ARD Themenwoche 2017 Woran glaubst Du?

12.06.2017
22:45 Uhr
Land ohne Glauben? Die Story im Ersten - ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?" | Das Erste
Tipp

Im Osten Deutschlands, auf dem Gebiet der früheren DDR, ist das Christentum ein verschwindendes Phänomen. Religionssoziologen sprechen gar von einer der "gottlosesten Regionen der Welt". Konfessionslos ist das neue Normal. Das trennt die östlichen Bundesländer vom Westen Deutschlands, in dem trotz stabiler Kirchenaustrittszahlen immer noch eine Kultur der Konfessionalität herrscht. Die Dokumentation zeigt, wie die Kirchen mit diesem Traditionsabbruch umgehen. Sie fragt, ob es Folgen für das Zusammenleben hat, wenn die Kirchen als Vermittler von Werten praktisch ausfallen.

Im Osten Deutschlands, auf dem Gebiet der früheren DDR, ist das Christentum ein verschwindendes Phänomen. Religionssoziologen sprechen gar von einer der "gottlosesten Regionen der Welt". In Sachsen-Anhalt gehören 83 Prozent der Einwohner keiner christlichen Kirche mehr an, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind es jeweils knapp 80 Prozent. Und dass Religion und Kirche wichtig oder sehr wichtig für das eigene Leben sind, dem stimmen in Ostdeutschland gerade noch 10 Prozent der Bevölkerung zu.

Konfessionslos ist das neue Normal. Das trennt die östlichen Bundesländer vom Westen Deutschlands, in dem trotz stabiler Kirchenaustrittszahlen immer noch eine Kultur der Konfessionalität herrscht. Was dort noch immer einigermaßen selbstverständlich ist - Kinder taufen zu lassen, sie zum Konfirmandenunterricht oder zur Firmung zu schicken -, das ist im Osten zur Ausnahme geworden. In den meisten Familien wachsen die Kinder schon in der dritten Generation ohne Kontakt mit religiösem Wissen und ohne Erfahrungen mit religiöser Praxis auf: ein Traditionsabbruch, der unumkehrbar scheint.

Die Dokumentation macht sich auf die Reise in dieses Land ohne Glauben. Sie zeigt, wie die Kirchen mit diesem Traditionsabbruch umgehen. Sie fragt, ob es Folgen für das Zusammenleben hat, wenn die Kirchen als Vermittler von Werten praktisch ausfallen. Sie trifft Menschen, die schon lange nichts mehr mit der Kirche zu tun haben oder irgendwie doch: ein Paar, das auf dem eigenen Grundstück eine Kirche baut, aber nicht als religiösen Raum, sondern als Veranstaltungsort für feierliche weltliche Trauungen, und einen Verein, der für den Erhalt seiner Dorfkirche kämpft und der aus vielen Konfessionslosen besteht.

Die Dorfkirche ist in vielen Ortschaften, in denen die Kneipe schon lange verrammelt ist und der Dorfkonsum schon seit Jahrzehnten geschlossen hat, der einzige Ort, an dem sich die Bürgergemeinde versammeln kann.

ARD-Themenwoche 2017: "Woran glaubst Du?"

Auf der Suche nach uns selbst, nach letzten Gewissheiten und unserem Lebenssinn schlagen wir verschiedene Wege ein. Ganz gleich, ob wir an Gott oder an die Vernunft glauben oder zum Meditationskurs gehen: "Woran glaubst Du?" ist eine Frage, die jeden betrifft, der man sich nicht einfach entziehen kann. Trifft sie doch den Kern des Menschseins.

Gerade in einer Zeit, in der zum einen Unkenntnis und Ratlosigkeit in Glaubensangelegenheiten zunehmen, zum anderen sich Familienstrukturen massiv ändern und Arbeitsverhältnisse unsicherer werden, kommt der Frage nach den Gewissheiten eine grundlegende Bedeutung zu. Auch wenn Menschen den Volkskirchen den Rücken kehren, gibt es ein wachsendes Interesse an Religion, einer Sehnsucht nach Spiritualität und Neugier auf übersinnliche Erfahrungen.

In der ARD-Themenwoche soll der Blick für viele Spielarten des Glaubens geöffnet, traditionelle Glaubenswelten und esoterische Strömungen sollen gleichermaßen dargestellt werden. Die Themenwoche untersucht, ob und wie die Kraft des Glaubens Menschen heute helfen kann, ihr Leben angesichts einer Fülle von Entscheidungsmöglichkeiten und der Herausforderung einer sich rasant verändernden Gesellschaft zu gestalten.

Das Erste

Montag, 12.06.17 | 22:45 - 23:30 (45 Min.)