      Dass "Die Männer, die ich liebte" nie den Weg in die deutschen Kinos und ins deutsche Fernsehen fand, ist um so unverständlicher, als der Film mit einem fulminanten Staraufgebot aufwartet: Eine kongeniale Deneuve in der Rolle der so kühlen wie leidenschaftlichen Alice, umschwärmt und geliebt von ihren Männern, gespielt von den Schauspielgrößen Trintignant und Depardieu sowie von zwei Stars aus dem Musikfach.
      Alain Souchon, der in den 70er Jahren seinen Durchbruch als Sänger und Liedermacher gefeiert hatte, gab hier sein Spielfilmdebüt. Serge Gainsbourg komponierte nicht nur die Musik für den Film, sondern verkörperte auch die Rolle des Simon, die mehr oder weniger dem echten Gainsbourg entsprach. In seiner Interpretation des unangepassten Musikers und Alkohol-, Zigaretten- und Nachtclubliebhabers Simon spiegelt sich eindeutig "Gainsbarre" wider, das skandalträchtige Alter Ego des französischen Chansonniers.

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