• 04.06.2016
      18:20 Uhr
      Die Eroberung der Weltmeere Und die Macht der Wissenschaft - Thema: Meer entdecken! | arte
       

      Wem gehören die Weltmeere? Über Jahrtausende hatten die Ozeane keine Besitzer. Doch einige Paragrafen im Völkerrecht haben dieses Verständnis dramatisch verändert. Die Dokumentation geht der Frage nach, wie Wissenschaftler - weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit - Einfluss nehmen auf politische Entscheidungen, die über die Zukunft unserer Ozeane entscheiden.

      Samstag, 04.06.16
      18:20 - 19:15 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Wem gehören die Weltmeere? Über Jahrtausende hatten die Ozeane keine Besitzer. Doch einige Paragrafen im Völkerrecht haben dieses Verständnis dramatisch verändert. Die Dokumentation geht der Frage nach, wie Wissenschaftler - weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit - Einfluss nehmen auf politische Entscheidungen, die über die Zukunft unserer Ozeane entscheiden.

       

      Stab und Besetzung

      Produzent ZDF
      Regie Max Mönch, Alexander Lahl

      Wem gehören die Weltmeere? Über Jahrtausende hatten die Ozeane keine Besitzer. Küstenstaaten beanspruchten allenfalls einen schmalen Uferstreifen. Doch einige Paragrafen im Völkerrecht haben dieses Verständnis dramatisch verändert: Das Staatsgebiet endet nun nicht mehr am Ufer eines Meeres, sondern geht unter Wasser weiter.

      Es ist vergleichbar mit der Geschichte Afrikas, als die Kolonialmächte den Kontinent aufteilten. Statt militärischen, werden heute wissenschaftliche Begründungen herangezogen: "Festlandsockel" lautet das Zauberwort für das Neuland unter Wasser und gelangte fast unbemerkt als Zusatzartikel in das Internationale Seerecht. Seit der Ratifizierung in den 90er Jahren setzen nun Küstenstaaten alles daran, einen möglichst großen Festlandsockel nachzuweisen. Denn je größer der Sockel, desto größer das dazugehörige Meeresgebiet.

      Die Folgen sind noch nicht abzusehen. Nicht nur Konflikte über konkurrierende Gebietsansprüche zwischen den Staaten sind an der Tagesordnung. Auch kann niemand abschätzen, welche ökologischen Folgen es haben wird, wenn die Staaten in "ihre" Tiefsee vorrücken, um Rohstoffe aus dem Meeresboden zu gewinnen. Das Problem: Der Festlandsockel ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, nur Wissenschaftler können ihn bestimmen. So könnten mehr als 50 Prozent unserer Meere unter staatliche Hoheit fallen.

      Die Recherche für diese Produktion dauerte mehrere Jahre. Da die sehr diskret arbeitende Festlandsockelkommission zu keiner offiziellen Stellungnahme bereit war, mussten die Filmemacher verschlungene Wege gehen, um Experten vor die Kamera zu bekommen.

      Nach "Der Fluch der Meere - Plastik" (2012) und "Natur unter Beschuss" (2013) lenken die Autoren mit diesem Film die Aufmerksamkeit auf einen weiteren Skandal um die Weltmeere: ihre Besitznahme. "Die Einverleibung riesiger Ozeangebiete hat sich ohne große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vollzogen und läuft extrem intransparent. Kaum einer versteht, was da vor sich geht. Angesichts der ökologischen Fragilität wird es nun entscheidend sein, wie sich die Küstenstaaten verhalten. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie gefährlich ihre politischen und ökonomischen Interessen den Weltmeeren werden können."

      Dokumentation Deutschland 2015

      • Thema: Meer entdecken!

      Unsere Ozeane - sie sind die größte Klimamaschine, die weltweit wichtigste Nahrungsquelle und der Wirtschaftsraum der Zukunft. Bis heute sind weite Teile der Ozeane unerforscht und das Leben darin ein großes Geheimnis. Was wissen wir über diesen größten, zusammenhängenden Lebensraum unseres Planeten? Wo steht die Forschung in der Erkundung und dem Schutz unserer Ozeane? Wie sieht die Zukunft unserer Meere aus?

      Jedes Jahr am 8. Juni feiern die Vereinten Nationen den Welttag der Meere. Aus diesem Anlass taucht ARTE am Samstag einen ganzen Tag lang mit Meeresforschern und Biologen ein in die faszinierende Welt unserer Ozeane.

      ARTE beleuchtet kritisch den Tiefseebergbau am Meeresgrund und stellt in einer investigativen Wissenschaftsdokumentation die Frage, wem die Ozeane gehören. Porträts mutiger Meeresbiologinnen sowie eine Reihe über Völker, die seit Jahrtausenden mit und vom Meer leben, machen diesen Tag zu einem maritimen Erlebnis.
      Der 4. Juni ist für ARTE der Auftakt zur Medienpartnerschaft mit dem Wissenschaftsjahr 2016*2017. Unter dem Motto "Meere und Ozeane" widmet sich die Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein ganzes Jahr der Meeresforschung und ihren künftigen Herausforderungen. ARTE wird das Wissenschaftsjahr 2016*2017 über den Juni hinaus mit Dokumentationen zu verschiedenen Aspekten der Meeresforschung - wie zum Beispiel den Gefahren des Mikroplastiks im Meer - begleiten.

      Online haben Interessierte Gelegenheit, sich unabhängig vom TV-Programm ganzjährig über das Ökosystem Ozean zu informieren: Von Juni an wird ARTE Future (future.arte.tv) gemeinsam mit dem Wissenschaftsjahr in spannend aufbereiteten Recherchen darüber berichten, wie man den Lebensraum Ozean schützen kann.

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