• 14.03.2018
      04:35 Uhr
      Faust. Was Goethe über Big Data wusste. BR Fernsehen
       

      Ankommen, Ja-Sagen zum Augenblick, existenzielle Zufriedenheit, einfach so? - "Niemals", sagt Faust. Das ist sein Wetteinsatz zum Tode und der Beginn einer rastlosen Jagd nach Zukunft. Verblendet stirbt Faust, ohne zu begreifen, wie gescheitert er in seinem Versuch ist, eine zweite Schöpfung zu errichten, über die er allein verfügt. Ist das die Gegenwart, die Goethe in einer Art Dystopie antizipiert? Mit dieser Frage setzt sich Angelika Kellhammer in "Faust. Was Goethe über Big Data wusste" auseinander. Sie befragt neben berufenen Faust-Exegeten auch Naturwissenschaftler nach ihren Zukunftsvisionen und dem Fortschritt unserer Tage.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 14.03.18
      04:35 - 05:25 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Ankommen, Ja-Sagen zum Augenblick, existenzielle Zufriedenheit, einfach so? - "Niemals", sagt Faust. Das ist sein Wetteinsatz zum Tode und der Beginn einer rastlosen Jagd nach Zukunft. Verblendet stirbt Faust, ohne zu begreifen, wie gescheitert er in seinem Versuch ist, eine zweite Schöpfung zu errichten, über die er allein verfügt. Ist das die Gegenwart, die Goethe in einer Art Dystopie antizipiert? Mit dieser Frage setzt sich Angelika Kellhammer in "Faust. Was Goethe über Big Data wusste" auseinander. Sie befragt neben berufenen Faust-Exegeten auch Naturwissenschaftler nach ihren Zukunftsvisionen und dem Fortschritt unserer Tage.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Angelika Kellhammer

      "Faust" ist unser Zeitgenosse. Er ist egomanisch, zerrissen, ohne Fähigkeit, im Hier und Heute anzukommen. Unruhig und rastlos folgt er nur seinem Willen. Der Teufel ist dabei sein findiger "problem solver", der alles, was er will, schnell verfügbar macht: Geld, Sex, Waffen, Herrschaft.

      Die Wette zwischen beiden: teuflisch. Ankommen, Ja-Sagen zum Augenblick, existenzielle Zufriedenheit, einfach so? - "Niemals", sagt Faust. Das ist sein Wetteinsatz zum Tode und der Beginn einer rastlosen Jagd nach Zukunft. Das Ende - jämmerlich. Verblendet stirbt Faust, ohne zu begreifen, wie gescheitert er in seinem Versuch ist, eine zweite Schöpfung zu errichten, über die er allein verfügt.

      Hatte Goethe recht? Ist das die Gegenwart, die Goethe in einer Art Dystopie antizipiert? Mit dieser Frage setzt sich Angelika Kellhammer in "Faust. Was Goethe über Big Data wusste" auseinander. Sie befragt neben berufenen Faust-Exegeten auch Naturwissenschaftler nach ihren Zukunftsvisionen und dem Fortschritt unserer Tage. Künstliche Intelligenz, Leben aus dem Chemielabor, Finanzhandel, Big Data - wie viel faustische Hybris steckt im heutigen wissenschaftlichen Fortschritt und wie viel Ohnmacht in unserem Umgang damit? Und wo hat der Teufel dabei seine Finger im Spiel - frei nach Goethe.

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