• 11.12.2016
      23:00 Uhr
      Luchino Visconti, vom Film besessen Dokumentation Frankreich 2015 | arte
       

      Er gilt bis heute als einer der wichtigsten Regisseure des europäischen Kinos: Luchino Visconti (1906-1976), Meister des italienischen Films und Begründer des Neorealismus. Sein Schaffen bescherte ihm nicht zuletzt auch im Theater- und Opernbereich internationales Ansehen. Visconti stammte aus einer bedeutenden italienischen Adelsfamilie und porträtierte die Aristokratie wie kein Zweiter. In seinem Frühwerk zeigte er aber auch das Italien der „kleinen Leute“. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich im antifaschistischen Widerstand und war Sympathisant der Kommunistischen Partei.

      Sonntag, 11.12.16
      23:00 - 00:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Er gilt bis heute als einer der wichtigsten Regisseure des europäischen Kinos: Luchino Visconti (1906-1976), Meister des italienischen Films und Begründer des Neorealismus. Sein Schaffen bescherte ihm nicht zuletzt auch im Theater- und Opernbereich internationales Ansehen. Visconti stammte aus einer bedeutenden italienischen Adelsfamilie und porträtierte die Aristokratie wie kein Zweiter. In seinem Frühwerk zeigte er aber auch das Italien der „kleinen Leute“. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich im antifaschistischen Widerstand und war Sympathisant der Kommunistischen Partei.

       

      Der Dokumentarfilm erzählt das Leben des italienischen Filmemachers Luchino Visconti von seiner Geburt am 2. November 1906 in Mailand bis zu seinem Tod im Jahr 1976. Der Regisseur, der als Conte Don Luchino Visconti di Modrone in eine der bedeutendsten italienischen Adelsfamilien hineingeboren wurde, hätte das müßige Leben eines reichen Aristokraten führen können. Doch Visconti wählte einen anderen Weg und setzte sich in seinen Werken immer wieder mit dem Milieu auseinander, aus dem er selbst stammte. Er hat die europäische Aristokratie der vergangenen beiden Jahrhunderte porträtiert wie kein Zweiter.

      In seinen frühen Filmen zeigte der Regisseur dem Publikum aber auch das tatsächliche Italien der „kleinen Leute“ und nicht den gesellschaftlichen Verfall der Oberklasse. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Visconti im politischen Widerstand gegen den Faschismus und sympathisierte mit der Kommunistischen Partei Italiens.

      Der Dokumentarfilm zeigt Visconti als zutiefst aufrichtigen Menschen, der sein Leben lang nach der historischen, gesellschaftlichen und menschlichen Wahrheit suchte. „Luchino Visconti, vom Film besessen“ wurde in Rom, Mailand und Venedig gedreht und verbindet Archivmaterial mit Ausschnitten aus Viscontis Filmen: darunter Meisterwerke der Filmgeschichte wie „Die Verdammten“, „Rocco und seine Brüder“ und „Ludwig II.“. Außerdem sind Auszüge zu sehen aus „Besessenheit“, einem der Gründungsfilme des italienischen Neorealismus, aus „Die Unschuld“, einer Reminiszenz an die Kindheit des Regisseurs, sowie dem Leinwandepos „Der Leopard“, das von der sizilianischen Aristokratie in der Zeit des Übergangs zur Monarchie erzählt.

      Zu Wort kommen Viscontis Neffe und Patensohn Luchino Gastel, die Visconti-Biografin Laurence Schifano, Caterina D’Amico, die Tochter von Viscontis wichtigster Drehbuchautorin Suso Cecchi D’Amico, die französische Historikerin Elisabeth Roudinesco und der Filmregisseur Olivier Assayas.

      • Filmreihe: Hommage an Luchino Visconti

      Zusammen mit Roberto Rossellini und Federico Fellini ist Luchino Visconti (1906-1976) einer der wichtigsten Regisseure des italienischen Neorealismus, der als eine Gegenbewegung zum Faschismus in Italien entstand. Der Regisseur, der als Graf Don Luchino Visconti di Modrone in eine der bedeutendsten italienischen Adelsfamilien hineingeboren wurde, hätte das müßige Leben eines reichen Aristokraten führen können. Doch Visconti wählte einen anderen Weg und setzte sich permanent mit seinem Herkunftsmilieu und seiner eigenen Legende auseinander. Der glänzende Theater-, Opern- und Filmregisseur engagierte sich auch im Widerstand gegen den Faschismus und sympathisierte mit der Kommunistischen Partei. Seine Filmkarriere begann er als Assistent von Jean Renoir.

      ARTE zeigt zwei seiner Meisterwerke sowie die Dokumentation „Luchino Visconti, vom Film besessen“ als deutsche TV-Premiere. Elisabeth Kapnist und Christian Dumais-Lvowski lassen Zeitgenossen zu Wort kommen, zeigen Ausschnitte aus seinen Filmen und unveröffentlichte Archivaufnahmen. Das Schicksal des Künstlers, der den Regelbruch zum Grundsatz seines Lebens und Werks machte, erscheint widersprüchlich und faszinierend zugleich. Das monumentale Historiendrama „Der Leopard“ über die unaufhaltsamen Umbrüche in der aristokratischen Gesellschaft wurde in Cannes 1963 mit Standing Ovations gefeiert und mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der Film besticht durch eine erstklassige Besetzung mit Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon. „Rocco und seine Brüder“ zeigt, wie die Familie, Grundpfeiler der süditalienischen Tradition und Lebensweise, in der Großstadt ihre identitätsstiftende Funktion und ihren Zusammenhalt verliert.

      Der Spielfilm wurde 1960 bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet, war aber erst 1998 in voller Länge im deutschen Kino zu sehen. Alain Delon gelang damit der Durchbruch. ARTE strahlt eine neue, 2015 in 4K restaurierte Fassung des Films aus, die für das deutsche Publikum nachsynchronisiert wurde.

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      Sonntag, 11.12.16
      23:00 - 00:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 14.12.2018