• 18.06.2018
      22:55 Uhr
      Das Leben der Anderen Spielfilm Deutschland 2006 | MDR FERNSEHEN
       

      Ost-Berlin, November 1984: Hauptmann Gerd Wiesler ist ein linientreuer Ideologe und ein unerbittlicher Verhörspezialist. Als er von Oberstleutnant Anton Grubitz den Auftrag bekommt, den erfolgreichen DDR-Schriftsteller Georg Dreyman und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, zu observieren, verspricht Wiesler sich davon einen Karriereschub. Dass das Eindringen in die Welt der Observierten auch ihn selbst verändert, damit hat der Spitzel nicht gerechnet.

      Montag, 18.06.18
      22:55 - 01:03 Uhr (128 Min.)
      128 Min.

      Ost-Berlin, November 1984: Hauptmann Gerd Wiesler ist ein linientreuer Ideologe und ein unerbittlicher Verhörspezialist. Als er von Oberstleutnant Anton Grubitz den Auftrag bekommt, den erfolgreichen DDR-Schriftsteller Georg Dreyman und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, zu observieren, verspricht Wiesler sich davon einen Karriereschub. Dass das Eindringen in die Welt der Observierten auch ihn selbst verändert, damit hat der Spitzel nicht gerechnet.

       

      Stab und Besetzung

      Christa-Maria Sieland Martina Gedeck
      Hauptmann Gerd Wiesler Ulrich Mühe
      Georg Dreyman Sebastian Koch
      Oberstleutnant Anton Grubitz Ulrich Tukur
      Minister Bruno Hempf Thomas Thieme
      Paul Hauser Hans-Uwe Bauer
      Albert Jerska Volkmar Kleinert
      Karl Wallner Matthias Brenner
      Häftling 227 Bastian Trost
      Udo   Charly Hübner
      Gregor Hessenstein Herbert Knaup
      Frau Meineke Marie Gruber
      Unterleutnant Axel Stigler Hinnerk Schönemann
      Nowack   Thomas Arnold
      Regie Florian Henckel von Donnersmarck
      Musik Gabriel Yared
      Kamera Hagen Bogdanski
      Drehbuch Florian Henckel von Donnersmarck

      1984, fünf Jahre vor dem Ende der DDR, steht vor allem die lebenslustige Künstlerszene in Ost-Berlin unter Beobachtung der Stasi. Ein ganz scharfer Hund ist Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe), der bei Verhören kein Druckmittel auslässt und sogar an der Stasi-Hochschule als unmenschlich verschrien ist. Als er auf den Theaterregisseur Georg Dreyman (Sebastian Koch) angesetzt wird, dessen schöne Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), beim Kulturminister Hempf (Thomas Thieme) Hormonalarm auslöst, scheint das einer dieser üblichen Jobs zu sein - Wohnung verwanzen, Nachbarn einschüchtern, observieren, einen dunklen Punkt finden.

      Doch das übliche Spiel entgleitet dem sonst so gefühlsmäßig imprägnierten, unscheinbaren Mann. Die fremde Welt von Kunst und Literatur, freiem Denken und Reden, Liebe und Leidenschaft fasziniert ihn, immer mehr dringt er in "Das Leben der Anderen" ein, schreibt nach Lustschreien akribisch ins Protokoll "vermutlich Geschlechtsverkehr". Irgendwann macht der sonst so trockene Technokrat nicht mehr mit, schützt die ahnungslosen Opfer, die er durch den "operativen Vorgang" zu "Staatsfeinden" stempeln sollte - lässt sogar Beweisstücke wie eine Schreibmaschine verschwinden, auf der Dreyman für den "Spiegel" einen Artikel über die Selbstmordrate in der DDR geschrieben hat.

      Florian Henckel von Donnersmarcks sauber recherchierter Blick in Grenzbereiche der Seele verzichtet auf sacharinsüße Ostalgie und trifft immer den richtigen Ton. Er entlarvt die Mechanismen eines monströsen Überwachungssystems, das auf die Zerstörung jeglicher Individualität zielt; demaskiert die Verantwortlichen, die im Dunstkreis von Ideologie ihre persönlichen Ziele verfolgen; zeichnet Brüche in den Biografien, seismografische Erschütterungen im Räderwerk der Macht. Der Film wirft Fragen auf, die weit über die sozialistische Ideologie hinausgehen, übertragbar sind auf jede Form des Fundamentalismus, sei es in Religion oder Politik.

      Ausstattung, Visualität, Stilisierung, Ensemble - besser geht es nicht. Mit Martina Gedeck als psychisch zerbrechlichem Objekt der Begierde, Sebastian Koch als visionärem Theatermann, Ulrich Tukur als widerlichem Karrieristen. Wenn "Observateur" Ulrich Mühe, eingezwängt im engen Wams, ohne große Gesten oder Worte seinem Selbstzweifel Ausdruck verleiht und sukzessive seine eiskalte Präzision verliert, ist das größte und subtile Schauspielkunst.

      Ulrich Mühe, an dessen 65. Geburtstag das MDR-Fernsehen erinnern möchte, wurde für diese Rolle 2006 mit dem Deutschen Filmpreis, dem Europäischen Filmpreis und der Goldenen Henne ausgezeichnet. Der gebürtige Grimmaer studierte von 1975 bis 1979 an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig. 1983 wurde er Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. Er spielte am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen. Gleichzeitig wirkte er in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen mit, u.a. in der oscarnominierten Satire "Schtonk!" über die gefälschten Hitler-Tagebücher. 2007, nur wenige Monate, nachdem "Das Leben der Anderen" den Oscar als bester fremdsprachiger Film erhielt, erlag der Schauspieler mit nur 54 Jahren einem Krebsleiden.

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      Montag, 18.06.18
      22:55 - 01:03 Uhr (128 Min.)
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