• 11.01.2019
      12:05 Uhr
      Tagesgespräch Datenschutz - Drei Irrtümer über gute Passwörter | ARD-alpha
       

      Ist Ihr Passwort leicht zu knacken? Viele Nutzer halten sich bei der Wahl ihres Passworts an überholte Regeln – und riskieren damit, leicht gehackt zu werden. So schützen Sie ihre Daten besser.

      Freitag, 11.01.19
      12:05 - 13:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Ist Ihr Passwort leicht zu knacken? Viele Nutzer halten sich bei der Wahl ihres Passworts an überholte Regeln – und riskieren damit, leicht gehackt zu werden. So schützen Sie ihre Daten besser.

       

      Jüngst machte der Datenklau, bei dem zahlreiche Konten von Prominenten und Politikern gehackt wurden, wieder einmal deutlich: Sensible Daten sind im Internet oft nicht sicher. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom. Ihr zufolge ist jeder zweite Nutzer im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität geworden.

      Schuld daran sind oft die Nutzer selbst, denn beim Schutz ihrer Konten wählen sie leicht zu knackende Passwörter – nicht zuletzt auch deswegen, weil immer noch viele Halbwahrheiten über den Umgang mit Passwörtern kursieren.
      Irrtum 1: Wunderwaffe s0nderZe!ch3n

      Ein Mantra, das sich bis heute eisern hält, lautet: Hauptsache Sonderzeichen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Zwar ist richtig, dass ein großer Zeichenraum (Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen und Zahlen) die Sicherheit erhöht, doch das allein macht noch kein gutes Passwort aus.

      Bei einem sogenannten Brute-Force-Angriff werden zigtausend Zeichenfolgen innerhalb von Sekunden durchprobiert – und diese enthalten auch Sonderzeichen, vor allem solche, die in bekannten Variationen vorkommen. Das Kennwort „Pa$$w0rt1!“ ist somit nicht sicher.
      Je länger und kreativer, desto besser

      Viel entscheidender ist die Länge und die Kreativität des Passworts. Grundsätzlich gilt: je mehr Zeichen, desto sicherer. Mindestens acht sollten es sein, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie. Besser sind jedoch mehr, weil sich die Sicherheit des Passworts mit jedem weiteren Zeichen exponentiell erhöht. Darüber hinaus sollten es keine Wörter aus gängigen Wörterbüchern sein, denn diese werden von Hackern als erstes durchprobiert.

      Tipp: Denken Sie sich einen eingängigen Satz aus und reihen Sie dann die Anfangsbuchstaben aneinander. „Jeden Morgen höre ich Bayern 2 und trinke dabei 3 Tassen schwarzen Tee!“ wird dann zu „JMhiB2utd3TsT!“.
      Irrtum 2: Passwort häufig wechseln

      Eine weitere Devise im Umgang mit Passwörtern lautet: Das Passwort regelmäßig ändern. Doch was einleuchtend klingen mag, ist wissenschaftlich umstritten.

      Verschiedene Studien, wie zum Beispiel die der University of North Carolina at Chapel Hill und der Carleton University legen nahe, dass sich die Praxis des Passwortwechselns nicht bewährt. Zwar ist es prinzipiell nicht schlecht, das Passwort regelmäßig zu ändern, doch verleitet es oftmals dazu, einfache und gut zu merkende Passwörter zu wählen. Außerdem ändern viele ihr altes Passwort nur geringfügig. Besser ist daher, für jeden Account ein individuelles und starkes Passwort zu wählen.
      Irrtum 3: Persönliche Fragen bieten viel Schutz

      Wie hieß Ihr erstes Haustier? Wie lautet der Geburtsname Ihrer Mutter? Um die eigenen Daten besser zu schützen, lassen sich Fragen wie diese bei vielen Internetseiten hinterlegen. Doch wirklich sicher sind diese nicht, denn die Antworten sind oft zu erraten oder, zum Beispiel über soziale Netzwerke, leicht herauszufinden.

      Viel effektiver ist die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Bei zahlreichen Plattformen wie Facebook, Google oder Amazon lässt sich einstellen, dass nach der Anmeldung ein zweites Einmal-Kennwort auf das Handy geschickt wird. Diese Methode ist zwar aufwendig, aber sehr sicher, da Hacker Zugriff auf das physische Handy bräuchten.

      Wie sicher Ihr Passwort ist, können Sie beispielsweise hier überprüfen.

      Mit dem "HPI Identity Leak Checker" können Sie mithilfe Ihrer E-Mailadresse überprüfen, ob Ihre Identitätsdaten ausspioniert worden sind.

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