• 11.07.2018
      20:15 Uhr
      1001 Nacht (1/3) - Der Ruhelose Spielfilm Frankreich / Deutschland / Portugal 2015 (As mil e uma noites) (As mil e uma noites) | arte
       

      In "1001 Nacht" erzählt Scheherazade ihrem Sultan Schahriyâr Geschichten, um ihn von seinem mörderischen Wahn zu befreien. In Miguel Gomes' gleichnamigem filmischen Triptychon sind es jedoch nicht die hinlänglich bekannten farbenfrohen Erzählungen von strahlenden Palästen und fliegenden Teppichen, von bösen Magiern und guten Geistern, von schönen Prinzessinnen und wagemutigen Seefahrern. Vielmehr sind es mal komische, mal tragische Geschichten aus dem portugiesischen Alltag der Jahre 2013 und 2014, auf dem Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise, inspiriert von tatsächlichen Ereignissen.

      Mittwoch, 11.07.18
      20:15 - 22:10 Uhr (115 Min.)
      115 Min.
      Stereo HD-TV

      In "1001 Nacht" erzählt Scheherazade ihrem Sultan Schahriyâr Geschichten, um ihn von seinem mörderischen Wahn zu befreien. In Miguel Gomes' gleichnamigem filmischen Triptychon sind es jedoch nicht die hinlänglich bekannten farbenfrohen Erzählungen von strahlenden Palästen und fliegenden Teppichen, von bösen Magiern und guten Geistern, von schönen Prinzessinnen und wagemutigen Seefahrern. Vielmehr sind es mal komische, mal tragische Geschichten aus dem portugiesischen Alltag der Jahre 2013 und 2014, auf dem Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise, inspiriert von tatsächlichen Ereignissen.

       

      Stab und Besetzung

      Punk Maria /Geist/Scheherazade/Gräfin Beatriz Crista Alfaiate
      Luís / Vater des guten Ladrão Adriano Luz
      Finanz Minister Maria Rueff
      Mann vom Internationalen Währungsfond Américo Silva
      Premierminister Rogério Samora
      Übersetzer / Careto / Ruderer Carloto Cotta
      Lopes Dinarte Branco
      Vânia Joana de Verona
      Bordellmutter / Juíza Luísa Cruz
      Humberto João Pedro Bénard
      Regie Miguel Gomes
      Kamera Mário Castanheira
      Sayombhu Mukdeeprom
      Lisa Persson
      Drehbuch Miguel Gomes
      Telmo Churro
      Mariana Ricardo

      Im ersten Teil des filmischen Triptychons erleben wir einen Regisseur, der einen Film über die traurige Realität seines Landes - angesichts der katastrophalen Folgen der Portugal von der EU verordneten Austeritätspolitik - drehen soll. Doch als es ihm nicht gelingt, einen metaphorischen Bezug zwischen der Schließung einer Werft in Viana do Castelo und einer lokalen Wespenplage herzustellen, ergreift er die Flucht.

      Zurück bleiben ein ratloses Filmteam und die schöne Scheherazade, die nun die Aufgabe des Regisseurs übernehmen muss und den Sultan keinesfalls mit traurigen Geschichten langweilen darf. Und sie beginnt zu erzählen: von der Insel der Jungfern aus Bagdad, von EU-Beamten mit Erektionsstörungen, die Geschichte vom Hahn und dem Feuer und vom Bad der Prächtigen.

      Portugal in den Jahren 2013 und 2014. Ein Land in der Krise. Frei nach dem morgenländischen Klassiker der Weltliteratur "Märchen aus tausendundeiner Nacht" entwirft Regisseur Miguel Gomes in einer Rahmenerzählung mit Schachtelgeschichten ein ebenso realistisches wie fantasievoll-poetisches Porträt seines abendländischen Heimatlandes. Es sind Geschichten von Armen und Reichen, von Mächtigen und Namenlosen, von Jungen und Alten; manche tragisch, manche komisch, mal skurril, mal bizarr, in der Regel voller Absurdität.

      Alle erzählen sie vom dramatischen wirtschaftlichen Niedergang eines Landes, das einstmals eine strahlende Weltmacht war. Es sind Geschichten, die dem Leben abgeschaut sind und gleichsam als Ausgangspunkt für eine Fiktionalisierung voller Poesie und überbordender Fantasie dienen.

      Miguel Gomes' Triptychon soll den Geist, den Charakter Portugals verkörpern: schön, ruhig, fast mystisch, aber auch korrupt und vor allem seit 2008 pleite. Gomes beschreibt mittels der Erzählerin Scheherazade den Zeitgeist eines Landes in Umbruch und schafft dadurch eine postmoderne Version von "Tausendundeiner Nacht". Mit der scheinbaren Zusammenhanglosigkeit der kolportierten Ereignisse gelingt ihm ein ehrliches Porträt des Landes, das nicht auf Kontinuität und Kohärenz beruht, sondern auf Allegorie und Abstraktionskraft.
      "1001 Nacht" von Miguel Gomes wurde auf dem Filmfestival in Cannes 2015 in der Selektion "Quinzaine des Réalisateurs" gezeigt.

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      20:15 - 22:10 Uhr (115 Min.)
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