• 13.03.2018
      17:10 Uhr
      Magische Gärten Die schwimmenden Gärten von Amiens | arte
       

      „Schwimmende Gärten“ werden die Hortillonnages in der nordfranzösischen Stadt Amiens genannt, die als kleine Inseln die Somme durchziehen und seit dem Mittelalter zum Anbau von Obst und Gemüse für die Stadtbewohner dienen. Viele der Nutzgärten wurden jedoch im Laufe der Zeit in Ziergärten oder zu Wochenendquartieren umgewandelt. Für den Schutz und die Pflege des besonderen Kulturguts der Stadt setzen sich einige Bauern und Bewohner ein: Inselböden werden erhöht, Uferböschungen erneuert und ein Kunstfestival haucht den Inselgärten neues Leben ein …

      Dienstag, 13.03.18
      17:10 - 17:40 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      „Schwimmende Gärten“ werden die Hortillonnages in der nordfranzösischen Stadt Amiens genannt, die als kleine Inseln die Somme durchziehen und seit dem Mittelalter zum Anbau von Obst und Gemüse für die Stadtbewohner dienen. Viele der Nutzgärten wurden jedoch im Laufe der Zeit in Ziergärten oder zu Wochenendquartieren umgewandelt. Für den Schutz und die Pflege des besonderen Kulturguts der Stadt setzen sich einige Bauern und Bewohner ein: Inselböden werden erhöht, Uferböschungen erneuert und ein Kunstfestival haucht den Inselgärten neues Leben ein …

       

      Stab und Besetzung

      Regie Lelio Moehr

      Nicht weit vom Zentrum der nordfranzösischen Stadt Amiens durchziehen Hunderte kleine Inseln die Somme: Die sogenannten Hortillonnages, vom spätlateinischen „hortellus“ (kleiner Garten), bilden gemeinsam eine Gartenfläche von fast 300 Hektar. Wohl seit dem 15. Jahrhundert werden diese Inseln landwirtschaftlich genutzt. Über Jahrhunderte versorgten rund eintausend Obst- und Gemüsebauern, die Hortillons, die Stadt Amiens mit Lebensmitteln. In ihrer Blütezeit wurden die Erzeugnisse sogar nach London exportiert.
      Seit den 50er Jahren aber geht die lokale Produktion zurück, und es gibt immer weniger Hortillons. Einige der landwirtschaftlichen Flächen wurden in Ziergärten umgewandelt, andere ganz aufgegeben. Zum Schutz der gefährdeten schwimmenden Gärten wurde ein Kanalnetz von 65 Kilometer Länge gegraben und die Inselböden wurden erhöht. Die Uferböschungen müssen regelmäßig überwacht und gepflegt werden, um zu verhindern, dass das Wasser die Gärten zurückerobert.

      Seit 2010 werden manche Parzellen im Rahmen eines Festivals der Maison de la Culture d'Amiens von Künstlern neu gestaltet. So erfinden sich die Hortillonnages immer wieder neu: von der Torfgewinnung ganz zu Anfang bis zu den heutigen Landschaftsgärten.
      Noch in den 70er Jahren waren die Gärten von der rasanten Verstädterung bedroht, unter anderem durch eine geplante Autobahn. Heute weiß die Stadt den hohen Wert einer solchen grünen Lunge mitten in der Stadt zu schätzen.

      Der Landschaftsarchitekt Jean-Philippe Teyssier führt durch die schönsten Gärten der Welt. Die Dokumentationsreihe lädt dazu ein, die Kunst des Gartenbaus zu entdecken - und die Menschen kennenzulernen, die diese Gärten pflegen, erforschen und gestalten.

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