• 18.03.2018
      10:45 Uhr
      Eine Stadt im Goldglanz - Die Schmuckindustrie in Pforzheim Aus der Reihe "Geschichte im Südwesten" | SR Fernsehen
       

      Goldschmuck - Pforzheim lebt von diesem edlen Geschmeide. "Klein Genf" nannte man früher die Stadt scherzhaft. Warum entstand gerade hier am Rand des nördlichen Schwarzwaldes eine Goldstadt? Mit der Pforzheimerin Ana Kugli geht der Film auf Entdeckungsreise - nach den Spuren des Goldes.

      Sonntag, 18.03.18
      10:45 - 11:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Goldschmuck - Pforzheim lebt von diesem edlen Geschmeide. "Klein Genf" nannte man früher die Stadt scherzhaft. Warum entstand gerade hier am Rand des nördlichen Schwarzwaldes eine Goldstadt? Mit der Pforzheimerin Ana Kugli geht der Film auf Entdeckungsreise - nach den Spuren des Goldes.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Tamara Spitzing

      Bis heute werden circa 70 Prozent des Umsatzes der deutschen Schmuckwarenindustrie in Pforzheim erwirtschaftet. Bereits um 1800 galt die Stadt weltweit als bedeutendstes Zentrum der Schmuckfabrikation. Der Anfang reicht 250 Jahre zurück. Ein französischer Unternehmer erhielt vom Markgraf Karl Wilhelm von Baden die Erlaubnis, eine Uhren- und Bijouterie-Fabrik zu errichten. Die Bedingung war, die Armen und Waisen in Pforzheim zu beschäftigen. Aufgrund des Erfolges entwickelte sich Pforzheim zur "ersten Fabrikstadt der Markgrafschaft Baden". Zugleich entstand die erste Berufsschule der Welt, eine Zeichenschule für die Schmuckherstellung. Daraus entwickelte sich eine Goldschmiedeschule, heute weltweit gefragt als Ausbildungsstätte.

      Unzählige Firmenchefs der Branche und deren Vorfahren haben hier die Schulbank gedrückt. Viele Betriebe sind seit mehreren Generationen am Ort. Darunter ist die Firma Wellendorff, die heute zu den edelsten Schmuckmanufakturen Deutschlands gehört und Boutiquen in Peking und Las Vegas unterhält. Älteste und größte Trauringmanufaktur ist die Firma August Gerstner, die inzwischen in sechster Generation geführt wird. Berühmt wurde sie durch fugenlose Eheringe, die der Ururgroßvater erfand und patentieren ließ.

      Nach dem Zweiten Weltkrieg war Pforzheim fast vollständig zerstört. Auch die Schmuckindustrie, im Krieg für die Munitionsherstellung eingesetzt, musste neu anfangen. Die fernöstliche Konkurrenz machte der Goldbranche später erneut schwer zu schaffen. Doch die starken Pforzheimer Familienunternehmen haben den Krisen getrotzt und erhalten die 250-jährigeTradition der Stadt am Leben. So dreht sich hier immer noch alles um eines - um Gold und Schmuck.

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