• 13.06.2018
      00:00 Uhr
      Bücherjournal Moderation: Julia Westlake | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Das Buch von Reemtsma-Sohn Johann Scheerer
      • Das bewegende Buch einer ALS-Kranken
      • Die letzten Kriegsmonate in Schleswig-Holstein: Der neue Roman von Ralf Rothmann
      • Die Hamburger Autorin Verena Carl als Gast im Bücherjournal
      • Das Vermächtnis von Star-Statistiker Hans Rosling
      • Wie Frauen in Ägypten leben: Der eindrückliche Bildband von Amélie Losier
      • Das NDR Buch des Monats: "Sämtliche Gedichte" von Matthias Politycki
      • Die verborgene Seite Hollywoods: Alex Pragers Fotos von der Traumfabrik

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 13.06.18
      00:00 - 00:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Themen:

      • Das Buch von Reemtsma-Sohn Johann Scheerer
      • Das bewegende Buch einer ALS-Kranken
      • Die letzten Kriegsmonate in Schleswig-Holstein: Der neue Roman von Ralf Rothmann
      • Die Hamburger Autorin Verena Carl als Gast im Bücherjournal
      • Das Vermächtnis von Star-Statistiker Hans Rosling
      • Wie Frauen in Ägypten leben: Der eindrückliche Bildband von Amélie Losier
      • Das NDR Buch des Monats: "Sämtliche Gedichte" von Matthias Politycki
      • Die verborgene Seite Hollywoods: Alex Pragers Fotos von der Traumfabrik

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Katja Theile
      Moderation Julia Westlake
      Redaktionelle Leitung Christoph Bungartz
      Redaktion Niels Grevsen
      • Das Buch von Reemtsma-Sohn Johann Scheerer

      Johann Scheerer war 13 Jahre alt, als sein Vater Jan Philipp Reemtsma, Sozialwissenschaftler und Millionenerbe eines Tabakkonzerns, am 25. März 1996 entführt wurde. Für den Teenager begannen die schlimmsten 33 Tage seines Lebens. Gemeinsam mit seiner Mutter bangte er um den Vater. In seinem Buch "Wir sind dann wohl die Angehörigen" (Piper Verlag) beschreibt der heute 35-Jährige seine Angst und die quälende Ungewissheit. Er schildert, wie sich sein Zuhause in eine Festung verwandelt und ihm selbst nichts anderes zu tun bleibt als zu warten und zu hoffen. In der Musik findet er einen Rettungsanker. Sie hilft ihm, das Gefühlschaos zu ertragen. Heute ist Johann Scheerer Musikproduzent in Hamburg. Mit seinem Buch hat er sich dem Trauma gestellt, das ihn seit 22 Jahren nicht loslässt.

      • Das bewegende Buch einer ALS-Kranken

      ALS ist eine der letzten Krankheiten, die tödlich verlaufen, gegen die die Medizin vollkommen machtlos ist. Die Diagnose bedeutet den sicheren und schnellen Tod. Nina Zacher war erst 40 Jahre alt, als sie durch ALS aus einem erfüllten Alltag als Ehefrau und Mutter von vier Kindern gerissen wurde. Sie starb im Mai 2016. Für die letzten Monate ihres Lebens stellte sich Nina Zacher eine Aufgabe: Zusammen mit ihrem Mann und der Ghostwriterin Dorothea Seitz verfasste sie ein Drehbuch: "Such dir einen schönen Stern am Himmel" mit dem Untertitel: " Krankheit ALS. Die Geschichte eines Abschieds" (Fischer Taschenbuch). Darin erzählt sie, was es bedeutet zu wissen, dass man dieses Leben verlassen muss. Und zugleich ist Nina Zachers Buch auch ein Versuch, Aufmerksamkeit für eine Krankheit zu wecken, die auf dem Vormarsch ist. Die Zahlen von Neuerkrankungen steigen sprunghaft an. Schon kurz nach der Diagnose begann Nina Zacher ihre Krankheit öffentlich zu machen. Zehntausende Menschen folgten ihr bei Facebook. Dokumentiert wird ein Kampf, den die Betroffenen nur verlieren können. Dennoch, so die Botschaft des Buches, kann der Tod auch eine Art Geschenk sein: Erst im Angesichts des Endes versteht man das Leben.

      • Die letzten Kriegsmonate in Schleswig-Holstein: Der neue Roman von Ralf Rothmann

      In seinem hoch gelobten Roman "Im Frühling sterben" erzählte Ralf Rothmann von zwei jungen Melkern aus Schleswig- Holstein, die noch in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges eingezogen worden sind. Sein neues Buch "Der Gott jenes Sommers" (Suhrkamp) ist das Gegenstück dazu: Es spielt an dem Ort, den die beiden Männer noch kurz vor Kriegsende verlassen mussten. Im Mittelpunkt steht ein junges Mädchen, das mit seiner Familie aus dem bombardierten Kiel auf ein Gut geflohen ist. Sie muss die Entbehrungen und die Ängste in Kriegszeiten erleben, wird mit dem Schicksal von Gefangenen konfrontiert, mit dem Verschwinden der eigenen Schwester. Sie erlebt die ersten zarten Gefühle für einen jungen Mann, doch ein anderer wird sich ihr gewaltsam nähern. Ralf Rothmann beschreibt aus der Perspektive des Mädchens, das mit wachen Augen auf die Welt der Erwachsenen schaut und doch nicht alles verstehen kann.

