• 18.11.2016
      20:15 Uhr
      Rechenschaft Fernsehfilm Frankreich 2016 | arte
       

      Carole Matthieu ist Betriebsärztin in einem Unternehmen, in dem extremer Druck zur Methode der Leistungssteigerung geworden ist. Vergeblich macht sie die Manager auf die Folgen des herrschenden Klimas der Angst aufmerksam. Ein Mitarbeiter am Rande des Nervenzusammenbruchs bittet die Ärztin verzweifelt um Hilfe, die Unternehmensführung zum Handeln zu bewegen. Carole erkennt, dass sich nur etwas ändert, wenn sie die Geschäftsleitung zwingt, sich von ihren Methoden zu verabschieden.

      Freitag, 18.11.16
      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
      85 Min.

      Carole Matthieu ist Betriebsärztin in einem Unternehmen, in dem extremer Druck zur Methode der Leistungssteigerung geworden ist. Vergeblich macht sie die Manager auf die Folgen des herrschenden Klimas der Angst aufmerksam. Ein Mitarbeiter am Rande des Nervenzusammenbruchs bittet die Ärztin verzweifelt um Hilfe, die Unternehmensführung zum Handeln zu bewegen. Carole erkennt, dass sich nur etwas ändert, wenn sie die Geschäftsleitung zwingt, sich von ihren Methoden zu verabschieden.

       

      Carole Matthieu ist Ärztin bei der Callcenter-Firma Sogefam. Sie hat sich ihrer Arbeit dort vollkommen verschrieben und kümmert sich um die durch fragwürdige Führungsmethoden schikanierten Mitarbeiter sogar weit über die zeitlichen Vorgaben hinaus. Matthieus Familienleben beschränkt sich inzwischen auf sporadische, kurze Besuche ihrer Tochter Anne.

      Eines Abends erhält die Ärztin Besuch von einem Patienten, den sie sehr gut kennt, Vincent Fournier. Fournier war in der Vergangenheit einer der Callcenter-Manager, unternahm bereits zwei Selbstmordversuche und steht kurz vor einem Burnout. Er versteht nicht, wie es so weit kommen konnte: Ist er nur ein Opfer der aktuellen Techniken zur Leistungssteigerung? Carole weiß nicht, wie sie Vincent noch helfen kann, sie hat schon alles versucht: Medikamente, Krankschreibungen und lange Sitzungen, jedoch ohne Erfolg. Plötzlich holt Fournier einen Revolver hervor. Unter dem Druck der Situation will sie die Waffe an sich nehmen, und ein Schuss löst sich.

      Weder ihre vielen Krankenberichte noch Gutachten haben die körperliche und geistige Gesundheit ihrer Patienten zuvor verbessern können, doch nun kann Carole zum ersten Mal etwas bewirken. Der Tod von Vincent Fournier könnte ein unübersehbares Symbol für die ausweglose und verzweifelte Situation der Angestellten werden. Die Ärztin braucht jedoch Verbündete, um weitere Fälle von Mobbing und Burnout zusammenzutragen. Die Indizien am Tatort sprechen aber gegen einen Selbstmord von Vincent Fournier. Carole gerät ins Visier von Kommissar Revel, der die Ermittlungen leitet. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...

      Nach dem realistischen und schockierenden Roman „Les visages écrasés” von Marin Ledun entfaltet Regisseur Louis-Julien Petit die Geschichte von Carole Matthieu mit einer Nüchternheit und Kraft, die eine besonders bedrückende Atmosphäre kreiert. Isabelle Adjani spielt ihre Rolle als Carole Matthieu mit einer beeindruckender Hingabe und Feinfühligkeit, die sie bereits in ihrer Rolle als Königin Margot in „Die Bartholomäusnacht” (1994) unter Beweis stellen konnte, für die sie 1995 mit einem César als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde.

      „Carole Matthieu” ist Louis-Julien Petits zweiter Langfilm nach seinem Debüt „Discount” (2014). Als Regieassistent sammelte er bei großen Hollywoodproduktionen wie Christopher Nolans „Inception” (2010) oder Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds” (2009) Erfahrung.

      In Frankreich hat „Carole Matthieu” eine leicht zu entschlüsselnde Aktualität. Sieben Jahre nach einer Serie von 35 Selbstmorden bei dem größten Telekommunikationskonzern France Telecom hat die Staatsanwaltschaft einen Prozess gegen das Unternehmen und den ehemaligen Chef gefordert – wegen systematischen „moralischen Drucks” auf die Angestellten.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Freitag, 18.11.16
      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
      85 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.01.2019