• 20.06.2018
      23:15 Uhr
      We Come as Friends Dokumentarfilm Frankreich / Österreich 2014 | arte
       

      Afrika - der Kontinent, der als Ursprung und Wiege der Menschheit gilt. Nach Versklavung, Kolonialisierung und Unabhängigkeitsbewegungen scheint der Sudan, eines der größten Länder Afrikas, immer noch von den Folgen der Globalisierung und des Neokolonialismus beherrscht. In Hubert Saupers Dokumentarfilm "We Come as Friends" erfährt der Zuschauer hautnah, wie die Interessen Chinas und der Vereinigten Staaten bezüglich der sudanesischen Boden- und Naturschätze kollidieren und sich dabei hinter vorgeschobenen interkulturellen Freundschaften zu verstecken versuchen.

      Mittwoch, 20.06.18
      23:15 - 01:00 Uhr (105 Min.)
      105 Min.
      VPS 23:20
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Afrika - der Kontinent, der als Ursprung und Wiege der Menschheit gilt. Nach Versklavung, Kolonialisierung und Unabhängigkeitsbewegungen scheint der Sudan, eines der größten Länder Afrikas, immer noch von den Folgen der Globalisierung und des Neokolonialismus beherrscht. In Hubert Saupers Dokumentarfilm "We Come as Friends" erfährt der Zuschauer hautnah, wie die Interessen Chinas und der Vereinigten Staaten bezüglich der sudanesischen Boden- und Naturschätze kollidieren und sich dabei hinter vorgeschobenen interkulturellen Freundschaften zu verstecken versuchen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Hubert Sauper

      Nach "Darwin's Nightmare" erregt Hubert Sauper mit seinem Dokumentarfilm "We Come as Friends" erneut Aufsehen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in eines der größten Länder Afrikas: den Sudan. Dabei zeigt er ungeschönt und kompromisslos die verheerenden Folgen der Globalisierung und des Kolonialismus.

      Der Sudan gehört zu einem der politisch unübersichtlichsten Gebiete der Welt. Nach der sudanesischen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 2011 ist das Land in zwei verfeindete Nationen gespalten. Der Südsudan hat sich zwar aus arabischer Bevormundung gelöst, aber muss erst lernen als unabhängiger Staat zu funktionieren. Ein selbst gebautes Kleinflugzeug ermöglicht dem Zuschauer einen Blick aus der Vogelperspektive: Wald, Müllhalden, auf das Nötigste beschränkte Dörfer und gigantische Raffinerien Seite an Seite.

      Die Menschen unterliegen Not und Ausbeutung. Unter dem Vorwand der Entwicklungshilfe verschmutzen Chinesen und Amerikaner die Natur, die Menschen werden enteignet. Propaganda und Paternalismus gleichkommend missionieren texanische Evangelikale das Land, versteckt hinter Projekten humanitärer Hilfe. Sauper lässt sudanesische und internationale Entscheidungsträger, Politiker und Profiteure zu Wort kommen, er verleiht aber auch den Einheimischen eine Stimme.

      Der Film liefert kein endgültiges Urteil, vielmehr regt er zum Nachdenken über ein komplexes und problematisches Thema an: den Neokolonialismus. Trotz möglicher Kritik an Vereinfachungen und Ungenauigkeiten hinterlässt der Film einen bleibenden Eindruck. Die eingefangen Bilder und Worte sprechen für sich. Sauper arbeitet das Wesentliche heraus: das große Fressen der Raubtiere. Denn um es mit der Stimme eines Einheimischen zu sagen: "Selbst der Mond gehört dem weißen Mann."

      Können sich die Sudanesen überhaupt als frei und unabhängig bezeichnen?
      Der Film erhielt im Jahr 2014 den Friedensfilmpreis der Berlinale sowie den Sonderpreis der Jury beim Sundance Film Festival.

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