• 15.06.2018
      03:15 Uhr
      artour Das Kulturmagazin des MDR | MDR FERNSEHEN Mediathek
       

      Themen u.a.:

      • Gesinnungsdiskussion in der Gedenkstätte Hohenschönhausen?
      • Die Zerstörung der Welt durch die Touristen
      • DDR-Kunst im Albertinum Dresden
      • Friedrich Wolf: Kommunist und Lebemann

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 15.06.18
      03:15 - 03:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen u.a.:

      • Gesinnungsdiskussion in der Gedenkstätte Hohenschönhausen?
      • Die Zerstörung der Welt durch die Touristen
      • DDR-Kunst im Albertinum Dresden
      • Friedrich Wolf: Kommunist und Lebemann

       
      • Gesinnungsdiskussion in der Gedenkstätte Hohenschönhausen?

      Der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Siegmar Faust beendet. Der Vorwurf: Faust würde eine Nähe zur AfD öffentlich kundtun und den Holocaust relativieren. Gegen diese Darstellung setzt sich Faust in einer Veröffentlichung zur Wehr und die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld springt Siegmar Faust bei. Jetzt hat sich auch der Historiker Jens Gieseke vom Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung zu Wort gemeldet und attestiert vielen ehemaligen Bürgerrechtlern einen "ungebremsten Hass auf alles Linke", mit dem sie zunächst in der CDU gut aufgehoben waren und nun eine geistige Heimat in der AfD fänden. Am 12.6. wurde im Beirat der Gedenkstätte Hohenschönhausen zur "Causa Faust" beraten. "artour" spricht mit Jens Gieseke, Historiker am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, mit dem Publizisten Christoph Dieckmann, mit Siegmar Faust und mit dem Sprecher der Gedenkstätte Hohenschönhausen.

      • Die Zerstörung der Welt durch die Touristen

      "Die Welt im Selfie" - Wie der Tourismus Städte zerstört. Der Tourismus ist die größte Industrie der Welt, so der italienische Autor und Journalist Marco d'Eramo. Und der Tourismus hat fatale Folgen: Er verdrängt Einheimische, zerstört Landschaften und Städte. In seinem scharfsinnigen Buch "Die Welt im Selfie" analysiert d'Eramo unser "touristisches Zeitalter": Er schreibt über die Touristen, die zwanghaft auf der Suche nach dem Authentischen sind und gleichzeitig eine perfekte moderne Infrastruktur verlangen. Darüber, wie sich Innenstädte im Zeitalter von "Airbnb" verändern und für Einheimische unerschwinglich werden.

      • DDR-Kunst im Albertinum Dresden

      Am 15.6.18 eröffnet im Dresdner Albertinum eine große Ausstellung unter dem Titel "Ostdeutsche Malerei und Skulptur 1949-1990". Diese Ausstellung dürfte vor dem Hintergrund, dass es Ende 2017 eine heftig geführte Debatte um die Präsenz ostdeutscher Kunst im Dresdner Albertinum gab, mit besonderem Augenmerk verfolgt werden. "artour" spricht mit der Direktorin des Albertinums, Hilke Wagner, die seit 3 Jahren im Amt ist, mit dem Kunstkritiker und Kurator Paul Kaiser und mit dem Dresdner Maler Hubertus Giebe.

      • Friedrich Wolf: Kommunist und Lebemann

      Arzt war er und Schriftsteller, atheistischer Jude, überzeugter Humanist, gläubiger Kommunist, glühender Pazifist und naiver Kämpfer für eine bessere, gerechtere Welt. Er floh vor den Nazis und vor Stalins Schergen, wurde nach dem Krieg hochdekorierter DDR-Funktionär, erster Botschafter der DDR in Polen, Gründungsmitglied der Akademie der Wissenschaften. Er gehörte zur Aufbaugeneration der DDR und damit zu jenen linken Intellektuellen, die nach der Erfahrung des Faschismus und zweier Kriege unbedingt an eine neue kommunistische Gesellschaft glauben wollten. Bis zu seinem Tod schrieb er, fast wie getrieben, sozialkritische Theaterstücke und Romane, Märchen für Kinder, satirische Texte. Gedichte schrieb er auch, meistens, wenn er verliebt war. Friedrich Wolf war eine schillernde Gestalt, kämpferisch, charismatisch und ganz zweifellos ein schwärmerischer Frauenheld. Sieben Kinder hinterließ er bei seinem Tod 1953, vier eheliche und drei uneheliche, unter ihnen Markus Wolf, der spätere Geheimdienstchef der DDR und Konrad Wolf, Filmregisseur bei der DEFA.
      Geprägt durch die Erfahrung zweier Kriege steht Friedrich Wolfs Schicksal und sein Lebensweg für die sozialen und politischen Umbrüche, die diese Generation so intensiv erlebte.

      "artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen. Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.

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