• 21.11.2017
      21:55 Uhr
      Über Bananen und Republiken Dokumentation Frankreich 2017 | arte
       

      Die Dokumentation schildert, wie die Banane zum weltweiten Exportprodukt und die United Fruit Company - heute als „Chiquita“ bekannt - zu einem multinationalen Imperium wurde, das mittelamerikanische Nationen zu „Bananenrepubliken“ degradierte und mit Monokulturen hektarweise Landstriche zerstörte. Außerdem wird gezeigt, wie sich amerikanische Abenteurer in diktatorische „Bananenunternehmer“ verwandelten, die mithilfe eines gerissenen Werbefachmanns den Grundstein des globalisierten Kapitalismus legten.

      Dienstag, 21.11.17
      21:55 - 22:55 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Die Dokumentation schildert, wie die Banane zum weltweiten Exportprodukt und die United Fruit Company - heute als „Chiquita“ bekannt - zu einem multinationalen Imperium wurde, das mittelamerikanische Nationen zu „Bananenrepubliken“ degradierte und mit Monokulturen hektarweise Landstriche zerstörte. Außerdem wird gezeigt, wie sich amerikanische Abenteurer in diktatorische „Bananenunternehmer“ verwandelten, die mithilfe eines gerissenen Werbefachmanns den Grundstein des globalisierten Kapitalismus legten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Mathilde Damoisel

      Die Dokumentation „Über Bananen und Republiken“ schildert anhand seltener, teils bisher unveröffentlichter Archivbilder die Geschichte der United Fruit Company, die im 19. Jahrhundert gegründet wurde und fast ein Jahrhundert lang das Monopol über den weltweiten Bananenhandel innehatte. Die Firmenchefs waren teilweise mächtiger als Politiker und degradierten eigenständige Staaten in Mittelamerika zu sogenannte „Bananenrepubliken“, die ihrem Willen hilflos ausgeliefert waren.

      Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen zwei Männer: Minor Cooper Keith, der Gründer der United Fruit Company, und Samuel Zemmuray, sein Nachfolger an der Spitze des riesigen Unternehmens. Die beiden visionären, aber skrupellosen Pioniere des globalisierten Welthandels prägten Praktiken, die in multinationalen Großkonzernen noch heute gang und gäbe sind. Ihre Grundsätze hießen Streben nach Monopolstellung, Privatisierung der Ressourcen und Steuervermeidung; in Mittelamerika enteigneten sie Kleinbauern zugunsten großflächiger Monokulturen, wie sie von der Agroindustrie ohne Rücksicht auf Bodenqualität und Gesundheit der Arbeiter noch immer betrieben werden.

      Edward Bernays, der „Vater der modernen Öffentlichkeitsarbeit“, unterstützte die Unternehmer in ihren Vorhaben und schenkte ihnen ein Maskottchen, die „Miss Chiquita Banana“, die jahrzehntelang in Kino- und Fernsehspots zu sehen war und die Banane zur meistverzehrten Frucht der Welt machte.
      Die United Fruit Company war so einflussreich, dass sie die US-Regierung im Jahr 1954 davon überzeugte, den Sturz des demokratisch gewählten guatemaltekischen Präsidenten herbeizuführen, der die Vormachtstellung des Unternehmens im Land zu gefährden drohte. So erscheint der Siegeszug der Banane auch wie ein tragikomisches Gleichnis für den zweifelhaften Siegeszug des Kapitalismus.

      Gaël Giraud (Ökonom und Leiter der Französischen Entwicklungsagentur), Cécile Renouard (Philosophin und Leiterin des Programms „Ethik und Unternehmertum“ an der ESSEC Business School), und Geoffrey Jones (Professor für Unternehmensgeschichte an der Harvard Business School) erklären am Beispiel der Banane, wie sich die Mechanismen der wirtschaftlichen Globalisierung herausgebildet haben und bis heute funktionieren.

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      Dienstag, 21.11.17
      21:55 - 22:55 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

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