      • Die Hamburger Autorin Verena Carl als Gast im Bücherjournal

      Was macht man, wenn man merkt, dass das Leben nicht so läuft, wie man es sich erhofft hat? Wenn es sich klein und eng anfühlt? Davon erzählt der Roman "Die Lichter unter uns" (S. Fischer). Die Hauptfigur, die Hamburgerin Anna, macht mit ihrer Familie Urlaub auf Sizilien. Doch das erwartete Glück will sich nicht einstellen, stattdessen Geldsorgen, ständig muss gespart werden, und Streit wegen der Kinder. Anna beobachtet einen älteren Touristen aus Berlin, der, so glaubt sie, mit seiner jungen Freundin ein großzügigeres, glücklicheres Leben führt. Was sie nicht weiß: Er verdrängt eine lebensbedrohliche Diagnose. Und auch sein vermeintlich erfülltes Liebesleben ist nicht so wie es scheint. Die Hamburger Autorin Verena Carl schreibt mit großem Gespür für die Innenwelten ihrer Figuren, für ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte. Ein starker Roman.

      • Das Vermächtnis von Star-Statistiker Hans Rosling

      Katastrophen, Kriege, Klimawandel. Um die Welt steht es so schlecht wie nie zuvor. Denkt man zumindest. Doch die Fakten des schwedischen Wissenschaftlers Hans Rosling zeigen: Es gibt mehr Fortschritt, als man glaubt. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen bei der Geburt weltweit liegt heute bei über 70 Jahren. Mehr als 80 Prozent aller Kinder sind geimpft. In den letzten 20 Jahren hat sich der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung mehr als halbiert. Ob Schulbildung der Mädchen, Zugang zu sauberem Wasser, Staaten mit Demokratie, Frauenrechte, die Kurven zeigen nach oben. Im vergangenen Jahr ist Rosling gestorben, sein Sohn und seine Schwiegertochter haben sein letztes Buch "Factfulness" (Ullstein) beendet und jetzt veröffentlicht.

      • Wie Frauen in Ägypten leben: Der eindrückliche Bildband von Amélie Losier

      Groß waren die Erwartungen, die mit der ägyptischen Revolution verbunden waren, nicht nur, aber auch von Frauen. Ging es doch nicht nur darum, gegen das politische System Mubaraks aufzustehen, sondern auch gegen alte Wertvorstellungen und Geschlechterungerechtigkeit. Und jetzt, wo nicht mehr viel von den erhofften und auf dem Tahrir-Platz geforderten Freiheiten übrig ist: Wie stellt sich die Situation für die Frauen in Ägypten dar? Die Fotografin Amélie Losier hat sich aufgemacht, ägyptische Frauen in ihrem Umfeld zu porträtieren und zeigt in ihrem Fotoband beeindruckende Bilder von Frauen fernab der westlichen Klischees der arabischen Frau: "SAYEDA" (Nimbus Verlag).

      • Das NDR Buch des Monats: "Sämtliche Gedichte" von Matthias Politycki

      Kunstvoll und zugleich lebensnah, anspruchsvoll und trotzdem verständlich: Der Hamburger Schriftsteller Matthias Politycki schreibt wunderbare Gedichte über die großen Themen des Lebens: über die Liebe und die Frauen, über Heimweh, Fernweh und Tod. Jedes Jahr ist Politycki mehrere Monate lang auf Reisen und schreibt darüber. Und so sind seine Gedichte auch eine lyrische Reise durch die Welt: Ein Gedicht sei der Versuch, das, was zu sagen ist, in Musik zu überführen. Jetzt hat der Schriftsteller den Band "Sämtliche Gedichte 2017 - 1987" (Hoffmann und Campe) veröffentlicht. Das "NDR Buch des Monats" im Juni.

      • Die verborgene Seite Hollywoods: Alex Pragers Fotos von der Traumfabrik

      Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden, doch inzwischen ist sie ist der Shootingstar in der US-amerikanischen Fotografenszene: die Kalifornierin Alex Prager. Sie wurde bekannt für hyperrealistische Bildwelten, die sie mit Schauspielern, Freunden oder Familienmitgliedern inszeniert. Ihre Aufnahmen sind perfekt gestylt und lassen das Unheimliche hinter der Hochglanzfassade gerade deshalb umso bedrohlicher wirken. In Hollywoodmanier ausgeleuchtete und arrangierte Szenen betören und befremden zugleich. Es sind Scheinwelten, ganz nah an der Realität, in denen Menschen wie Marionetten agieren. Der Bildband "Silver Lake Drive" (Schirmer Mosel) ist der erste monografische Rückblick auf ihr fotografisches und filmisches Werk.

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