• 16.06.2018
      05:20 Uhr
      Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse "Die Badenden in Asnières", 1884 - Georges Seurat | arte
       

      Ende des 19. Jahrhunderts wird Asnières zu dem Ausflugsziel der Pariser. An den Sommersonntagen sind Bälle, fröhliche Abende, Segelregatten und Ruderwettbewerbe auf der Seine die Divertissements, die die Städter in der Natur suchen. Auch Maler wie Georges Seurat ziehen die Seineufer bei Asnières an. Er beobachtet mit dem Skizzenheft in der Hand die belebten Flussufer vor den Toren der Metropole. So entsteht im Jahr 1884 eines seiner bekanntesten Gemälde: „Die Badenden in Asnières“.

      Samstag, 16.06.18
      05:20 - 05:50 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Ende des 19. Jahrhunderts wird Asnières zu dem Ausflugsziel der Pariser. An den Sommersonntagen sind Bälle, fröhliche Abende, Segelregatten und Ruderwettbewerbe auf der Seine die Divertissements, die die Städter in der Natur suchen. Auch Maler wie Georges Seurat ziehen die Seineufer bei Asnières an. Er beobachtet mit dem Skizzenheft in der Hand die belebten Flussufer vor den Toren der Metropole. So entsteht im Jahr 1884 eines seiner bekanntesten Gemälde: „Die Badenden in Asnières“.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Clément Cogitore
      Carlos Franklin

      „Die Badenden in Asnières“ (1884) zeigt eine Momentaufnahme an den friedlichen Flussufern bei Asnières mit Badenden und Ruderern. Sieht man aufmerksam hin, entdeckt man, dass es sich um eine Struktur aus unzähligen Farbflecken handelt, die dem Bild ein außergewöhnliches Leuchten verleihen. Der Einsatz der Farbtupfer, aus denen später Punkte werden, ist Georges Seurats große Erfindung: Er begründet den Pointillismus. Die exakte Berechnung der Proportionen bestimmt den Abstand der kleinen Farbtupfer zueinander, so dass das Auge sie automatisch zu einem vermeintlichen Ganzen zusammenfügt.

      Was erzählt das Bild? Seurat malt Männer und Jungen, die baden und sich amüsieren. Unter ihnen einfache Spaziergänger, kleine Angestellte, Arbeiter auf der Suche nach frischer Luft und ländlicher Ruhe entlang der Seine. Doch im Hintergrund dieser scheinbar bukolisch-friedlichen Szene drängt etwas heran: Der Viadukt, über den ein Zug fährt, verschließt den Horizont, die hohen Schornsteine der Fabrik spucken schwarzen Qualm. Im ausgehenden 19. Jahrhundert werden auch die Vororte der Hauptstadt von der neuen Zeit erfasst. Die Industrielle Revolution erlebt ihren Höhepunkt.

      Der Zeitgeist steht auf Veränderung. Gleich hinter den von Seurat gemalten Fabriken - keine zehn Kilometer weiter - liegt das neue Paris. Innerhalb von 20 Jahren hat der Maler erlebt, wie seine Stadt sich veränderte. Im Namen der Modernität lässt der Stadtplaner und Architekt Georges Eugène Haussmann Breschen für 26 Boulevards schlagen.

      Hinter der scheinbar heiteren Sonntagsidylle verbergen sich in dem Bild also auch die wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen einer Epoche, die dem Fortschrittsglauben radikal verfallen war. Die Kehrseite der Medaille: extreme Armut in den Arbeitervorstädten, luftverschmutzende Fabriken und teils unmenschliche Arbeitsbedingungen. Das Diktat der Wirtschaftlichkeit macht aus dem Arbeiter ein bloßes Rädchen im System.

      Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Der Zuschauer hat dabei das Gefühl, sich tatsächlich selbst mit im Bild zu befinden. Außerdem vermittelt die Reihe einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche.

      Dokumentationsreihe Frankreich 2013

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