• 16.02.2018
      03:10 Uhr
      Vergissmeinnicht Matéo Maximoff, Romancier | arte
       

      Er war ein unermüdlicher Fürsprecher für sein Volk - die Roma - und ein Förderer ihrer Kultur: der Schriftsteller Matéo Maximoff. Er setze sich als erster Schriftsteller unter den Roma in Frankreich in der europäischen Literaturszene durch. Seine Werke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt. Der Roman „Die Ursitory“ war sein erster Roman, der 1946 erschien und auch ins Deutsche übersetzt worden ist. Später übersetzte er das gesamte Neue Testament ins Kalderasch-Romani. Bis zu seinem Lebensende bleibt er Romancier und wird für seine Verdienste im Pariser Kulturministerium mit dem Ordre des Arts et des Lettres bedacht.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 16.02.18
      03:10 - 03:40 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Er war ein unermüdlicher Fürsprecher für sein Volk - die Roma - und ein Förderer ihrer Kultur: der Schriftsteller Matéo Maximoff. Er setze sich als erster Schriftsteller unter den Roma in Frankreich in der europäischen Literaturszene durch. Seine Werke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt. Der Roman „Die Ursitory“ war sein erster Roman, der 1946 erschien und auch ins Deutsche übersetzt worden ist. Später übersetzte er das gesamte Neue Testament ins Kalderasch-Romani. Bis zu seinem Lebensende bleibt er Romancier und wird für seine Verdienste im Pariser Kulturministerium mit dem Ordre des Arts et des Lettres bedacht.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jacques Malaterre

      Er war ein unermüdlicher Fürsprecher für sein Volk - die Roma - und ein glühender Förderer ihrer Kultur: der Schriftsteller Matéo Maximoff. Er konnte sich als erster Schriftsteller unter den Roma in Frankreich in der europäischen Literaturszene durchsetzen. Seine Werke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt. Der Roman „Die Ursitory“ war sein erster Roman, der 1946 erschien und auch ins Deutsche übersetzt worden ist. Später übersetzte er das gesamte Neue Testament ins Kalderasch-Romani.

      1917 kommt Matéo Maximoff im Spanien König Alfons‘ XIII. zur Welt, der als vehementer Kriegsgegner sein Land für neutral erklärt hat. Vier Jahre lang ist sein Königreich Zufluchtsort für viele, die vor den Kämpfen in Europa fliehen. Unter den Migranten ist 1915 ein junges Roma-Paar, das am 17. Januar 1917 im sogenannten Zigeunerviertel von Barcelona sein erstes Kind bekommt: Matéo Maximoff. Die Roma gehören je nach Herkunftsland verschiedenen Gemeinschaften an. Matéos Mutter kommt aus einer Familie der französischstämmigen Manouches, während der Vater zu den aus Russland eingewanderten Kalderasch gehört, die überwiegend Kesselbauer sind. In dieser vom Metallhandwerk komfortabel lebenden Familie macht Matéo seine ersten Schritte.

      Doch nach dem Ersten Weltkrieg werden die gesetzlichen Bestimmungen für Roma schärfer. Von 1920 an werden sie in ganz Europa registriert, überwacht und als Nomaden klassifiziert. Diese neuen Gesetze stigmatisieren sie, behindern ihre Handwerksausübung und schränken ihre Bewegungsfreiheit ein. Während des Zweiten Weltkriegs wird Matéo Maximoff in ein Lager in Lannemezan interniert, da ihm die Flucht vor den Nationalsozialisten nach Spanien nicht gelingt. Er überlebt und beschließt nach dem Krieg zu schreiben, um den Völkermord zu schildern, der während des Krieges an den Roma verübt worden war.

      Bis zu seinem Lebensende bleibt er Romancier und wird für seine Verdienste im Pariser Kulturministerium mit dem Ordre des Arts et des Lettres bedacht. Dennoch geriet er in Vergessenheit und wird 1999 auf einem kleinen Friedhof in Romainville beigesetzt wie ein Namenloser.

      Das 20. Jahrhundert war reich an Ereignissen, die Europa nachhaltig prägten. Die Reihe widmet sich jenen Menschen, die - wenn auch manchmal nur für kurze Zeit - zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. Jede Folge schildert eines dieser besonderen Schicksale und setzt es in den jeweiligen historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang.

      An historischen Wendepunkten waren häufig Menschen beteiligt, deren eigenes Schicksal dadurch eine bestimmte Richtung nahm, die später jedoch schnell in Vergessenheit gerieten. Das Englische hat für solche Helden, deren Taten nie besungen wurden, den Begriff „Unsung Heroes“. Die Reihe schildert 20 solcher Schicksale und stellt die damit verbundenen Ereignisse in einen gesamteuropäischen Zusammenhang. Mit umfangreichem historischem Archivmaterial, aktuellen Aufnahmen an Originalschauplätzen und zahlreichen O-Tönen vermittelt die Reihe bewegte Momente der Geschichte hautnah.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 16.02.18
      03:10 - 03:40 Uhr (30 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.08.2018