• 22.06.2018
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Von Geld und Macht - dürfen Reiche alles? | SR Fernsehen
       

      Geld regiert die Welt. Und wenn wir ehrlich sind: Wer wäre nicht gerne reich? Wer Geld hat, kann sich alles leisten. - Aber heißt das auch, dass Reiche sich alles erlauben dürfen? Geld und Macht gehören zusammen. Die Mächtigen sind wohlhabend und die Reichen haben Ansehen und Einfluss. Aber gehen Reichtum und Status nur mit zahlreichen angenehmen Privilegien einher? Oder besteht auch eine Pflicht zur Verantwortung für Umwelt und Mitmenschen?

      Freitag, 22.06.18
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Geld regiert die Welt. Und wenn wir ehrlich sind: Wer wäre nicht gerne reich? Wer Geld hat, kann sich alles leisten. - Aber heißt das auch, dass Reiche sich alles erlauben dürfen? Geld und Macht gehören zusammen. Die Mächtigen sind wohlhabend und die Reichen haben Ansehen und Einfluss. Aber gehen Reichtum und Status nur mit zahlreichen angenehmen Privilegien einher? Oder besteht auch eine Pflicht zur Verantwortung für Umwelt und Mitmenschen?

       

      Geld regiert die Welt. Und wenn wir ehrlich sind: Wer wäre nicht gerne reich? Wer Geld hat, kann sich alles leisten. - Aber heißt das auch, dass Reiche sich alles erlauben dürfen?
      Geld und Macht gehören zusammen. Die Mächtigen sind wohlhabend und die Reichen haben Ansehen und Einfluss. Aber gehen Reichtum und Status nur mit zahlreichen angenehmen Privilegien einher? Oder besteht auch eine Pflicht zur Verantwortung für Umwelt und Mitmenschen?

      Oft wirken Reiche egoistisch auf andere. Viele scheinen angetrieben vom Fokus auf Geld, Konsum und Besitz. Ist es nicht ungerecht, dass denjenigen, die ohnehin schon alles haben, auch noch sämtliche Türen offenstehen? Dass sie oft als Gewinner durchs Leben gehen, scheinbar mühelos - und oftmals auch rücksichtslos? Das gängige Vorurteil: Reiche Menschen denken, ihnen gehöre die Welt.

      Doch gleichzeitig blicken wohl die meisten von uns nicht ganz ohne Neid auf die Besserverdiener. Wir beobachten die Reichen und Schönen und träumen uns manchmal selbst in ein Jetset-Leben. Denn für viele Menschen ist es das Ziel im Leben, einmal ausgesorgt zu haben. So viel zu verdienen, dass ein sorgloses und luxuriöses Dasein möglich ist. Doch bedeutet viel Geld wirklich automatisch ein sorgenfreies Leben?

      Welchen Stellenwert nimmt Geld in unserer Gesellschaft ein? Kann man sich alles erkaufen, wenn nur der Preis stimmt? Und was macht Geld mit dem Charakter der Menschen?

      Die Gäste bei Michael Steinbrecher:
      Als Unternehmer und Immobilieninvestor genießt Dr. Dr. Rainer Zitelmann die Früchte seiner Arbeit. Und er setzt sich für die Rechte der Reichen ein. Denn der mehrfache Millionär ist überzeugter Verfechter des Kapitalismus und sicher: "Reiche sind eine Minderheit, die sich von anderen dadurch unterscheidet, dass man öffentlich schlecht über sie sprechen darf."

      "Reichtum ohne Armut ist nicht möglich", entgegnet dem Christoph Sieber. Der Kabarettist beobachtet, dass sich Reiche in unserer Gesellschaft deutlich mehr erlauben können als der Durchschnittsbürger. Die Folge sei eine gespaltene Gesellschaft mit vielen Verlierern. "Wir müssen aufpassen, dass Reiche nicht alles dürfen!", warnt Sieber.

      Auf der Gewinnerseite steht hingegen Aksana Demakina. Als Tochter eines vermögenden Unternehmers wusste sie schon früh, welche Chancen sich mit einem vollen Geldbeutel eröffnen. "Ich wollte immer an Geld kommen. Damit verbinde ich Freiheiten", sagt die Unternehmerin, die heute in Berlin und Dubai arbeitet und sich von allem nur das Beste gönnt.

      Den Wunsch nach einem unabhängigen Leben hatte auch Harald Gruber. Der Koch erfüllte sich den Traum eines eigenen Lokals. Doch als ein millionenschwerer Investor das Haus kaufte und sanierte, erlebte der 51-Jährige ein böses Erwachen: "Wir konnten tagsüber nicht mehr aufsperren, ständig Lärm und Dreck." Am Ende erwirkte der Investor die Zwangsräumung und Gruber verlor seine Existenz.

      Auch Helga Hofmann wurde Opfer. Sie fiel auf einen skrupellosen Anlagebetrüger rein, der sich mit ihrer hart ersparten Altersvorsorge ein schönes Leben in Saus und Braus machte. "Wenn man plötzlich merkt: 'Mein Geld ist weg! bricht die Welt zusammen", sagt Hofmann. Statt eines sorglosen Lebensabends, musste die Seniorin noch im Rentenalter putzen gehen.

      Die Schattenseiten des Geldes hat Dirk Homeister erlebt. Als Bankmanager verkaufte er unnötige Finanzprodukte an seine Kunden. "In Seminaren wurden uns Tipps gegeben, mit welchen Tricks man die Leute in die Bank lockt, um ihre Unterschrift zu bekommen." Als er die Arbeit nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, wechselte Homeister die Seiten und arbeitet heute als Käser.

      "Geld und Macht sind untrennbar miteinander verbunden", sagt Prof. Dr. Sighard Neckel. Der Soziologe beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Gesellschaftsanalyse und dem sozialen Wandel. "Wenn die Vermögenden damit drohen können, dem Staat Mittel zu entziehen, dann erlangen sie Einfluss und Macht", so Neckels Erkenntnis.

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