• 21.09.2022
      22:20 Uhr
      100 Jahre Ulysses James Joyce’ Meisterwerk | arte
       

      Vor 100 Jahren wurde James Joyce‘ "Ulysses" in Paris veröffentlicht. Das Werk, an dem Joyce sieben Jahre lang schrieb, sollte für die Literatur und Kultur des 20. Jahrhunderts völlig neue Maßstäbe setzen. Obgleich zunächst aufgrund seines Schockfaktors in Amerika und Großbritannien verboten, hatte kein anderer Roman dieser Epoche eine ähnliche Tragweite. Schnell galt "Ulysses" als Meisterwerk der Moderne - nur in Irland nicht, wo Joyce des Verrats beschuldigt wurde, weil er aus voller Überzeugung mit Traditionen der irisch-katholischen Kirche brach.
      Der Film taucht ein in einen vielzitierten und wenig gelesenen Jahrhundertroman.

      Mittwoch, 21.09.22
      22:20 - 23:10 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Vor 100 Jahren wurde James Joyce‘ "Ulysses" in Paris veröffentlicht. Das Werk, an dem Joyce sieben Jahre lang schrieb, sollte für die Literatur und Kultur des 20. Jahrhunderts völlig neue Maßstäbe setzen. Obgleich zunächst aufgrund seines Schockfaktors in Amerika und Großbritannien verboten, hatte kein anderer Roman dieser Epoche eine ähnliche Tragweite. Schnell galt "Ulysses" als Meisterwerk der Moderne - nur in Irland nicht, wo Joyce des Verrats beschuldigt wurde, weil er aus voller Überzeugung mit Traditionen der irisch-katholischen Kirche brach.
      Der Film taucht ein in einen vielzitierten und wenig gelesenen Jahrhundertroman.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Ruán Magan

      Kein anderer Roman des 20. Jahrhunderts hat eine ähnlich imposante Tragweite: Joyce‘ „Ulysses“. Inspiriert von Homers „Odyssee“, beschreibt Joyce detailreich einen Tag von Leopold Bloom im verarmten Dublin. Seine „Odyssee der Gosse“ ist ein offener Angriff auf den göttlichen Anstand, geprägt von Chaos und Obszönität. Weltweit als Meisterwerk des Modernismus gefeiert, wurde „Ulysses“ in Amerika und Großbritannien wegen seines Schockfaktors zunächst verboten.

      In Irland wird Joyce des Verrats beschuldigt, weil er mit tief verankerten Traditionen der irisch-katholischen Kirche bricht. Dabei geht aus jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen hervor, dass sein Krieg gegen die Kirche durch ein tiefes Verantwortungsgefühl gegenüber seinem Volk und seiner Kultur motiviert war. „Ulysses“ kann durchaus als prophetischer Text gelten, der eine bessere Zukunft nicht nur für Irland, sondern auch für Europa und die Welt vorzeichnen wollte. Joyces beispielloses Genie inspirierte seither Künstler und Künstlerinnen wie Eileen Gray, Sergej Eisenstein, Man Ray und Bob Dylan.

      Nach der Vorlage des Historikers und Joyce-Experten Frank Callanan und unter Regie von Ruán Magan bringt „100 Jahre Ulysses“ uns eines der fesselndsten und brisantesten Bücher der literarischen Moderne näher. Interviews mit Schriftstellern und Wissenschaftlern wie Eimear McBride, Paul Muldoon, John McCourt und Margaret O'Callaghan sowie aufschlussreiches Archivmaterial und Werke von Jess Tobin, Brian Lalor und Holly Pereira bereichern die Dokumentation. In Kombination mit einem eindrücklichen Soundrack von Natasa Paulberg wird „100 Jahre Ulysses“ zu einer erkenntnisreichen Reise in das Herz dieses maßgeblichen und überaus aktuellen Romans.

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