• 10.08.2016
      23:45 Uhr
      Die wilden Zwanziger Paris. Ein Fest fürs Leben | arte
       

      Das Paris der Zwischenkriegsjahre ist intellektuell und künstlerisch so fruchtbar, dass in jenen "années folles", den verrückten Jahren, seine Trends von hier aus die ganze Welt beeinflussen. Es ist nur ein kleiner Teil der Pariser Gesellschaft, die nach dem Ersten Weltkrieg alles infrage stellt und dafür Ausdrucksformen in Musik, Kunst und Film findet. Aber es ist ihr entscheidender Teil: In Paris wird der Surrealismus erfunden, in Paris verbindet sich erstmals die populäre mit der Hochkultur, hier tanzt Josephine Baker zum ersten Mal den Charleston in Europa. Warum war gerade Paris so wild und so inspirierend?

      Mittwoch, 10.08.16
      23:45 - 00:40 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Das Paris der Zwischenkriegsjahre ist intellektuell und künstlerisch so fruchtbar, dass in jenen "années folles", den verrückten Jahren, seine Trends von hier aus die ganze Welt beeinflussen. Es ist nur ein kleiner Teil der Pariser Gesellschaft, die nach dem Ersten Weltkrieg alles infrage stellt und dafür Ausdrucksformen in Musik, Kunst und Film findet. Aber es ist ihr entscheidender Teil: In Paris wird der Surrealismus erfunden, in Paris verbindet sich erstmals die populäre mit der Hochkultur, hier tanzt Josephine Baker zum ersten Mal den Charleston in Europa. Warum war gerade Paris so wild und so inspirierend?

       

      Stab und Besetzung

      Produzent HR
      Regie Stefanie Appel

      In den 20er Jahren strömen junge Abenteurer und Inspiration-Suchende aus der ganzen Welt an die Seine. Auf den Spuren ihres Mythos bewegt sich der Film durch die Stadt, begleitet von der Musik der "verrückten Jahre" und geführt von zweien, die Teil des Spektakels waren. Da ist der französische Surrealist Louis Aragon, Schriftsteller und Dichter. Aragon war ein unermüdlicher Nachtschwärmer, ein Stammgast in Cafés, Bars und Bordellen und Mitbegründer des Surrealismus. Seine Erlebnisse verarbeitete er unter anderem in seinem 1926 veröffentlichten Roman "Der Pariser Bauer" die Innenansichten eines Parisers. Ihm zur Seite stellt der Film die Perspektive eines Mannes, der von außen kommt, ab 1921 in Frankreich lebt und aus dem Paris der 20er Jahre ein Stück Weltliteratur macht. Es ist der junge US-Amerikaner Ernest Hemingway, der "Paris - ein Fest fürs Leben" schrieb.
      Selbst heute, fast 100 Jahre später, faszinieren und inspirieren die "années folles" eine junge Künstlergeneration. Der Pianist Alexandre Tharaud spürte für ein Musikalbum dem Sound jener Jahre nach. So, wie er heute spielt, klang es damals in Clubs wie dem legendären "Le Boeuf sur le Toit" ("Der Ochse auf dem Dach"). Hier trifft sich in den 20er Jahren die Pariser Szene: Georges Simenon, Coco Chanel oder Jean Cocteau, der neben Größen wie Darius Milhaud und Maurice Ravel höchstselbst mit den kongenialen Pianisten Jean Wiener und Clément Doucet swingt. Der Film durchstreift dieses "Swinging Paris". "Wenn du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu sein, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir", wird Ernest Hemingway später über Paris schreiben.

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