• 20.05.2018
      23:15 Uhr
      Einer muss die Leiche sein Spielfilm DDR 1977 | MDR FERNSEHEN
       

      Urlaubsstimmung am Schwarzen Meer: Eine Touristengruppe aus der DDR macht einen Ausflug auf eine einsame Insel, doch ein Schaden am Motorboot zwingt sie zum Übernachten. Zum Zeitvertreib spielen sie ein "Mörderspiel" und plötzlich ist die "Leiche" wirklich tot. Wer von ihnen hat die junge Frau auf dem Gewissen?

      Sonntag, 20.05.18
      23:15 - 00:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.

      Urlaubsstimmung am Schwarzen Meer: Eine Touristengruppe aus der DDR macht einen Ausflug auf eine einsame Insel, doch ein Schaden am Motorboot zwingt sie zum Übernachten. Zum Zeitvertreib spielen sie ein "Mörderspiel" und plötzlich ist die "Leiche" wirklich tot. Wer von ihnen hat die junge Frau auf dem Gewissen?

       

      Stab und Besetzung

      Franz Enderlein Helmut Straßburger
      Johanna Enderlein Marylu Poolman
      Dieter Gotthardt Herbert Köfer
      Lisa Gotthardt Karin Schröder
      Egon Kunack Otto Mellies
      Evelyn Kunack Karin Gregorek
      Hans-Peter Maiendorff Hannes Fischer
      Pitty Gertraud Kreißig
      Susanne Monika Woytowicz
      Hans Fielitz Hansjürgen Hürrig
      Regie Iris Gusner
      Musik Gerhard Rosenfeld
      Buch Iris Gusner
      Kamera Günter Jaeuthe

      Bulgarische Schwarzmeerküste: Es soll ein besonderer Höhepunkt werden - der Ausflug einer DDR-Touristengruppe auf eine romantische, einsame Insel. Doch als sie zurückfahren wollen, streikt der Motor des Bootes. Sie müssen auf der Insel übernachten. Als Zeitvertreib schlägt der Arzt Dr. Enderlein (Helmut Straßburger) ein Spiel vor, bei dem ein Detektiv einen Mörder suchen muss. Und natürlich muss auch einer die Leiche sein. Nicht alle finden die Idee sehr geschmackvoll, aber ehe sie sich zu Tode langweilen... Das Los entscheidet und ausgerechnet die attraktive, lebenslustige Sekretärin Susanne (Monika Woytowicz) zieht "die Leiche". Wenig später ist Susanne tatsächlich tot, abgestürzt vom Steilufer. Aus dem makabren Spiel ist tödlicher Ernst geworden. Unfall? Selbstmord? Mord?
      Die Nerven liegen blank. Jeder der 12 Touristen, aber auch die bulgarische Dolmetscherin (Jana Stoyanowitsch) oder Wassil (Weliko Stojanoff), der Bootsführer, könnte die Tat begangen haben. Der Werkleiter Gotthardt (Herbert Köfer) und Dr. Enderlein ernennen sich zu Ermittlern bis die bulgarische Miliz eintrifft. Bald haben sie keine Zweifel mehr: Es war Mord. Die unheilvolle Situation offenbart nach und nach die Charaktere der Einzelnen, bringt Ehekrisen zu Tage, sehr persönliche Probleme, nährt Gerüchte und Klatsch. Da ist die hysterische Zahnarztgattin Evelyn Kunack (Karin Gregorek), deren jahrelange Eifersucht in blinden Hass umschlägt; da ist der homosexuelle Versicherungsvertreter und Hobbyfotograf Maiendorff (Hannes Fischer), der in den privaten Beziehungen der anderen schnüffelt. Da ist der Junggeselle Hans Fielitz (Giso Weißbach), der ein Verhältnis mit Susanne hatte. Aber zwei reifere liebeshungrige alleinstehende Damen könnten es ebenso gewesen sein wie der zu Unrecht als Papagallo beschimpfte Bootsführer. Nach und nach fügt sich das Puzzle zusammen, keiner kommt ungeschoren davon.

      Eine klassische Krimi-Situation: Eine geschlossene Gesellschaft auf der Suche nach dem Mörder. Jeder verdächtigt jeden in der bunt zusammengewürfelten Truppe, verborgene Spannungen und Krisen kommen zum Vorschein, menschliche Eigenschaften wie Heuchelei, Karrierismus oder Neid. Iris Gusner, eine der wenigen DEFA-Regisseurinnen, inszenierte mit "Einer muss die Leiche sein" einen der wenigen DEFA-Krimis.

      Zum prominenten Darstellerensemble gehört als Lisa Gotthardt Karin Schröder, die am 7. April ihren 75. Geburtstag feiert. Die gelernte Stenotypistin beginnt nach ihrer ersten Rolle im DEFA-Unterhaltungsfilm "Silvesterpunsch" ein Schauspielstudium in Potsdam. Schon während des Studiums wird sie von Regisseur Günter Reisch für weitere seiner Gegenwartskomödien engagiert. 1964 landet sie an der Seite von Rolf Herricht im Musicalfilm "Geliebte weiße Maus" einen großen Publikumserfolg. Die Schauspielerin wirkt unter anderem in der Fernsehserie "Märkische Chronik", in "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort" mit. Für ihre Rolle in Kurt Maetzigs Nachkriegsgeschichte "Mann gegen Mann" wird sie 1978 beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary neben Hildegard Knef als beste europäische Schauspielerin ausgezeichnet. In den1990er Jahren wird Karin Schröder auch durch die Serien "Die Wache" und "Unter uns" bundesweit bekannt.

      (Zum 75. Geburtstag von Karin Schröder am 07.04.)

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