• 05.10.2018
      09:30 Uhr
      Zeit ist Geld Dokumentarfilm Frankreich / Spanien 2016 | arte
       

      Wasser, Erdöl, seltene Erden - begehrte Rohstoffe, zu denen sich fortan ein weiterer gesellt: Zeit. Der Dokumentarfilm reist um die Welt und zeigt, wie Zeit im Zuge des Kapitalismus und der Globalisierung zu einem Marktwert wurde, wie die tickende Uhr die Macht über unser Arbeits- und Privatleben übernommen hat. Wie kam es zu dieser Entwicklung, dass wir ständig Zeit sparen und immer noch effizienter sein müssen? Von Zeitdieben wie sozialen Netzwerken bis hin zu unserer modernen Selbstbedienungskultur - lässt sich die Kontrolle über die kostbare und begrenzte Ressource Zeit zurückgewinnen?

      Freitag, 05.10.18
      09:30 - 10:55 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo HD-TV

      Wasser, Erdöl, seltene Erden - begehrte Rohstoffe, zu denen sich fortan ein weiterer gesellt: Zeit. Der Dokumentarfilm reist um die Welt und zeigt, wie Zeit im Zuge des Kapitalismus und der Globalisierung zu einem Marktwert wurde, wie die tickende Uhr die Macht über unser Arbeits- und Privatleben übernommen hat. Wie kam es zu dieser Entwicklung, dass wir ständig Zeit sparen und immer noch effizienter sein müssen? Von Zeitdieben wie sozialen Netzwerken bis hin zu unserer modernen Selbstbedienungskultur - lässt sich die Kontrolle über die kostbare und begrenzte Ressource Zeit zurückgewinnen?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Cosima Dannoritzer

      Wohl jeder hat schon mal seine Bordkarte selbst ausgedruckt, sein Gepäck selbst aufgegeben, mühevoll selbst Möbel aufgebaut oder sich mit einer Selbstbedienungskasse herumgeschlagen. Und wohl jeder hat sich schon einmal gefragt, wer hier eigentlich wen bezahlen sollte für die getane Arbeit. Der Dokumentarfilm reist um die Welt und zeigt, wie Zeit zu einem Marktwert wurde, wie die tickende Uhr die Macht über unser Arbeits- und Privatleben übernommen hat. Lässt sich die Kontrolle über diese kostbare und begrenzte Ressource zurückgewinnen?

      In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Industrialisierung die Stempeluhr erfunden - der Beginn von Produktivitätssteigerung und Optimierung von Arbeitsprozessen. 1912 legte das Pariser Observatorium die „Universalzeit“ für die ganze Welt fest. Seitdem gibt sie immer mehr den den Takt vor.

      Um Zeit zu sparen, reduzierte eine Firma der Geflügel-Industrie in den USA die Toilettenpausen ihrer Arbeiter auf sieben Minuten pro Tag. In Japan sind 40 Prozent der Japaner von einem Burnout betroffen; Suizide häufen sich. Dabei hatte der gesellschaftliche Druck, immer mehr zu arbeiten und infolgedessen überhaupt keinen Urlaub mehr zu nehmen, so verheerende ökonomische Folgen, da weniger konsumiert wurde, dass die Regierung gegensteuerte. Und in Deutschland hat sich der Verbraucherzentrale Bundesverband entschieden, Facebook zu verklagen, weil wir dessen Nutzung, obwohl kostenlos, mit unseren Daten und unserer Zeit bezahlen. In Frankreich ermöglicht das Mathys-Gesetz, Kollegen einen Teil seiner Urlaubstage zu spenden, wenn diese schwerkranke Angehörige betreuen. Ihnen wird mehr Zeit für ihre Familie geschenkt.

      Im Laufe eines Jahrhunderts ist Zeit zu Geld geworden - eine Folge des Kapitalismus und der Globalisierung. Der Dokumentarfilm beschreibt diese Entwicklung: von der Einrichtung von Zeitzonen im 19. Jahrhundert bis hin zu unserer modernen Gesellschaft, in der viele meinen, Auszeiten könnten vor allem der Produktivität schaden.
      Zu Wort kommen die Historiker Robert Levine und Jane Lancaster, der Essayist Jonathan Crary, Zeit-Coach Magali Combal, die Soziologin Marie-Anne Dujarier sowie Angestellte aus Japan, Frankreich, Großbritannien und den USA.

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